Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 36 (4.9.1931)
- Date
- 1931-09-04
- Page
- Seite 501 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 501' von der Firma Aufschläger’s Nachfolger, die Stückarbeiten von der Firma Ludwig Leichmann, die Glasarbeiten von den Firmen Gebr. Seligmann und Oskar Böhm, die Malerarbeiten von der Firma M. Haller, das Parkett von der Firma E. Holzapfel, die elektrischen Einrichtungen von der Firma Ing. Rosenberg, G. m. b. H., die Beleuchtungskörper von der Firma T. Sufrin, Wasser von der Firma Kleofaas und Knapp (Geschäftsführer Leo Sänger), die Heizung von der Firma Johannes Hag A.-G., die Kunstschlosserarbeiten von der Firma Josef Wolf, die Kunstverglasungen von der Firma Hofglasmalerei van Treeck, die Gesamtmöblierung von der Firma Mt. Ballin. Die Kosten blieben mit 160 000 RM. knapp unter dem Voranschlag von 163 000 RM. Fabrik und Ausstellung: Deisenhofenerstr.28.Tramhaltesfelle Linie 12. Tel. 492 821 Die Windfänge und Fenster wurden eingeglast von Glasermeister Thierschstraße 39 Telefon 26103 Das Haus für Alle, die gut und billig kaufen wollen. Kein Laden mehr, nur noch Deisenhofenerstr. 28 Ein lehrreicher Fall Dal.} die allgemeine wirlscbafIliehe Enlwicklung in der ganzen Welt den Millelstand schwer trifft, ist nicht zu leugnen. Da die Juden in den meisten Ländern zum Mittelstand gehören, werden sie schon durch diese Zugehörigkeit relativ stärker von der Weltwirtschaftskrise betroffen als andere Schichten der Bevölkerung. Zu dieser prinzipiell gegen die Juden wirkenden Tendenz tritt überdies, überall wo es eine Judenfrage gibt — und in welchem Lande gibt es keine? — ein wirtschaftlicher Antisemitismus, der die Situation zusätzlich belastet. Ein lehrreicher Fall spielte sich vor einigen Tagen in Rumänien ab, der in der ganzen Welt Aufsehen erregte. Eines der größten und ältesten Bankhäuser Rumäniens, die Firma der Brüder Bercovilz, geriet in Zahlungsschwierigkeiten. Die Nachricht von diesem Ereignis wurde in der gesamten Weltpresse registriert. Der Fall Bank Bercovilz in Bukarest ist ein Schulbeispiel dafür, daß die Volkswirtschaft eine politisch und konfessionell differenzierte Behandlung nicht verträgt. Die rumänische Nalionalbank, die nach ihrer bisherigen Praxis anderen Banken beizuspringen pflegte, wenn sie in Schwierigkeiten gerieten, hat kostbare Wochen unter Ausflüchten gezögert, der Bank der Brüder Bercovitz zu helfen, und dieses Zögern hat der Volkswirtschaft Rumäniens einen Schaden zugefügt, der vielleicht nicht mehr gulzumachen sein wird. Die Brüder Bercovilz (Bukarest) sind vielleicht die reichsten Juden des Landes. Man nennt sie die rumänischen Rothschilds. Ihr beweglicher und unbeweglicher Besitz zählt nach vielen Millionen. Die Firma Bercovilz besieht schon seit zwei Generationen. Die Inhaber waren und sind seriöse und korrekte Bankfaehmänner, und der Reichtum der Firma ist ni< ht das Produkt eines Kriegsgewinnerlums, sondern jahrzehntelanger, fleißiger und verständnisvoller Bankarbeit. Aber wenn die Schuldner einer Bank nicht zahlen, gerät auch die solideste und wohldolierfesle Bank in Zahlungsschwierigkeiten. Es liegt im Wesen des Kapitalismus, daß Kapitalien nicht ungenützt :n den Kassenschränken liegen dürfen. Die Bank als der sichtbarste Ausdruck des kapitalistischen Systems muß die bei ihr deponierten Einlagen durch tausend Kanäle in die allgemeine Volkswirtschaft hinüberleiten. Der höhere Ertrag der an Dritte vergebenen Spareinlagen ergibt die Möglichkeit, den Einlegern einen Zinsertrag zu sichern. Aber unmöglich kann die Bank allen Einlegern auf einmal die Spareinlagen rückzahlen und wenn — was heutzutage so allgemein geworden ist — auf eine Bank ein Run gemacht wird, ist sie verloren, wenn man ihr niciit sofort mit Barmitteln zu Hilfe eilt. Andeic Großbanken in Rumänien wären schon längst zusammengobroehen, wenn nicht die Nationalbank als das verantwortliche Zentrum der Volkswirtschaft ihnen mit ganzen Ladungen von Banknoten zu Hilfe gekommen wäre. Als man vor kurzem auf die Bank Bercovilz einen Run machte, weil das allgemeine Mißtrauen auch die Sicherheit einer Bank von dem Range und der Tradition der Bank Bercovitz in Zweifel zog, streckte sie hilfesuchend ihre Hand aus zur rumänischen Nalionalbank. Die Brüder Bercovilz konnten um so mehr auf die Nationalbank rechnen, als sich ein starkes Paket von Aktien der Nalionalbank gerade