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Das jüdische Echo · 1931-12-11 · 50 (11.12.1931) · p. Seite 673

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
50 (11.12.1931)
Date
1931-12-11
Page
Seite 673 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 50 Das Jüdische Echo 673 Neue hebräische Wandkarte Man kann dem Keren Kajemeth zu der Herausgabe einer modernen hebräischen Wandkarte mit hebräischen Ortsnamen gratulieren, die er in diesem 50. Jahre moderner jüdischer Entwicklung in Palästina und dem 30. Jahre seines eigenen Bestehens herausgebrachl hat, auf der der jüdische Bodenbesitz eingezeichnet ist. Die Karle wurde von dem bekannten palästinensischen Kartographen I)r. Brawer gezeichnet. Mil ihren drei Nebenkarten — Verteilung unter die Stämme Israels, das südliche Edom und ein Plan von Jerusalem — wird diese Wandkarte ein kostbares Gut sein, das unser Wissen über Erez Israel bereichert. Für jüdische Schulen wird es von unschätzbarem Werl sein und das Bedürfnis nach einer modernen Paläslinakarte befriedigen, das sich seil langem fühlbar machte. Der Keren Kajemeth verdient unseren Dank für diese Arbeit. Haifa“Bagdad per Eisenbahn und Luftverkehr Es zeigt sich immer mehr, daß Palästina tatsächlich für Großbritannien ein strategischer Punkt für die Verbindungslinien des Reiches ist. Der Luftverkehr des Imperiums von Bagdad nach Indien benutzt jetzt den Kinerelhsee als seine Station im Nahen Osten; hier gehen jetzt einmal wöchentlich die Wasserflugzeuge nieder, und die Fahrt geht dann mit Landflugzeugen weiter. Sobald der Hafen von Haifa fertig gebaut ist, wird die Station dorthin verlegt werden. Der Kette der britischen Reichsverbindungen wird jetzt ein neues Glied hinzugefügt werden: Die tiaifa- Bagdad-Eisenbalinlinie und die Pelroleum-Röhrenleilung von Mossul, die in Haifa enden soll. Die Vermessungen für die Eisenbahn sind eben abgeschlossen; dieselbe wird 080 Meilen lang sein. Die Vermessung wurde von sechs verschiedenen Vermessungsgruppen durchgeführt, die unter der Leitung von Ll. Col. J. K. Robertson arbeiteten, und zu gleicher Zeit wurde eine wissenschaftliche und technische Prüfung des Weges unternommen. Es wurden die wirtschaftlichen Bedingungen und die Verkehrsaussichten der zu durchlaufenden Länder untersucht. Wenn mit dem Bau wirklich begonnen wird, wahrscheinlich in einigen Jahren, so werden dabei tausende von Menschen für mindestens fünf Jahre Beschäftigung finden. Die Linie geht durch den Emek Jesreel, wo der Keren Kajemeth große Besitzungen hat. Bei dem steilen Aufstieg aus dem Jordantal, von 830 Fuß unter dem Meeresspiegel zu einer Höhe von 29 000 Fuß der Berge von Moab, werden sieben Tunnels und zehn Viadukte gebaut werden müssen. Eine Brücke wird auch über den Jordan führen. Das größte Bauwerk an dieser Linie wird aber die große Eisenbahnbrücke über den Euphrat sein, die in der Nähe der asphalthaltigen Sümpfe von Hit im Irak errichtet werden wird. Diese Brücke wird den Fluß in einer Breite von 1058 Fuß überqueren. Haifa steht also die bemerkenswerteste Entwicklung in der modernen Zeit bevor, infolge seines ausgezeichneten Hafens, als Endpunkt der Bagdadbahn und der Rohölleilung und mit den großen industriellen Unternehmungen, die in Haifa schon heule bestehen oder errichtet werden sollen. Vor kurzem wurde hier mit der Ausführung der ersten Bauten auf K.K.L.