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Das jüdische Echo · 1931-09-04 · 36 (4.9.1931) · p. Seite 509

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
36 (4.9.1931)
Date
1931-09-04
Page
Seite 509 (sequence 17)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 509 sunken ist. Während der Anteil der Juden an der Gesamlbevölkeruug New Yorks 27,4 Prozent beträgt, macht die Zahl der Juden in den fünf großen Staatsgefängnissen, in denen Verbrecher aus New York Strafen verbüßen, nur 8 Prozent aus. Während vor siebzehn Jahren in der staatlichen Besserungsanstalt für Zwölf- bis Achtzehnjährige aus New York 59 Prozent der Insassen jüdische Knaben waren, war die Zahl der jüdischen Zöglinge in dieser Anstalt am 1. Juni nur mehr 5 Prozent. Gegenwärtig ist sie bereits auf 3,56 Prozent gesunken. Von den Gefangenen in Elmira sind 6,7, von denen in Sing-Sing 10,6 Prozent Juden. I nter den 511 Mädchen, die im Gefangenenhalis für weibliche Jugendliche untergebracht sind, befinden sich nur sieben Jüdinnen. Die Zahl der jüdischen Kinder, die sieh vor dem Jugendgerichtshof zu verantworten hatten, ist auf 12,1 Prozent aller Angeklagten gesunken, während noch vor wenigen Jahren der Prozentsatz 33 betrug. Die Abnahme der jüdischen Kriminalität führt der Verfasser auf die vorbeugende Tätigkeit der auf jüdisch-sozialem Gebiet arbeitenden Persönlichkeiten, insbesondere auf das Wirken des verstorbenen Richters am Jugendgerichlshof Julius M. Mayer und des verstorbenen Philanthropen Jacob H. Schiff zurück. Die neue Organisation der jüdischen Gemeinden im Irak. Bagdad, 18. August. (JTA.) Als Resultat von Verhandlungen zwischen Führern der jüdischen Gemeinden in Bagdad und Mitgliedern der Regierung ist vor kurzem eine Gemeindeordnung für die jüdischen Gemeinden veröffentlicht worden. Der beabsichtigte, alle Juden umfassende Verband ist nicht gegründet worden, sondern es sind Einrichtungen für die Großgomeinden Bagdad, Basrah und Mossid, sowie für die kleineren Gemeinden getroffen worden. Die Bestimmungen lauten: Die Großgemeinden erhallen einen Präsidenten, einen Oberrabbiner, einen Generalral und einen Laienrat. Bagdad, die größte der Gemeinden, erhält außerdem einen geistigen Rat. Der Präsident, der Oberrabbiner und die Ralsmitglieder müssen Bürger des Irak sein. Der Präsident wird durch königlichen Erlaß ernannt und evtl, abberufen. Er beruft den Generalral und den Laienrat ein und vertritt die Gemeinde der Regierung gegenüber. Der Laienral, der sich in Bagdad aus 8, in kleineren Gemeinden aus 4—6 Mitgliedern zusammensetzt, verwaltet die Stiftungen und Wohlfahrtseinrichtungen, die Schulen und das Sleuerwesen. Der Generalrat in Bagdad besteht aus 60 Personen, von denen 7 Rabbiner sein müssen; in den anderen Gemeinden setzt er sich aus 20—40 Personen zusammen. Der Generalrat vollzieht die Wahl des Präsidenten, des Oberrabbiners und des Laienrals, überwacht die Verwaltung der Laienräte, entsendet 7 Mitglieder in den geistigen Rat und entscheidet über Fragen, die ihm vom geistigen Rat vorgelegl werden. Der geistige Rat überwacht die Ausbildung der Rabbiner und wacht über das geistige Wohl der Gemeinde. In den drei Großgemeinden wird ein religiöser Gerichtshof eingesetzt, der Angelegenheiten des Personenstandes, wie Heirat, Scheidung, Testamentsvollstreckung usw. zu erledigen hat. Über Streitigkeiten innerhalb der jüdischen Gemeinden entscheidet der Justizminister. Die Zahl der .luden im Irak