Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 37 (11.9.1931)
- Date
- 1931-09-11
- Page
- Seite 518 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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518 Nr. 37 Das Jüdische Echo einer ernsten Prüfung rufen wir Euch zu: Erfülle ein Jeder seine Pflicht gegenüber dem erstehenden Jüdischen Nalionalhcim! Niemand schließe sich aus bei der Notaktion über Palästina! London, September 1'991, Jerusalem, El ul 569 L Nahuin Sokolow, Präsident der Jewisli Agency und der Zionistischen Organisation. O. E. d’Avigdor Goldsmid, Vorsitzender des Council der Jewish Agency. Ch. Arlosoroff; J. B. Berkson; S. Brodelskv; H. Farbstein; M. B. Hexter; Bernhard Kahn; Bert Locker; Emanuel Neumann; Werner Senator; Mitglieder der Exekutive der Jewish Agency.“ Die zionistische Executive über ihren Arbeitsplan. London, 2. September. (JTA.) Die Exekutive der Zionistischen Organisation erläßt das folgende Manifest: Zionisten! Die Exekutive der Zionistischen Organisation erachtet es als ihre Pflicht, bei Übernahme der ihr durch den 17. Zionistenkongreß auferlegten Pflichten und Verantwortlichkeiten, der zioinistischen Well die flauptrichtlinien ihres Arbeitsplanes zu unterbreiten und alle Zionisten zur tätigen, freudigen Mitarbeit aufzufor(lern. Die p o 1 i t i s e h e A r beit der Jewish Agency bleibt von überragender Bedeutung für unsere Bewegung. Die Mandatarmacht rüstet zur aktiven Anteilnahme an der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas, und es muß jetzt die erste Sorge der Exekutive sein, über die Rechte des jüdischen Volkes zu wachen, wie sie in der Balfour-Deklaration und im Mandat niedergelegl und garantiert sind. Unser Vertrauen in die Gerechtigkeit und Weisheit der Mandatarmacht und die Heiligkeit internationaler Verpflichtungen ist durch die Schicksalsschläge und Enttäuschungen der vergangenen zwei Jahre nicht zerstört worden. Der Anspruch des jüdischen Volkes auf eine von künstlichen Beschränkungen freie Einwanderung, auf die Möglichkeit des Bodenerwerbes und auf die ungehinderte wirtschaftliche, politische und kulturelle Entfaltung seines Lebens in Palästina wird die Basis der Verhandlungen mit den Vertretern Großbritanniens bilden. Vorurteil und Mißverständnisse trüben noch unsere Beziehungen mit d e r a r a b i s c h e n B e v ö 1 k e r u n g Palästinas. Die Erklärung der neuen Exekutive, die dem Kongreß bei seiner letzten Sitzung unterbreitet wurde, gab dem unwandelbaren Wunsch der Judenheit Ausdruck, aktive Maßnahmen auf ökonomischem, sozialem und politischem Gebiet zu treffen und friedliche Beziehungen und die Annäherung zwischen Juden und Arabern in Palästina herbeizuführen, von dem Grundsatz ausgehend, daß ohne Rücksicht auf die numerische Stärke keines der beiden Völker das herrschende, keines das beherrschte sein soll. Die Exekutive wird der Lösung dieses Problems besondere Sorgfalt zu wenden und wird geduldig und unermüdlich daran arbeiten, Verdacht und Mißtrauen aus dem Wege zu räumen, so daß Juden und Araber lernen, einander zu achten und in ihrem gemeinsamen Interesse an der Entwicklung des Landes in Harmonie zu arbeiten. Das jüdische nationale Heim kann nur auf der Grundlage p r oduktive r A r beit in L a n d - w i r t s c h a ft, In d u-strie u n d H a n d e 1 errichtet werden. Das Ideal der „Arbeit“ war und bleibt die Triebfeder unseres Werkes und der Quell der Begeisterung für alle Juden in jedem Winkel der Diaspora. Der Chaluz, der nach Palästina gehl, und der auf dem Boden oder in der Werkstatt arbeitet, und der Jude, der