-Boden nach dem Plan einer Arbeitervorstadt begonnen, deren Errichtung von der Palestine Economic Corporation finanziert wird. Julian L. Meitzer. «K Unerquickliches Um den toten Lesser Ury Am Grabe des jüngst verstorbenen Malers Lesser Ury hielt der Präsident der Jüdischen Volksparlei, Dr. Klee, eine Rede, in welcher er* von dem toten Künstler sagte: ,,Einer der größten jüdischen Künstler, dessen Zionsliehe ihn immer wieder zum höchsten Schaffen, begeistert hat.“ Über diese „taktlose Parteirede“ erhoben die „Deutschen mosaischer Konfession“ ein großes Geschrei. Sie protestierten dagegen, daß die Zionisten den Maler für ihre Partei reklamierten! Dabei war Dr. Klee wirklich berechtigt, Lesser Ury mit dem Zionismus in Verbindung zu bringen, denn der Verstorbene bewarb sich bei den Wahlen zur Berliner Judengemeinde im November 1930 auf der zionistischen Liste um ein Mandat Das macht nichts aus, schreien die Herren Niehtzionisten, und in der Berliner „Jüdisch-liberalen Zeitung“ gibt ein Herr Hugo Willenberg, Vorstand der Berliner B.-B.-Logen und Bekannter des Verstorbenen, folgende Auslassung zum besten: „Ury stand allerdings bei den letzten Wahlen auf der Liste der Volkspartei. Aus welchem Grunde er sich da mit aufschreiben ließ, gebe ich hiedurch unter meiner persönlichen vollen Verantwortung bekannt, es waren Urys eigene Worte, die ungefähr lauteten: „Sie wissen, daß ich mit Herrn und Frau Kareski seit Jahren bekannt bin, sie haben mir vielfach Bilder abgekauft und mich öfter zu einer Tasse Bouillon eingeladen; grade jetzt hat die Jüdische Gemeinde, deren Vorstand Herr K. ist, mir durch Dr. Karl Schwarz einige teure Bilder abgekaufl, was in der heutigen schweren Zeit besonders willkommen ist. Da konnte ich es aus Dankbarkeit gegen Kareski nicht ablehnen, mich auf die Liste setzen zu lassen/ Ury war ganz bestimmt kein Zionist und es scheint mir nicht würdig, nun einen Gefeierten, der sich nicht mehr erklären kann, für sich zu beanspruchen.“ Also, da hätten wir wieder die bösen Zionisten ertappt! ... Es ist merkwürdig, was für Begriffe von „Würde“ die Assimilationsjuden haben, wenn sie gegen Zionisten losgehen. Der gute B. B. Herr Wittenberg glaubt, Herrn Dr. Klee eins versetzt zu haben. In Wirklichkeit hat er dem Toten einen sehr schlechten Dienst erwiesen und sein eigenes Gefühl für Würde als durchaus minderwertig enthüllt. Nach seiner Auffassung ist es unwürdig, einen, der auf einer zionistischen Liste kandidiert, als Zionisten zu betrachten. Aber das Gemisch von Bouillon, Bilderkäufen und oolitischen Kandidaturen hält er für würdig. Schön! Aus der jüdischen Welf Abbau-Debatte in der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin, 4. Dezember. (JTA.) In der Sitzung der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin wurde eine Anfrage der Liberalen Fraktion betreffend die Grundsätze für die zurückgenommen bzw. für die neuausgesprochenen Kündigungen behandelt. Der Verwaltungfdirektor der Gemeinde, Dr. Walter Breslauer, begründete die Notwendigkeit eines Beamtenabbaues vor allem damit, daß eine Verwaltung wie die der Jüdischen Gemeinde, deren Einkünfte vorwiegend auf Freiwilligkeit gegründet sind, mehr als jede andere Verwaltungsbehörde darauf bedacht sein muß, ihren Etat in Ordnung zu halten. Man habe anfänglich 120 Kündigungen ausgesprochen, weil man noch nicht übersehen konnte, welche Kräfte man entbehren

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