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Das jüdische Echo · 1931-12-25 · 52 (25.12.1931) · p. Seite 701

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
52 (25.12.1931)
Date
1931-12-25
Page
Seite 701 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 52 Das Jüdische Echo 701 überholte Paßfield-Wtuch basiert, weilt gegenwärtig in Shanghai aLeiter des Hilfskomitees für die Opfer der Üb:hwemmung in China. In einem Gespräch mit d Redakteur des in Shanghai erscheinenden „Isis Messenger“, Herrn N. E. B. Ezra, erklärte Spson: Niemals wird Engladen Boden der Balfour- Beklaration verlasse,n.agland wird, seinem Gelöbnis getreu, dem juchen Volke helfen, sein Land aufzubauen. Nalich dürfen dabei wohlbegründete Rechte dtAraber nicht angetastet werden. Ich möchte mich nt über Verdienst oder Schuld des Paßfield-üßbuches auslassen. Es wurde mir nicht zur egutachtung unterbreitet und ich hatte mit ser Herstellung nicht das geringste zu tun. Es d Punkte im Weißbuch, die meiner Meinung na mit dem von mir unterbreiteten Bericht nichtbereinstimmen. Ich stehe zu meinem Bericht, wischroff er auch kritisiert worden ist. Ich glaubemmer noch, daß es ein Fehler war, arabische beiter von der Arbeit in jüdischen Kolonien zwerdrängen, obwohl ich dem jüdischen Standput in dieser Frage volles Verständnis entgegenbr^e. Aber diese ungleiche Behandlung in der Arbisfrage belastet das arabisch-jüdische Problem nd gibt Anlaß zu einer Agitation, die besser uerbleibt. Ich will damit nicht sagen, daß wenn ie Juden arabische Arbeiter beschäftigen, eskeine Reibungen mehr zwischen Juden und Anern geben würde; aber ich behaupte, daß die Saation, wie sie jetzt ist, den Arabern einen Anla mehr bietet, ihre antizionistische Agitation htzuführen. Es ist wahr, daß Araber keine Judemeschäftigen In der großen Masse sind die Arair arm, diejenigen unter ihnen, die Arbeit zu vereben haben, ziehen die billigere arabische Arbeihraft vor. Die Rothschildkolonien, die arabische /beiter beschäftigen, haben damit gute Erfahrung gemacht; sie wirken dem Geist der Zwietraht entgegen in einem Lande, das Frieden und aimonie braucht. Ich sehe keinen Grün, meine im „Simpson- Bericht“ niedergelegten nsichten auf Grund des Gegenberichtes der Jewia Agency zu revidieren, es sei denn in einem Pukte: betreffend die Kosten für Kolonisation. Ichhabe meinen Irrtum in diesem Betreff in einem Nachtrag zum Bericht richtiggestellt. Palästina kxm durchaus eine viel größere Bevölkerung als;eine heutige ernähren, vorausgesetzt, daß die Entwicklung auf einer größeren Basis als heute geschieht. Ich habe jedoch das Gefühl, daß die Juden der rapide wachsenden städtischen Bevölkerung ziströmen. Die Balfour-Deklaration, fuhr Sir John H'ope Simpson fort, wurde zu eher Zeit verkündet, als die Welt noch glaubte, Pilästina sei ein Land ohne Volk. Heute kennt mai die Sachlage besser. Araber wurden infolge der jüdischen Bodenkäufe landlos und rechneten mit der Möglichkeit, aus dem Lande vertrieben zu verdem. Diese ernste Lage erforderte eine sorgfältige Behandlung. Die Araber wollen nicht dulden, daß sich die Juden des Bodens bemächtigen, die Tendenz zum Widerstand wird sich versteifen. Gewiß haben die Juden das Recht, Palästina zu kolonisieren und dort gemäß den ihnen eingeräumten Rechten zu leben, aber diese Entwicklung muß in gemäßigtem Tempo vor sich gehen und darf nicht dazu angetan sein, das Mißvergnügen jener hervorzurufen, die