außerhalb Palästinas hilft, die finanziellen Mittel für unser nationales Werk zu beschallen, müssen zusammenstehen in gegenseitigem Vertrauen, damit unseren Bemühungen voller Erfolg zuteil werde. Die furchtlose Haltung des Palästinensischen Jischuw angesichts von Not und Gefahr muß allen Juden als ein leuchtendes Beispiel zionistischer Pflichterfüllung vor Augen stehen, und wir müssen politischen Schwierigkeiten und finanziellen Nöten mit der Würde und Disziplin einer Nation gegeniiberlrelen. Wir müssen mit verdoppelter und verdreifachter Energie Hindernisse überwinden, deren Ursachen nicht immer unserer Beeinflussung zugänglich sind. Die Exekutive der Zionistischen Organisation richtet an jeden einzelnen Zionisten die Aufforderung, sich mit unbeirrbarem Eifer cl e r Arbeit f ii r d e n K e r e n H a j e s s o d und den Iv e r e n K a j e m e t h zu widmen und dazu beizutragen, daß der Erwerb von Boden in Palästina und seiner Nutzbarmachung für das fortdauernde Wachstum des jüdischen Nationalheims in Land und Stadt keine Unterbrechung erfahrt. Die Exekutive richtet ihre Aufforderung an jeden einzelnen Juden, sich den Reihen unserer Mitarbeiter anzuschließen, zu helfen, und freigebig und willig ihren Tribut beizutragen, wenn unser Fonds an ihre Opferwilligkeit appellieren. Vor allem aber fordert die Exekutive von denen, die den Ehrentitel eines Zionisten tragen, mit dem Beispiel freudigen Opfermutes voranzugehen und den anderen den Weg zu zeigen, wenn sie in ihrem Beitrag für unser nationales Werk sich bis zur äußersten Grenze des Möglichen besteuern. Land w irisch a f l 1 i c h e K o 1 o n i s a l i o n auf der Grundlage n a t i o n a 1 e r V o 1 k s beitrage muß ausgebaut und konsolidiert werden. M i t t e 1 s 1 a n d s k o 1 o n i s a t i o n , basiert auf privater Initiative, aber unterstützt durch unsere zentralen Institutionen, muß systematisch entwickelt werden. Die Exekutive wird nach diesen beiden Richtungen hin alles tun, was in ihrer Macht steht und vertraut dabei auf die Mitarbeit aller Volksschichten und Gruppen. Es wird das Bemühen der Exekutive sein, auf dem G e b i e t e d e r O r g a n i s a t i o n neue Initiative und Entschlossenheit zur Geltung zu bringen. Die Zionistische Organisation muß erweitert, ihr geistiger Charakter muß herausgearbeilel und verlieft werden, so daß die Organisation nicht bloß einen mechanischen Apparat darstellt, sondern einen großen Bruderbund des Judentums, erfüllt von gemeinsamer nationaler Entschlossenheit. Die Exekutivewird es sich angelegen sein lassen, die zionistische P r o p a g a n d a , insbesondere unter der Jugend, auf der breiten Grundlage jüdisch-nationaler Anschauungen, in ihrer Anwendung auf das jüdische Problem der Gegemvart und auf die Hoffnungen des Judentums für die Zukunft, auszubauen. In Erez Israel und im Galulh wTerden Anstrengungen gemacht w erden, den G e b r a u c h d e r h e b r ä - i s c h e n S p r a c h e und das Studium ihrer geistigen Schätze zu fördern. Die Jewish A g e n e v in ihrer in Zürich im August 1929 erweiterten Form muß zu einem starken Werkzeug konstruktiver Aufbauarbeit geschmiedet werden. Wenn dies in den letzten zwei Jahren nicht erreicht wurde, so waren ungünstige äußere Umstände und der Verlust an führenden Persönlichkeiten durch tragische Todesfälle hierfür verantwortlich. Die Exekutive der Zionistischen Organisation wird mit unseren Partnern in der erweiterten Agency in jeder nur möglichen Weise kooperieren, um von der Welljudenheit in immer wachsendem Maße Hilfe für den Aufbau des nationalen Heimes zu erlangen.