beträgt 110000; es leben in Bagdad 70 000, in Basrah 6000, in Mossul 3000, in einigen anderen Städten 3000 oder 4000 Juden. Die Witwe Achad Haams gestorben. J e r u s a I e m , 31. August. (JTA.) Die Witwe des vor wenigen Jahren verstorbenen großen hebräischen Denkers Achad llaam (Ascher Ginzberg) ist am 31. August, vormittag, in Haifa gestorben. Die Bestattung findet am Dienstag, dem 1. September, auf dem Friedhof in Tel-Awiw statt; die Verstorbene wurde neben ihrem Manne beigesetzt. Weile Kreise der Bevölkerung von Tel-Awiw nahmen an dem Trauerakt teil. Der Sohn der Verstorbenen, I)r. Shlomo Ginzberg, Registrator an der Hebräischen Universität, der sich zuletzt in Paris aufhiell, war nach Erhalt der Nachricht über die schwere Erkrankung seiner Mutter nach Palästina zurückgekehrt. JJL | Feuilleton || || 1 llllllll Bibel und Talmud im Photo Einen überaus originellen und geglückten Versuch, europäischen Augen die Welt der Bibel und des lalmudischen Judentums durch sachentsprechende Bilder aus dem modernen Palästina plastisch nahezubringeii, legt der katholisch-holländische Privatgelehrte und Reiseschriftsleller Frank Schollen mit seinem Monumentalwerk „Palästina, Bibel, Tal m u d , Iv o r a n“ vor; dem dankenswerten Unternehmen hat der Verlag Julius Hoffmann in Stuttgart eine herrliche Aufmachung bereitet. Das Werk unterscheidet sich grundsätzlich von den bisherigen Bildwerken zur Bibel. Wir hatten entweder illustrierte Archäologien, wie die von Benzinger, Soloweitsehik, Greßmann, Jeremias u. a., die das Bildmaterial (der Landschaft, der Ausgrabungen, der erhaltenen Denkmäler usw.) s y s t e m a t i s e h gruppierten; oder a 1 p h a b e t i s c h geordnete Nachschlagewerke wie das „Jüdische Lexikon“ mit seinem vielseitigen Anschauungsstoff, die Bibel- Lexika u. a.; oder in der Reihenfolge der biblischen Text e künstlerische Darstellungen biblischer Szenen und Gegenstände (Dore, Lilien, Abel Pann; Ehrensteins Sammelwerk), die jedoch als freie Erfindungen einer späteren Zeit für die echte Anschauung der jüdischen Antike wertlos sind. Schölten gliedert nun sein Bildwerk r ä u m lieh und vereint zunächst in den beiden ersten Bänden, die bisher erschienen sind (Band 1 „Jaffa, die Eingangspforte“; Band II „Jaffa, die Schöne“), alles, was er in J a f f a und dessen Umgebung mit biblischen Augen gesehen hat. Und da er sich nicht nur an das tote Material hält, sondern aus Haus und Hof, von Markt und Straße das pulsierende Leben in geradezu vollendeten eigenen Photos eingefangen hat, bringt er — so Künstler wie Forscher, ein neuartiger Bibel- und Talmud-Kommentator, stets auf der Jagd nach der rechten Illustration für einen Vers — eine Fülle visueller Erläuterungen zu den alten Texten, die auf eine neue Weise wieder leben, atmen, sprechen. Schölten, dem Palästina so vertraut ist, wie die entlegensten Stellen des Alten und Neuen Testaments, sieht z. B. (ich greife irgendwelche Blätter des Werkes heraus) die vergitterten Fenster arabischer Häuser, da denkt er sofort an Stellen wie Sehir haschirim 2, 9, Misehle 7, 6, Schoftim 5, 28 u. a. Er knipst einen Familientransport auf Kamelen und reproduziert die Szene mit dem Hinweis auf Rebekkas Umzug Beresehit 24, 61. Oder der Besuch des Gerberviertels im südlichen Jaffa erinnert ihn an die vielfachen Aussprüche über Gerber im Talmud, die er neben den Bildern auch zitiert. Er zeigt uns die 99957

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