Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 43 (23.10.1931)
- Date
- 1931-10-23
- Page
- Seite 589 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 43 Das Jüdische Echo 589 fallen würde. Es braucht nicht erst betont zu werden, welch ungeheure Härte dies den frommen Juden und Millionen Angehörigen anderer Konfessionen, die ihrem geheiligten historischen Ruhetag treu bleiben wollen, bringen würde. London, 14. Oktober. (JTA.) „Times“ geben die Rede von Chief Rabbi Dr. Hertz zustimmend wieder und fügen hinzu, der Chief Rabbi habe keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Juden keine Entscheidung irgendeiner zivilen Behörde, die dem jüdischen Gesetz zuwider ist, anerkennen werden; dieser religiöse Standpunkt verdiene es, daß die Christen ihm Respekt entgegenbringen. „Times“ drückt die Hoffnung aus, daß die Mehrzahl der Menschen es vorziehen werden, den jetzt geltenden Kalender zu behalten, da der vorgeschlagene Reformplan schlimmere Nachteile mit sich bringt, als der gegenwärtige Kalender im Gefolge hat. Die Vertreter Hollands und Italiens nahmen entschieden Stellung gegen die radikale Kalenderreform. Der Vatikan erklärte in einem Schreiben an die Konferenz, daß die römische Kurie in der Lage sei, einen Beobachter zur Konferenz zu schicken, da die Kurie das Problem einer Kalenderreform für ein durchaus religiöses hält, das eine weltliche Körperschaft nicht lösen könne. Das amerikanische Judentum und die Kalenderreform Genf, 14. Oktober. (JTA.) Im Verlauf der vierten allgemeinen Konferenz der Völkerbundkommission für Verkehr und Transit, die sich in der Hauptsache mit dem Plan einer Kalenderreform befaßt, hielten zwei Vertreter des amerikanischen Judentums, Herr Arthur I. Levine und Dr. Elkan N. Adler, als Repräsentanten des Komitees für Erhaltung der Stabilität des Sabbath, Ansprachen, die das volle Interesse der Konferenz gefunden haben. Genf, UL Oktober. (JTA.) Nachdem die Konferenz der Völkerbundkommission für Verkehr und Transit die Erklärungen der verschiedenen Beobachter angehört hatte, trat sie in die Erörterung der auf der Tagesordnung stehenden Fragen der Stabilisierung der bisher mobilen Feiertage (Ostern) und der Reform des gregorianischen Kalenders ein. Zu der Frage der Stabilisierung des Osterfestes sprach sich die Mehrzahl der Vertreter der verschiedenen Regierungen positiv aus. Äustrittsbeschlüsse der deutschen Revisionisten Der deutsche Landesverband der Revisionisten teilt uns die folgenden Beschlüsse mit, die auf der Landeskonferenz der deutschen Revisionisten am 11. d. M. gefaßt wurden; „1. Die Z. V. f. D. und ihr Organ, die „Jüdische Rundschau“, haben seit Jahren in grundsätzlichen politischen Fragen des Zionismus eine Haltung eingenommen, die nach revisionistischer Auffassung mit den Zielen der zionistischen Bewegung unvereinbar ist und nach innen und außen schädliche Wirkung gehabt hat. Nach dem XVII. Zionistenkongreß, dessen Mehrheit sich unzweideutig in Gegensatz zu der von der Z. V. f. D. und der „Jüdischen Rundschau“ vertretenen Auffassung des Zionismus gestellt hat, ist keinerlei Änderung in der Haltung der Leitung des deutschen Zionismus eingetreten, vielmehr wird von dieser Seite die Bekämpfung des Revisionismus und die Propagierung der vom Kongreß zurückgewiesenen Politik des früheren Präsidenten der Zionistischen Organisation mit größter Schärfe weiter getrieben. 2. Der deutsche Landesverband der revisionistischen Union protestiert gegen die einseitige und intolerante politische Haltung der Leitung des deutschen Zionismus, durch welche die Z. V. f. D. aus einer neutralen Arbeitsorganisation aller zionistischen Gruppen zu einer einseitigen Kampforganisation gegen den Revisionismus umgewandelt worden ist. 3. Zum Zeichen des Protestes beschließt die Konferenz; a) die revisionistischen Mitglieder des Landesvorstandes der Z. V. f. D. legen ihre Ämter nieder, b) die deutschen Revisionisten beteiligen sich nicht am Delegiertentag der Z. V. f. D., c) die Landeskonferenz stellt fest, daß die Mitglieder des Landesverbandes der Zionisten-Revisionisten nicht verpflichtet sind, der Z. V. f. D. und ihren lokalen Organisationen anzugehören. Die deutschen Revisionisten können, soweit die Umstände dies erforderlich erscheinen lassen, als Einzelpersonen oder als lokale Gruppen den Ortsgruppen der Z. V. f. I). angehören, die Konferenz empfiehlt aber den Mitgliedern des Landesverbandes den Austritt aus den Ortsgruppen bzw. aus der Z. V. f. D. und die Begründung selbständiger revisionistischer Gruppen.“ Der Geschäftsführende Ausschuß der Z. V. f. D. hat sich in seiner Sitzung vom 14. Oktober mit den Beschlüssen des Landesverbandes Deutschland der Union der Zionisten-Revisionisten beschäftigt und in Ausführung der vom Landesvorstand erteilten Vollmacht folgende Beschlüsse gefaßt: Das Verhalten einer Organisation, die ihren Mitgliedern den Austritt aus der Z. V. f. D. empfiehlt,, untergräbt die Grundlagen der Einheitlichkeit unserer Arbeit, stellt ferner eine schwere Provokation dar und wirkt parteischädigend. Die Zugehörigkeit zu einer solchen Organisation ist daher mit der Zugehörigkeit zur Z. V. f. D. unvereinbar. Der G. A. stellt fest, daß nach wie vor Zionisten jeder Richtung in der Z. V. f. I). ihren Platz haben und daß die hier ausgesprochene Unvereinbarkeit sich keineswegs gegen die Gesinnung der Revisionisten richtet, sondern gegen das parteischädigende Verhalten ihrer Landesorganisation. Gleichzeitig hat der G. A. beschlossen, an die Exekutive in London die Anfrage zu richten, wie sich die Exekutive gegenüber den Beschlüssen der Zionisten-Revisionisten von Calais zu verhalten gedenkt. Landesvorstand der Z. V. f. D. Am Sonntag, dem 11. Oktober, fand unter dem Vorsitz des Präsidenten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Kurt Blumenfeld, eine Sitzung des Landesvorstandes statt. Außer den Mitgliedern des Landesvorslandes und Vertretern von Ortsgruppen nahmen zahlreiche Gäste an der Sitzung teil. Der Landesvorstand begrüßte insbesondere Herrn Dr. Weizmann, die Herren Dr. Schmarja Levin, Motzkin, I. Sprinzak, Dr. Hugo Herrmann (Brünn). Die Tagung war als Auftakt für die Winterarbeit der Z. V. f. D. in erster Linie einer Aussprache über Inhalt und Argumentation unserer Propaganda unter den gegenwärtigen Bedingungen gewidmet. Vorliegende schriftliche Referate wurden von Dr.Wolfsberg zusammengefaßt, der dann einleitend noch ein mündliches Referat erstattete. An der außerordentlich lebhaften Debatte beteiligten sich die Herren