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Das jüdische Echo · 1931-08-14 · 33 (14.8.1931) · p. Seite 462

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
33 (14.8.1931)
Date
1931-08-14
Page
Seite 462 (sequence 6)
Language
German
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462 Nr. 33 Das Jüdische Echo eine Woche eingestellt, In ihrer letzten vor dem Beginn des Zeitungsstreiks veröffentlichten Nummer vom 9. August erklärt „Al Hayat“, die Palästinaregierung sei an der augenblicklich in Palästina herrschenden Erregung schuld. Die Regierung, schreibt das Blatt, verursache alle Unruhen in diesem Lande. Bestünden nicht das sträfliche Mandat und das jüdische Nationalheim, würde die Regierung nicht die jüdischen Kolonien bewaffnen, so wäre es niemals zu Unruhen oder Erregung gekommen. „Haam“ verboten J e r u s a 1 e m , 9. August. (JTA.) Die Palästinaregierung hat die revisionistische Tageszeitung „Haam“ verboten, ln der offizellen Begründung des Verbots wird erklärt, „Haam“ habe der Regierung den Vorwurf gemacht, sie habe die arabische Hetzkampagne unterstützt. 24stündigcr Chauffeurstreik in Paläistina Auch der Verkehr mit Transjordanien unterbrochen — Vollkommen ruhiger Verlauf Jerusalem, 7. August. (JTA.) Am Donnerstag, dem 6. August, fand ein 24stündiger Streik der Chauffeure Palästinas statt. Der Streik hatte auch auf Transjordanien übergegriffen; die Verbindung zwischen Jerusalem und Amman war unterbrochen. Es ist nirgends zu Ruhestörungen gekommen. Die Palästinaregierung hatte die Vertreter der Handelskammer, der Lohnautobesitzer und der Chauffeure zu einer Konferenz eingeladen, um in letzter Minute den Ausbruch des angekündigten Chauffeurstreiks zu verhüten. Auf Vorschlag der Regierungsvertreter war beschlossen worden, eine Kommission zur Untersuchung der augenblicklichen Lage der palästinensischen Industrie, die sich durch den angekündigten Streik in ihren Interessen schwer bedroht sah, einzusetzen. An die Organisationen der Lohnautobesitzer und der Chauffeure ist der Appell gerichtet worden, von der Proklamierung eines Streiks bis zur Veröffentlichung des Berichtes dieser Kommission abzusehen. Der Verband der Chauffeure hat zu den Vorschlägen der Konferenz in einer ganztägigen Beratung Stellung genommen und im Hinblick auf die Zugeständnisse der Regierung beschlossen, die Dauer des Streiks auf 24 Stunden zu beschränken. Durch den Streik sollte der Protest dagegegen, daß die Regierung nicht alle Forderungen der Chauffeure erfüllt hat, zum Ausdruck gebracht werden. In dem Kampf des Lohnautogewerbes gegen die Regierung wurde eine vollkommen geschlossene jüdisch-arabische Front hergestellt. Obwohl die jüdischen Autobesitzer und Chauffeure sich im Hinblick auf die noch immer gespannte Atmosphäre in Palästina in diesem Zeitpunkt nur schwer zum Anschluß an den Streik entschließen konnten, haben sie dem Streikbeschluß doch aus Solidaritätsgründen zugestimmt. Auch die arabischen Autobesitzer und Chauffeure waren von der Notwendigkeit eines Streiks bei der nunmehr gegebenen Sachlage nicht durchaus überzeugt. In jüdischen Kreisen ist man der Ansicht, daß die Proklamierung des Streiks zum Teil auf einen von Seiten der arabischen nationalistischen Politiker ausgeübten Druck auf die arabischen Mitglieder der Berufsverbände des Autogewerbes zurückzuführen ist. Regierung und arabische Hetze Jerusalem, 5. August. (JTA.) Im Hinblick darauf, daß die arabische Agitation gegen die Juden in der Presse und in Versammlungen einen Grad der Intensität erreichte, wie er etwa vor dem Ausbruch der Unruhen im Jahre 1929 festzustellen war, hatte eine jüdische Deputation, bestehend aus den Herren Colonel Kisch. Ben Zwi, Elmaleh, Smilanski und Golum, beim High Commissioner, Sir John Chancellor, vorgesprochen, um ihren Befürchtungen über die möglichen Folgen dieser Verhetzung Ausdruck zu verleihen. Im Verlauf der Unterredung wurden Fragen der allgemeinen Sicherheit und der Maßnahmen anläßlich des bevorstehenden Chauffeur-Streiks besprochen. Der High Commissioner, Sir John Chancellor, erklärte, die Regierung werde entsprechende Maßnahmen gegen die Pressehetze ergreifen. Militär und Polizei seien hinreichend stark und gerüstet, jeden Versuch, Ruhe und Ordnung zu stören, im Keim zu ersticken. Über den Verlauf der Unterredung wurde ein offizielles Communique herausgegeben, in dem auch die Maßnahmen der Regierung angesichts des bevorstehenden Chauffeurstreiks bekannt gegeben werden. Der Chefsekretär der Palästinaregierung, M. A. Young, berief darauf die Redakteure sämtlicher in Palästina erscheinenden Tageszeitungen zu sich. Er empfing zunächst die Redakteure der arabischen Blätter und dann gesondert die jüdischen Pressevertreter. Chefsekretär Young warnte die Zeitungen davor, Hetzartikel zu veröffentlichen. An die Vertreter der jüdischen Presse richtete er im besonderen die Aufforderung, die Regierung nicht zu beschuldigen, daß sie die Araber bei der Aufreizung zu Angriffen oder bei deren Vorbereitung unterstütze, denn dies entspreche nicht den Tatsachen. Schließlich ermächtigte Chefsekretär Young die Vertreter der Presse, folgende Erklärung zu veröffentlichen; Die Regierung hat die Situation vollkommen in der Hand. Sie ist zur Unterdrückung etwaiger Unruhen viel besser gerüstet als im Jahre 1929. Ein beruhigendes Communique Jerusalem, 5. August. (JTA.) Infolge der in letzter Zeit mit besonderer Heftigkeit betriebenen Agitation der arabischen nationalistischen Kreise gegen die Institution der versiegelten Waffenlager in jüdischen Kolonien hat sich die Palästinaregierung veranlaßt gesehen, in einem offiziellen Communique darzulegen, wie es zur Einrichtung dieser Waffenlager gekommen ist. In dem Communique wird ferner erklärt, die Regierung betrachte die Anlage dieser Waffendepots als richtige Maßnahme, die der Politik der Regierung entspricht und die sie nicht ändern wolle. An die arabische Presse wird die Aufforderung gerichtet, die Agitation gegen diese Einrichtung aufzugeben, widrigenfalls energische Maßnahmen gegen sie ergriffen werden würden. Die Veröffentlichung des Communiques durch die Palästinaregierung hat wesentlich zur Entspannung der Atmosphäre beigetragen. Die von maßgebender Stelle wiederholt abgegebene Erklärung, daß die Regierung für alle Eventualitäten gerüstet sei und die Situation vollkommen beherrsche, hat ungemein beruhigend gewirkt. Auf Ersuchen einer Delegation amerikanischer Juden, bestehend aus Alter Levin und den Rabbinern Löwenstein, Kauffman und Hattenbaum, die Schutz für die amerikanischen Juden in Measchearim und ein Eingreifen der amerikanischen Regierung für den Fall von Unruhen forderte, hat der amerikanische Konsul Knabeshue beim High Commissioner, Sir John Chancellor, vorgespro-

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