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Das jüdische Echo · 1931-10-23 · 43 (23.10.1931) · p. Seite 591

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
43 (23.10.1931)
Date
1931-10-23
Page
Seite 591 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 43 Das Jüdische Echo 591 * U Aus der jüdischen Welt Die zionistischen Ersparnis-Maßnahmen Infolge der finanziellen Lage mußte die Jewish Agency in Palästina ihren Beanitenapparat weiter ■verkleinern. Am 14. d. M. wurde beschlossen, 30' Beamte abzubauen. Der Gesamtslab, der 1929 nach 130 Personen umfaßte, wird damit auf 60 reduziert. Es ist ohne weiteres klar, daß diese radikalen Veränderungen nicht ohne Wirkung auf die Arbeit bleiben können. Zugleich wird durch die Verpflichtung zur Zahlung von Abfindungen ein erhebliches finanzielles Erfordernis erzeugt, so daß sich die Ersparnisse erst später auswirken werden. Bei der notwendig gewordenen Reduktion des laufenden Budgets wurde das landwirtschaftliche Budget um 10 000 Pfund gekürzt, das Budget des Technikums in Haifa um 2000 Pfund, die Abendkurse der Waadath Hatarbuth der jüdischen Arbeiterschaft um 1200 Pfund, Immigration und Arbeit um 3000 Pfund, Kupalh Cholim um 2000 Pfund, die landwirtschaftliche Versuchsstation um 2000 Pfund, das Handels- und Industrie-Department um 1300 Pfund. Das landwirtschaftliche Budget soll einer Nachprüfung unterzogen werden, aus der sich vielleicht noch weitere Kürzungen ergeben werden. Die Exekutive hat, wie sie mitteilt, hei ihren Entschlüssen eine Reihe von finanziellen Experten zu Rate gezogen. Die schwerste und einschneidendste Kürzung entfällt auf das Erziehungs-Department, von dem 20 000 Pfund gestrichen wurden. (Diese Frage behandeln wir an anderer Stelle.) Die Exekutive erklärt, daß ■ohne eine solche Kürzung des Erziehungs-Budgets die Existenz einer Reihe von landwirtschaftlichen .'Siedlungen bedroht wäre. Die hebräischen Schulen in Palästina noch geschlossen Jerusalem, 13. Oktober. (JTA.) Der Beschluß der Lehrerschaft der hebräischen Schulen, am Montag, dem 12. Oktober, die Schulen der Jewish Agency wieder zu eröffnen, ist nicht zur Durchführung gelangt. Der Beschluß der Lehrerschaft batte zur Voraussetzung, daß das vom 17. Zionistenbongreß angenommene Erziehungsbudget bestehen bleibt, die Exekutive der Jewish Agency hält aber an ihrem Beschluß fest, das Schulbudget in diesem Jahre um 20 000 Pfund zu kürzen. Jerusalem, 14. Oktober. (JTA.) Der Verband der hebräischen Lehrer Palästinas ersuchte den Präsidenten der Jewish Agency Nahum Sokolow und die Mitglieder der Exekutive H. Farbstein und Emanuel Neuman, nach Palästina zu kommen, um eine Lösung der Krise des Schulwerks der Jewish Agency herbeizuführen. Der Verband teilt mit, daß die Lehrerschaft -entschlossen sei, freiwillig den Unterricht in den Schulen zu beginnen. Jüdische Handelsstatistik in Palästina Jerusalem, 6. Oktober. (JTA.) Die Statistische Abteilung der Exekutive der Jewish Agency führt zur Zeit eine statistische Erhebung über den jüdischen Handel in Palästina durch. In Tel-Awiw wurden 2100 Engros- und Detail-Unternehmungen und Restaurants aufgenommen. Der Umfang des inländischen Geschäftes, zu dem auch Geschäftsabschlüsse zwischen den verschiedenen Kaufleuten des Landes (zwischen Grossisten und Detaillisten usw.) gehören, betrug im Jahre annähernd 3 Millionen Pfund. In Jerusalem wurden 800 Geschäfte mit einem gemeinsamen jährlichen Umsatz von annähernd 1 500 000 Pfund verzeichnet. Aus dem Zensus geht hervor, daß 50 bis 60% der verkauften Nahrungsmittel im Lande produziert werden. Louis French Mitglied des Kabinettsrats der Palästina-Regierung Jerusalem, 14. Oktober. Der Direktor des Landenlwieklungsplans Louis French wurde zum Mitglie’d des Kabinettsrates der Palästinaregierung, dem bisher nur der High Commissioner, der Chefsekrelär, der Oberstaatsanwalt und der Schatzmeister angehört haben, gewählt. Sokolow und Brodetsky beim High Commissioner London, 15. Oktober. (JTA.) Der Präsident der Jewish Agency Nahum Sokolow und das Mitglied der Exekutive der Jewish Agency Dr. S. Brodetsky besuchten heute den neuen High Commissioner für Palästina, General Arthur Grenfell Wauehope, auf dessen Einladung in seiner Londoner Wohnung. Die Unterredung der Führer der Jewish Agency mit dem neuen High Commissioner dauerte über eine Stunde. Tiberias wichtige Station der Indien-Luftfahrtroute London, 17. Oktober. (JTA.) Fred Montague, der im früheren MacDonald-Kabinett Unterstaatssekretär für Luftfahrtwesen gewesen ist, teilt im „Evening Standard“ mit, daß Tiberias am 17. Oktober eine wichtige Station der neuen Reichsluftfahrtroute nach Indien geworden ist. Die Post aus London wird Tiberias am Dienstag abend, Bagdad und Basra am Mittwoch nachmittag, Buschir am Donnerstag vormittag, Karachi am Freitig abend und Delhi am Sonnabend nachmittag erreichen. Lesser Uri gestorben Berlin, 18. Oktober. Der bekannte Maler Lesser Uri ist am 18. Oktober gestorben. Lesser Uri war am 7. November 18f>2 in Birnbaum geboren und gehörte zu Ausgang des vorigen Jahrhunderts zu den bekanntesten deutschen Künstlern. Auch in der jüdischen Kunst hat er sich einen bedeutenden Namen erworben. Dr. I. Kastan, der Nestor des deutschen Journalismus, gestorben Berlin, 14. Oktober. (JTA.) Am 14. Oktober früh verstarb in Berlin der Senior der Berliner Journalisten Dr. Isidor Kastan im Alter von 91 Jahren. Er wurde 1840 in Kempen geboren, schlug die ärztliche Laufbahn ein, wandte sich aber kurz darauf literarischer und journalistischer Tätigkeit zu und war jahrzehntelang Leiter des Teils für innere Politik am „Berliner Tageblatt“. Auch die Kunstkritik und das wissenschaftliche Referat waren seine Domänen. Der Verein Berliner Presse ehrte Kastan aus Anlaß seines 90. Geburtstages, indem er eine seiner Stiftungen nach Kastan benannte. Von seinen Schriften sind u. a. zu nennen: „Berlin wie es war“, „Kastans Panoptikum“, sowie seine jüdischen Erinnerungen. Ein Heim für erwerbslose jüdische Jugendliche Berlin, 16. Oktober. (JTA.) Am 14. Oktober fand die Eröffnung des vom Landesausschuß Berlin der jüdischen Jugend verbände gemeinsam mit dem Jugendpflegedezernat der Jüdischen Gemeinde errichteten Heimes für erwerbslose Jugendliche statt. Im Hause Auguststraße 14/15 sind vier Räume als Erwerbslosenheim hell und freundlich eingerichtet worden.

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