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Das jüdische Echo · 1931-12-25 · 52 (25.12.1931) · p. Seite 699

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
52 (25.12.1931)
Date
1931-12-25
Page
Seite 699 (sequence 7)
Language
German
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1 Nr. 52 Das Jüdische Echo <‘99 Palästina den Juden erlan würde, Waffen zur Selbstverteidigung zu tragt Der Unlerslaatssekrefär die Kolonien, Sir Robert Hamilton, erwiderltlch kenne nicht die Gründe für die Behauplun.aß die Unsicherheit in Palästina zun im ml, auf jedFall kann sich Colonel Wedgwood auf den Hightmmissioner verlassen, der, wo nötig, besondere utzmaßnahmen, außer den bereits bestehenden, efehlen wird. Wedgwood: Ist Sir RobcHamilton über die Ermordung zweier junger Juc unterrichtet? Weiß er, daß in Palästina 22 Mordairch Araber begangen worden sind? Sir Robert Hamilton: Es i de hierüber vom High Commissioner ein Bericht gefordert, der Bericht ist noch nicht eingetroffen. Aus der jüdisct>n Welt „Der Hetztkott“ Wiesbaden, 10. Dezoer. Im Verlag Westdruckerei Wiesbaden (Dobimer Straße 26) erschien soeben „Der Hetzb«ott“ von Dr. Rudolf Wertheimer. Rechtsanwalti Zweibrücken, unter Mitarbeit von Dr. Erich hr, Rechtsanwalt in Kaiserslautern Die Verfass, bringen unter Verwendung der neuesten Retsprechung eine zusammenfassende Arbeit übeden Boykott. In Zergliederung der verschiedene Spielarten des „Boykotts“ wird die richtige Iterscheidung herausgearbeitet zwischen den übren Formen des Boykotts und den besonderen, *i den Verfassern als .Hetzboykott“ bezeichnetememagogisch-politischwirtschaftlichen Maßnahmen sie weisen dadurch der Rechtsprechung einen kren und neuen Weg zur wirksamen Bekämpfungiiner rechts- und sittenwidrigen Kampfmethode. Verfügung gegen den Boykct jüdischer Geschäfte Breslau, 18. Dezember!JTA.) Die Breslauer Nationalsozialisten haben ihriantijüdische Boykott- Propaganda im Hinblick ai das Weihnachtsgeschäft verstärkt. Der „Scbsische Beobachter“ vom 5. Dezember wies au dem Titelblatt drei Zeichnungen auf, die unmiblbar nebeneinandergestellt sind. Auf der erste sieht man ein Bild mit der Überschrift: „So haen Juden Jesus ans Kreuz genagelt“, nebenan siet man „Die Christen zur Weihnachtsmesse jüdischr Warenhäuser strömen“, schließlich sieht man och eine Gestalt am Strick baumeln mit der Überchrift: „Konkurs, der letzte Schritt eines kleinen Geschäftsmannes als Folge großjüdischer Warenhuspolitik“. Auch in den anderen Teilen der Zeitng, insbesondere im Inseratenteil, sind Boykottpanlen enthalten. Nunmehr hat das Breslauer Lancgericht im Aufträge von 15 jüdischen Firmen, entsprechend einem von Rechtsanwalt Foerder gestehen Anträge, eine einstweilige Verfügung gegen de Redakteure, den Verlag und den Drucker des .Schlesischen Beobachters“ erlassen: „Den Antragsgegnern wird aufgegeben: Anzeigen und Veröffentlichungen zu unterlassen, die den wirtschaftlichen Boykott jüdischer Geschäftsleute unter Hinweis auf ihre Zugehörigkeit zum Judentum bezwecken.