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Das jüdische Echo · 1931-11-20 · 47 (20.11.1931) · p. Seite 639

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
47 (20.11.1931)
Date
1931-11-20
Page
Seite 639 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 47 Das Jüdische Echo 639 der allgemeinen Weltlage wird wie die gesamte Touristik auch die Palästinatouristik leiden müssen. Aber gerade heute bietet Palästina Investitionsmöglichkeiten, die sicherer sind als die in vielen anderen Ländern. Und eine solche Veranstaltung wie die Messe liefert eine einzigartige Gelegenheit, sich einen Überblick über die wirtschaftlichen Leistungen und Möglichkeiten Palästinas zu verschaffen, die wohl mancher benutzen wird, der sich mit dem Gedanken einer Investition im Lande trägt. Bei guter Vorbereitung, Anteilnahme aller Faktoren, die für das Gelingen des Werkes hilfreich sein können und einer großzügigen Propaganda kann die Levante-Messe 1932 zu einem Erfolg werden. Wenn auch bei der mehr als unruhigen Weltlage niemand absehen kann, wie die Verhältnisse in einem halben Jahre sich gestalten werden, so sind doch die Voraussetzungen für ein Gelingen vielleicht größer als sie je gewesen sind. Louis D. Brandeis 75 Jahre Washington, 12. November. (JTA.) Am 13. November 1931 vollendet Louis Dembitz Brandeis, Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten, einer der prominentesten Führer der amerikanischen Judenlieit und Vorkämpfer der Idee des Jüdischen Nationalheims in Palästina, sein 75. Lebensjahr. Die amerikanische Judenhe.it und insbesondere die amerikanischen Zionisten werden diesen Tag festlich begehen. Amerikanischjüdische Führer, wie der Vizegouverneur von New York, Herbert H. Lehman, Felix M. Warburg, Adolph S. Ochs, Jacob de Haas, und viele andere veröffentlichen durch die Jüdische Telegraphen^ Agentur Grüße an den Jubilar. Louis I). Brandeis wurde am 13. November 1856 in Louisville im Staate Kentucky geboren, studierte Rechtswissenschaft und war bis 1916 als ein sehr gerühmter Anwalt in Boston tätig. 1916 wurde er von seinem Freund, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, Woodrow Wilson, zum Richter am Obersten Gerichtshof in Washington ernannt, eine bei dem besonderen staatsrechtlichen Charakter dieses Gerichtshofes seltene Auszeichnung. 1917 berief ihn Wilson zum Vorsitzenden einer Kommission, die die Materialien für die Friedensverhandlungen sammelte. Er war es auch, der W'ilson für die Idee des jüdischen Nationalheims in Palästina und für die Zustimmung zu einer Politik im Sinne der Balfour-Deklaration gewann. 1919 wurde Brandeis von Wilson zu einem der amerikanischen Bevollmächtigten für die Friedensverhandlungen in Versailles ernannt. Brandeis konnte sich jedoch nicht nach Versailles begeben, weil der erste Richter des Obersten Gerichtshofes seine Anwesenheit in Washington für unentbehrlich hielt. Brandeis setzte sich für die demokratische Organisierung des amerikanischen Judentums als des stärksten jüdischen Machtfaktors ein, um die Berücksichtigung jüdischer Forderungen bei der Friedenskonferenz durohzusetzen. Schon 1915 hatte er sich an die Spitze der Bewegung zur Schaffung eines demokratischen amerikanischjüdischen Kongresses gestellt. Der Kongreß selbst trat nach Kriegsende zusammen. Die von Brandeis geführte Bewegung hat viel dazu beigetragen, die politische Bedeutung des amerikanischen Judentums deutlich hervortreten zu lassen und die englische Regierung in ihrer Absicht, die Schaffung eines jüdischen Nationalheims zu proklamieren, zu bestärken. Brandeis hat an den Vorbereitungen zur Balfour-Deklaration und ihrer Formulierung auch direkt mitgearbeitet. Die Pittsburger Landeskonferenz der amerikanischen Zionisten, im Jahre 1918, wählte Brandeis zum Ehrenvorsitzenden der Landesorganisation. Im Juli 1920 präsidierte Brandeis der Londoner Jahreskonferenz der zionistischen Gesamtorganisat'iion. Ju London vertrat er die Auffassung, daß es notwendig sei, einflußreiche, an Palästina interessierte Nichtzionisten, zur Organisation heranzuziehen und mit diesen Männern eine neue starke Executive zu bilden „auf Grund ihres Sachverständnisses und des Zutrauens, das das Weltjudentum zu diesen Männern hat“. Den zionistischen Galuth- Nationalismus lehnte Brandeis ab. Obwohl Brandeis 1920 zum Ehrenpräsidenten der Zionistischen Executive gewählt wurde, war die Differenz zwischen seinen Forderungen und Anschauungen vorn Zionismus und denen der Majorität der Organisation so groß, daß die Mehrheit der amerikanischen Zionisten sich 1921 gegen ihn und für Weizmann entschied. Auf der Convention in Cleveland wurde die „Brandeis-Gruppe“ gestürzt und Brandeis zog sich mit 36 anderen führenden Zionisten von der Organisation zurück und führte eine selbständige zionistische Arbeit. Seit einiger Zeit arbeiten Brandeis und seine Freunde wieder führend innerhalb der Zionistischen Organisation Amerikas, das ihm angebotene Präsidentenamt hat Brandeis jedoch aogelehnt. Aus der jüdischen Welt Eröffnung der Verbindung Awukah im K. I. V. Berlin, 11. November (JTA.) Im Hause der Jüdischen Gemeinde Berlin, Rosenstraße, wurde die Verbindung Awukah im K. I. V. feierlich eröffnet. Nach einleitenden Worten des Präsidenten Egon Rosenberg, nach Verlesung von Begrüßungstelegrammen, und nachdem durch Kolja Rubinstein seitens der neuen Verbindung ernsthaftes zionistisches Bemühen versprochen worden war, ergriff Kurt Blumenfeld, Vorsitzender der Z. V. f. D., das Wort zum Hauptreferat des Abends. Er sprach vom Bewußtseinswandel der Menschheit, die den Glauben an die alleinseligmachende Vernunft verloren hat und sich mehr und mehr vom Triebhaften leiten läßt. Durch solche Entwicklung werden alle Assimilationsversuche illusorisch gemacht. Man kann heute nicht mehr rationalistisch beweisen, ob man einem Volk angehört oder nicht, wesentlich wird der natürliche Zusammenhang, die Abstammung. Der Abend wurde mit dem Hatikwah-Gesang beschlossen. Eduard Engel 80 Jahre Berlin, 12. November. (JTA.) Der hervorragende deutsche Literarhistoriker, Professor Eduard Engel, vollendete am 12. November sein 80. Lebensjahr. Er wurde 1851 in Stolp (Pommern) geboren, war seit 1882 Leiter des Stenographischen Büros des Reichstags, 1879 bis 1887 war er Redakteur des „Magazins für die Literatur des In- und Auslands“, 1903 erhielt er den Professorentitel. Er veröffentlichte eine große Reihe von literaturgeschichtlichen Werken, u. a. eine Geschichte der französischen, der englischen und der deutschen Literatur, eine Ausgabe von Heines Memoiren, Bücher über Shakespeare, Byron und Goethe u. a. m. Sehr volkstümlich wurden seine Schriften „Sprich deutsch“, „Gutes Deutsch“, „Deutsche Meisterprosa“, „Deutsche Stilkunst“, „Deutsche

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