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Das jüdische Echo · 1931-08-21 · 34 (21.8.1931) · p. Seite 478

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
34 (21.8.1931)
Date
1931-08-21
Page
Seite 478 (sequence 10)
Language
German
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478 Das Jüdische Echo Nr. 34 iiDirnr l Feuilleton II) I III ll|l 1 1 III II Die jüdische Polizei in Tel-Äwiw Das zehnjährige Jubiläum — Der Horra tanzende Polizist — Gemütlichkeit und Disziplin Tel-Awiw feiert den zehnjährigen Bestand seiner jüdischen Polizei. Es ist ein Stück jüdischer Geschichte Palästinas, das verknüpft ist mit der Entstehung der Polizei und ihrer Entwicklung. Zur Zeit der türkischen Herrschaft, knapp vor Ausbruch des Weltkrieges, gab es in dem Gebiet, das damals zu Jaffa gehörte, noch keine jüdische Polizei. Unmittelbar nach der Besitzergreifung Palästinas durch England wurde in Tel-Awiw eine jüdische Polizei gegründet. Die englische Regierung anerkannte die jüdische Polizei und gab ihr die Erlaubnis, Abzeichen mit dem Text „Polizei der Stadt Tel-Awiw“ in hebräischer Sprache zu tragen. Wie man weiß, gehörten viele Polizisten der gewesenen jüdischen Legion an, unter denen es einzelne sehr interessante Typen gibt: so den Polizeichef Meir Spektor, einen Mann, der jeden Tag Tefillin legt. Bezeichnend ist der Umstand, daß die Araber im August 1929 den Überfall auf Tel-Awiw gerade zur Morgenstunde machten, da der Polizeichef mitten im Frühgebet hielt, was ihn aber nicht abhielt, zur Abwehr des Angriffs mit den Tefillin auf dem Kopf auf die Straße zu eilen. Unter den Polizisten befindet sich auch der Sohn des%hebräischen Schriftstellers A. S. Rabinowitsch, ein Mensch, der sich durch besondere Opferwilligkeit und Güte auszeichnet. Einmal bekam er den Auftrag, am Meeresufer Nachtwache zu halten. Des Morgens fand er sich ohne Mantel im Polizeiamt ein und wurde daher sofort zum Rapport bestellt. Hier gab er die Erklärung ab, daß er in der Nacht seinen Mantel einem armen Jungen gegeben habe, der am Meeresufer schlief und nichts zum Zudecken hatte, aber der Junge hätte schließlich „vergessen“, ihm den Mantel zurückzugeben. Zu den Funktionen der Polizei gehört auch die Obsorge der nächtlichen Ruhe. Bis zwölf Uhr nachts darf man auf der Gasse lärmen und tanzen. Doch kommt es oft vor, daß Chaluzim spät abends an den Strand kommen und eine Horra bis nach den Chzos (Mitternachtsgebet) tanzen. Wenn nun ein Polizist ersucht, man möge mit dem Tanzen aufhören, nimmt man ihn einfach in den Reigen herein und — welcher Jude in Erez Israel tanzt nicht gern Horra? — es bleibt ihm nichts anderes übrig als mitzutun bis er sich schließlich aus dem Reigen reißt und sich verschämt nicht hören macht, daß auf der Straße weitergetanzt wird. Eine komische Szene spielte sich einmal ab, als ein jüdischer Polizist in die Lage kommen sollte, am Sabbat ein Protokoll zu schreiben. An einem Sabbat brach einmal zwischen der Gerer und den Czortköwer Chassidim eine Schlägerei aus. Man rief die Polizei und vom Polizeikommissariat wurde zufällig ein Polizist beordert, der ein Enkel Vereinigte Vereine „Linafh#Hazedek"und „Agudass Achim" Am Sonntag, dem 23. August 1931, vormittags 10 bis 12 Uhr, erfolgt im Neubau, Reichenbachstr. 27 Vermietung der Synagogenplätze Auskünfte erteilen auch zu anderen Zeiten die Herren Leopold Buchaster, Reichenbachstr.23 - Tel.25903 und M. Stiefelzieher, Columbusstr. 2 ■ Tel.41692

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