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Das jüdische Echo · 1931-07-31 · 31 (31.7.1931) · p. Seite 440

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
31 (31.7.1931)
Date
1931-07-31
Page
Seite 440 (sequence 8)
Language
German
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440 Das Jüdische Echo Nr. 31 Betrachten wir die neuesten Ergebnisse aus der Münchener HochschulstaXistik. Sie werden nicht mehr in der Reichshochschulstatistik publiziert, die nur noch nach Ländern summarische Darstellungen liefert. Die Unterlagen mußten für München den handschriftlichen Unterlagen des preußischen statistischen Landesamtes entnommen werden. In Deutschland bilden die jüdischen Studierenden auf sämtlichen Universitäten 4,39 Prozent, in Preußen 5,41 Prozent, in Bayern 2,98 Prozent und in München 2,84 Prozent, bezogen und berechnet für das vergangene Wintersemester 1930/31. München ist die größte bayerische Universität. In ganz Bayern studierten 384 Juden, in München davon 253; 163 männlichen und 90 weiblichen Geschlechts. Die jüdischen Ausländer sind verhältnismäßig wenig vertreten: 25 unter 562. Absolut und relativ weit unter dem deutschen Reichsdurchschnitt. So gab es in Deutschland überhaupt 909 jüdische Reichsausländer unter 4498 Reichsausländern (20 Prozent). Der in Bayern herrschende Hochschulantisemitismus dürfte als innere Ursache anzunehmen sein. Allgemeine Medizin und Rechts- und Staatswissenschaft sind nach wie vor die bevorzugten Studienfächer der jüdischen Studierenden. Herbert Philippsthal. Aus der Jüdischen Welt Jahressitzung des Kuratoriums der Moses Mendelsohn-Stiftung Dessau, 17. Juli. (JTA.) Im Schloß zu Wörlitz fand iiuler dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Hesse1 (Dessau) die diesjährige Sitzung des Kuratoriums der Moses-Mendelssolm-Stif'lung statt, in der über die Verteilung der Stiftungserlrägnisse Beschluß gefaßt wurde, die satzungsgemäß am Geburtslage des Philosophen (6. September) erfolgen soll. An der Sitzung nahmen außenden Vorstandsmitgliedern teil Professor Albert Einstein, Generaldirektor Heek (Dessau), Professor Dr. Junkers (Dessau), Paul von Mendelssohn-Barlholdy (Berlin), Professor Dr. Spranger (Berlin), Reichskunsl wart Dr. Redslob (Berlin |, Landesrabbiner Dr. Waller (Dessau) und Arnold Zweig. Die Stiftung hat bekanntlich im vorigen Jahr beschlossen, eine Preisaufgabe über das Thema „Die Aufklärungsphilosophie im geistigen Leben Berlins“ zur Ausschreibung zu bringen, und als Preis dafür die Summe von 5000 RM. ausgeselzt. Da die Einreichungsfrist noch nicht abgelaufen ist, wurde beschlossen, für dieses Jahr von der Ausschreibung einer neuen Preisaufgabe abzusehen. Dagegen konnten aus den vorhandenen Mitteln wieder eine größere Anzahl Beihilfen für wissenschaftliche Forschungsarbeiten gewährt werden. Der Best der Erträgnisse wurde dem Vorstand zum Zwecke der Bewilligung von Studienbeihilfen zur Verfügung gestellt. Gotthold Weil nach Frankfurt berufen Berlin, 28. Juli. (JTA.) Die Universität Frankfurt a. M. hat zur Wiederbesetzung des Lehrstuhls der semitischen Philologie an Stelle des vor einigen Monaten verstorbenen hervorragenden Gelehrten Professor Horowitz einen Ruf an Dr. Gotthold Weil, Direktor der orientalischen Abteilung an der Preussischen Staatsbibliothek in Berlin und Honorarprofessor an der Berliner