eher geneigt sind, den Streit zu verschärfen -als Gelegenheit zur Verständigung zu suchen. Die Herbeiführung einer arabisch-jüdischen Versöhnung liegt durchaus im Bereiche der Möglichkeit. Für die Zukunft sehe ich keinen Anlaß zu Konflikten, ich hoffe, daß die Differenzen geglättet werden und daß das Land sich in Frieden und Fortschritt entwickeln wird. Viel hängt davon ab, daß beide Teile sich als befähigt erweisen, zu geben und zu nehmen und die Differenzen in der richtigen Art auszugleichen. Ich hege Bewunderung für den von den jüdischen Kolonisten erzielten Fortschritt. Sümpfe wurden in blühende Gärten verwandelt, seit Jahrhunderten brach liegendes Land wurde kultiviert. Die zionistische Bewegung hat Grund, auf dieses Werk stolz zu sein. Tel-Awiw ist ein Juwel am Halse Palästinas. Wenn der Fortschritt in dem nächsten Jahrzehnt so weiter geht, so wird das Heilige Land ein Zentrum von Kunst, Kultur und Zivilisation. Voraussetzung hierfür ist, daß das Judentum in der ganzen Welt, nicht nachläßt in der Unterstützung der Sache, die von der zionistischen Bewegung vertreten wird. Ich hoffe, daß mein Vorschlag betreffend Vermehrung des landwirtschaftlichen Bodens in Palästina von allen jenen unterstützt werden wird, die an dem Aufbau des Jüdischen Nationalheims interessiert sind. Ich möchte keinen Zweifel darüber bestehen lassen, daß ich den nationalen jüdischen Aspirationen nicht feindlich gegenüberstehe. Ich habe volles Verständnis für die zionistischen Gesichtspunkte, habe in Palästina diese Frage mit Führern wie Dr. Ruppin und Dr. Arlosoroff, beide bemerkenswerte Männer, wie sie den Kredit eines Volkes ausmachen, erörtert. Ich wünsche, daß das Wagnis in Palästina zum Wohle der Juden wie der Araber gelingen soll. Personalia 60. Geburtstag Lazarus Goldschmidts Der bekannte Gelehrte und Bibliophile Lazarus Goldschmidt feierte am 17. Dezember 1931 seinen 60. Geburtstag, Goldschmidt, der aus Litauen stammt, kam in jungen Jahren nach Deutschland, wo er in Berlin und Straßburg Orientalistik studierte. Abgesehen von d-er Herausgabe von äthiopischen und hebräischen Handschriften und Fachschriften auf dem Gebiete der orientalischen Sprachen ist Goldschmidt vor allem als Übersetzer des Talmud ins Deutsche weithin bekannt geworden. Seit 1895 arbeitet der Gelehrte an dieser Übersetzung — eine Leistung, die vor ihm wiederholt versucht, aber von niemandem bewältigt worden war. Von 1896 angefangen erschienen acht Foliobände der großen Ausgabe seiner deutschen Talmudübersetzung. Diese enthält auch den von ihm nach der berühmten Talmudausgabe des christlichen Druckers Bömberg (Venedig 1520—1523) und nach eigenem handschriftlichen Material neu revidierten hebräischen Text. Die Schlußbände dieser Ausgabe sind bereits im Manuskript fertig, aber noch nicht erschienen. Seit 1928 ist hingegen seine neu durchgesehene und überarbeitete deutsche Übertragung des Babylonischen Talmud in einer zwölfbändigen populären Ausgabe des Jüdischen Verlags, Berlin, im Erscheinen begriffen. Bisher liegen von dieser populären Ausgabe fünf Bände vor, während die weiteren in den nächsten Jahren ausgegeben werden sollen. Auch die Bibel und den Koran hat Lazarus Goldschmidt neu übersetzt. Berühmt ist seine umfangreiche Bibliothek, die kostbare Schätze, darunter neben wertvollen modernen Fressen-Drucken viele hebräische Inkunabeln enthält.

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