“ In der Begründung sagt das Gericht, daß dieser Boykott als den guten Sitten widersprechend anzusehen ist und daß die Darstellung in den auf der ersten Seite angebrachten Bildern den im politischen Leben gebotenen Anstand verletzt. Antisemitische Studentenausschreitungen in Posen Posen, 17. Dezember. (JTA.) Die antisemitischen Ausschreitungen der nationalistischen polnischen Studenten in Posen haben unter der Posener Judenheit ungeheure Empörung ausgelöst. Der antisemitische „Curjer Poznanski“ sucht die Angelegenheit zu bagatellisieren und teilt mit, eine Gesellschaft „Jüdische Kultur“ wollte im Evangelischen Haus ein Referat über das Thema „Die Geschichte der jüdischen Kultur“ veranstalten, und das könnten nationale Polen nicht zulassen. Die Zeitung meldet weiter, daß mehrere tausend Personen gegen die „jüdische Aktion im polnischen Posen“ protestiert haben, wobei im ganzen zehn bis fünfzehn Juden mehr oder weniger schwer verletzt wurden. In Wirklichkeit wurde der Rezitationsabend von dem jüdischen Schauspieler Weisliz allein arrangiert. Die Zahl der Verletzten ist mindestens dreimal so hoch als die von „Curjer Poznanski“ angegebene. Die randalierenden Studentenhuligans begaben sich, nachdem sie durch ihren Überfall die Veranstaltung im „Evangelischen Hause“ verhindert hatten, in kleineren Gruppen in verschiedene Stadtviertel, wo sie jüdische Passanten überfielen und schwer mißhandelten, wobei wiederum mehrere Juden verletzt wurden. Die Polizei verhaftete 22 Exzedenten, setzte sie aber gleich wieder auf freien Fuß. W a r s c h a u , 18. Dezember. (JTA.) Zu den letzten Ereignissen in Posen wird noch milgeteilt, daß der jüdische Rezilationsabend, der Anlaß zur Terrorisierung der jüdischen Bevölkerung durch die polnischen Studenten gegeben hat, von den Veranstaltern auf Ersuchen der Polizei allgesagt gewesen war, daß aber mehrere Personen, die hiervon keine Kenntnis hatten und in den Saal kamen, Opfer des Huligan- Üherfalls geworden sind. Zwölf von ihnen wurden schwer verletzt. Während die Studenten mörderisch auf die jüdischen Männer und Frauen einschlugen, schrien sie: „Juden morden christliche Polen! Wir wollen jüdisches Blut sehen! Nieder mit der jüdischen Kultur!“ Eine 81 jährige jüdische Frau wurde zum Denkmal „Herz Jesu“ geschleimt und dort so lange mit Stöcken mißhandelt, bis sie ohnmächtig liegen blieb. Auch ein lOjähriges Kind wurde fürchterlich geschlagen. Am nächsten Tag wiederholten sich die Exzesse; Studenten mißhandelten Passanten im jüdischen Viertel, unter ihnen einen Herrn Schwarz so sehr, daß an seinem Aufkommen gezweifell wird. Unter der jüdischen Bevölkerung herrscht Panik, niemand wagt sicn abends auf die Straße. Die neue spanische Verfassung und die Juden M a d r i d , 11. Dezember. (JTA.) In der jüdischen Gemeinde zu Madrid herrscht Genugtuung über die Annahme der Verfassung der spanischen Republik durch die Nationalversammlung, da diese Verfassung religiöse Freiheit für alle garantiert. Es herrscht jedoch Enttäuschung über die Bestimmung in der Verfassung, die es dem Staate verbietet, den Konfessionen finanzielle Unterstützung zu gewähren. Die junge jüdische Gemeinde, die finanziell sehr zu kämpfen hat, wird nun die ihr bisher geleistete Subsidie zur Erhaltung der vor kurzem erbauten Synagoge nicht mehr bekommen. Die in der Verfassung enthaltenen Bestimmungen, daß die Friedhöfe in Zukunft der zivilen Jurisdiktion unterworfen sind, und daß keiner Relegion gestaltet ist, gesonderte Friedhöfe zu unterhalten, wird zur Folge haben, daß der noch unter der Regierung des Königs Alfonso mit großen Kosten angelegte jüdische Friedhof wird aufgelassen werden müssen. Warnung an Juden vor Einwanderung nach Frankreich Paris, 9. Dezember. Das Komitee der in Frankreich eingewanderlen Juden erläßt eine Warnung

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