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Das jüdische Echo · 1931-07-31 · 31 (31.7.1931) · p. Seite 442

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
31 (31.7.1931)
Date
1931-07-31
Page
Seite 442 (sequence 10)
Language
German
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442 Das Jüdische Echo Nr. 31 richtet war, steht bettelarm vor sich selbst. „Er ist gestorben! Aber bin ich auch nicht längst ge' storben?“ sagt Fischbein leise und geht in die Vergessenheit. Roesmann ist gerecht genug, uns neben dem abstoßenden Nur-Geldmenschen auch andere jüdische Typen zu zeigen. Da ist z. B. der Bruder Aron Salomonowitsclfs Naum, ein romantischer Zionist, der nach Palätsina geht, oder Dodja, Tischbeins Sohn, der seine Tage mit kleinen Flirts und der mühseligen Produktion schlechter Lyrik verbringt und nur darauf bedacht ist, den „Tischbein“ in sich zu ersticken. Eine Gestalt von unvergeßlicher Eindringlichkeit ist auch der Schames Reb Salmann, der, was das Vermitteln von Ehen anlangt, dem Himmlischen immer rührig unter die Arme greift. Mit viel Liebe ist der jüdische Kommunist Rabinowitsch gesehen, der nicht zuletzt die Schuld an Fischbeins jähem Untergänge trägt. Matwej Roesmanns Buch birgt eine große Gefahr i<n sich: die Verallgemeinerung. Verallgemeinerung aber ist, wie wir alle wissen, eine vielgeübte Untugend — vor allem jüdischen Dingen gegenüber. Fritz Rosenlhal. * Ein Ghetto im Osten (Wilna). 65 Bilder von M. Vorobeichic. Eingeleitet von S. Cheeour. Orell Eiißli-Verlag, Zürich, Leipzig 1931. (Schaubücher 27, Herausgeber Dr. Emil Schaeffer). Ein herrliches Buch! Die Bilder, die hier gezeigt werden, sind von unerhörter Schärfe, von einer Kraft der Vision, die erschütternd ist. Wie die Dinge und die Menschen in diesen engwinkligen, stickigen Gassen sind, was sie treiben, womit sie handeln, wie sie aussehen, ihre Synagogen, ihre Wohnungen, das alles ist in einer Eindringlichkeit gezeigt, die meisterhaft ist. Es ist eine ganz großartige Leistung sowohl der Photographie als auch der Wiedergabetechnik. Seht Euch diese Bilder an, wenn ihr einen Begriff vom ostjüdischen Menschen bekommen wollt! Die Einleitung von Clmeour ist gut, aber sie könnte dichter und tiefer sein. Das rote Rußland. Von Theodor Seibert. Verlag Knorr Hirth G. m. b. H„ München. Seibert war vier Jahre Moskauer Berichterstatter der Münchener Neuesten Nachrichten — besondere Freundschaft für den Sowjetstaat wird man bei ihm also nicht voraussetzen dürfen; die kritische Haltung, die er einnimmt und die ja überhaupt geboten ist, bleibt aber im wesentlichen gelassen; sie ist fundiert, hält Niveau und argumentiert geschickt. Ob alles, was Seibert beschreibt, richtig ist, könnte nur ein ausgezeichneter Rußlandkenner beurteilen; interessant und darum lesenswert ist es jedenfalls. Seine Ausführungen über das Judentum in Sowjetrußland decken sich mit dem, was auch jüdische Beobachter sagen; er tritt dem Märchen von dem jüdischen Bolschewismus energisch entgegen, glaubt aber, daß trotz sowjet-offizieller Verurteilung des Antisemimus die antisemtische Grundhaltung des russischen Volkes nicht geschwunden ist, ja im Gegenteil in Zukunft wieder anwachsen wird. 1. E. Gemeinden- und Vereins-Echo Jüdischer Gesangverein E. V. Unser Ehrenmitglied, Herr Emil C ahn, vollendet am 4. August sein 70. Lebensjahr. Herr Cahn ist Mitbegründer unseres Vereins und war einige Jahre erster Vorstand. Unter seiner Führung hat der Verein einen erfreulichen Aufstieg genommen. Mit seiner großen Sangesfreudigkeit und seinem gesunden Humor hat sich der Jubilar viele Freunde erworben. J. S. Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth. Fast hundert Gesinnungsgenossen hatten sich zu unserem auf Dienstag, den 21. ds., im Sitzungssaal der israelitischen Kultusgemeinde Nürnberg anberaumten Ortsgruppenabend eingefunden, der für die Berichterstattung über den XVII. Zionisten- Kcngreß und über die diesem vorangegangene Konferenz der . Wizo“ in Basel bestimmt war. Her*- Dr. Meinhcld N u ß b a u m (Nürnberg), der als Delegierter der Allgemeinen Zionisten am Kongreß teilgenommen hatte, erstattete ein ungewöhnlich lebendiges und klares Referat über den Verlauf und die Bedeutung des Kongresses, in dem er u. a. auch die zionistischen Verdienste des aus der Exekutive ausscheidenden Herrn Dr. Felix Rose n b 1 ii t h würdigte. Wie der Vorsitzende der Ortsgruppe, Herr Dr. Liebstädter, zuireffend bemerkte, wurde durch dieses Referat den Anwesenden, soweit es überhaupt möglich ist, auch ein Mitempfinden der Atmosphäre ermöglicht, die den eigentlichen und besonderen Reiz der Zionistenkongresse ausmacht. Sodann erstattete Frau Gitta H i 1 1 m a n n (Nürnberg), die als Delegierte die „Wizo“konferenz besucht hatte, einen ausführlichen, sehr instruktiven und wohltuend temperamentvollen Bericht über den Verlauf und das Ergbenis der Beratungen der zionistischen Frauen. Auch ihre Ausführungen wurden sehr beifällig aufgenommen. Ein besonders erfreuliches Ergebnis des Abends war die einstimmige Annahme einer auf Grund der Diskussion spontan von Herrn Dr. NulJb a u m eingebrachten Resolution, für die Anhänger aller wesentlichen Parteirichtungen, von sozialistischen Zionisten bis zu den Revisionisten gestimmt hatten. Diese Resolution hat folgenden Wortlaut: In Würdigung seiner großen Führerpersönlichkeit versichert die Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth Herrn Prof. Chajim Weizmann ihrer tiefsten Dankbarkeit und Verehrung. BAD TOLZ KURPENSION HELLMANN Mit allem Komfort Volle Pension in bekannter Güte RM. 9.— / RM. 10.—

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