Philosophischen Fakultät ergehen lassen. Prof. Aron Freimann 60 Jahre F r a n k f u r t a. M., 22.Juli. (JTA.) Am 5. August 1931 vollendet Professor Dr. Aron Freimann, stellvertretender Direktor der Franfurter Stadtbibliothek und Leiter der von ihm selbst eingerichteten Abteilung dieser Bibliothek, sein 60. Lebensjahr. Palästina auf der Wiener Arbeiter-Olympiade W i e n , 26. Juli. (JTA.) Das heutige Fußballwettspiel Palästina—Ungarn im neuen Wiener Stadion war die große Sensation der Arbeiter-Olympiade. Besucherzahl — über 60 000. Palästina verlor 3:1. Halbzeit 1:1. ln der ersten Spielhälfte war die palästinensische Mannschaft bedeutend besser als ihr Gegner, nach der Pause ließen die Palästinenser nach. Die jüdische Fußballmannschaft war Gegenstand großer Ovotationen. Dr. Ludwig Singer, Präsident der Prager jüdischen Gemeinde gestorben Prag, 26. Juli. (JTA.) In Prag verstarb in der Nacht zum 23. Juli im 56. Lebensjahre plötzlich an Herzschlag Advokat Dr. Ludwig Singer, Mitglied des tschechoslowakischen Parlaments, Begründer und Führer der Jüdischen Partei in der Tschechoslowakei. Dr. Ludwig Singer wurde 1876 in Kolin (Böhmen) geboren, war lange Zeit Führer der tschechisch sprechenden Zionisten in Böhmen und trat als solcher nach dem politischen Umsturz im Jahre 1918 an die Spitze des kurz vor Ausbruch der Revolution gebildeten Jüdischen Nationalrates für die tschechoslowakische Republik. Als dessen Präsident wurde er Mitglied des „Comite des delegations juives“ bei der Friedenskonferenz und verhandelte mit der tschechoslowakischen Regierung, vor allem mit dem Außenminister Benesch und dem Staatspräsidenten Masarky in Prag und in Paris über die Rechte der Juden im neuen Staate. Diese Verhandlungen führten schließlich zur Anerkennung der jüdischen Nation in der Verfassung der tschechoslowakischen Republik. 1919 gelangte Dr. Singer als Listenführer der Jüdischen Partei in das Prager Stadtverordnetenkollegium und wurde von diesem in den Stadtrat entsendet, in dem er eine hervorragende Position einnahm. Am 27. Oktober 1929 wurde Dr. Singer als erster jüdischer Abgeordneter in das tschechoslowakische Parlament gewählt. Am 18. Juni 1930 wurde er Präsident der Prager Jüdischen Gemeinde. Das plötzliche Ableben Dr. Ludwig Singers hat in der Tschechoslowakei einen tiefen Eindruck gemacht. Überall fanden große Trauerkundgebungen statt. Der Aguda-Führer EH Mazur Präsident der Warschauer Jüdischen Gemeinde Warschau, 22. Juli. (JTA.) In einer Sitzung des neugewählten Vorstandes der Warschauer Jüdischen Gemeinde wurde die Wahl des Präsidiums der Gemeinde vorgenommen. Zum Präsidenten der Warschauer Jüdischen Gemeinde wurde mit acht gegen sieben Stimmen der Agudist Eli Mazur gewählt. Zum Vizepräsidenten der Gemeinde wurde der Agudist Moses Ferner mit der gleichen Stimmenzahl gewählt, nachdem der zum Vizepräsidenten vorgeschlagene Zionist Moses Feldstein erklärt hatte, daß er eine Verantwortung für die Tätigkeit der jetzigen Mehrheit nicht übernehmen könne. Zum Präsidenten der Repräsentantenversammlung wurde der Agudist Jacob Trockenheim gewählt. Ein Fünftel der jüdischen Bevölkerung Warschau* wird vom „Rettungskomitee“ unterstützt Warschau, 17. Juli. (JTA.) Dein Bericht des Zentralen Beilungskomitees für das Budgetjahr 1930/

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