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Das jüdische Echo · 1931-07-24 · 30 (24.7.1931) · p. Seite 426

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
30 (24.7.1931)
Date
1931-07-24
Page
Seite 426 (sequence 6)
Language
German
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426 Nr. 30 Das Jüdische Echo Der Kongreß stellt in Bezug auf die Arbeitslage in den Städten fest, daß die Sicherung jüdischer Arbeit in allen Zweigen der jüdischen Wirtschaft in Palästina sowie gute Arbeitsbedingungen eine unbedingte Notwendigkeit für das Wachstum des jüdischen Jischuw sind. Mit Sorge stellt der Kongreß die Zunahme der Arbeitslosigkeit infolge der politischen Situation in Palästina und der Weltkrise sowie durch die Benachteiligung jüdischer Arbeit bei Regierungsarbeiten fest, fordert die Executive auf, alle Mittel zur Verbesserung dieser Situation in Anwendung zu bringen. Für die Siedlung des Hapoel Hamisrachi in Scheich A b r e k wird ein Betrag £ 2000.— gepanzert. Ein Antrag von S c h k o 1 n i k, auch das Budget für die Siedlungen Nuris, Afuleh, Chuldah, Waadi Chawarith und die Yemeniten-Siedlung zu panzern, wird abgelehnt. Darauf gibt Mereminski die Erklärung ab, daß die Arbeiterfraktion auf das schärfste dagegen protestiere, daß die Abstimmung gegen die großen jüdischen Siedlungen im EmeK vom Misrachi unterstützt wurde. In der 23. Sitzung, Dienstag nachm., erstattet Senator Dr. Ringel den Bericht der Politischen Kommission. Bei der Abstimmung über die Resolutionen der Politischen Kommission werden sämtliche Minderheitsanträge der Revisionisten zur Resolution über den Macdonald- Brief abgelehnt und der Kommissionsantrag wird angenommen, nach welchem der Kongreß vom Macdonaldbrief Kenntnis nimmt und jene Zusicherung des Briefes würdigt, in welchem die Bereitschaft der Mandats-Regierung, die gerechten Forderungen des jüdischen Volkes zu berücksichtigen, zum Ausdruck kommt. Der Kongreß konstatiert aber, daß der Brief Einschränkungen und Grundsätze enthält, die zu Befürchtungen Anlaß geben und eine Reihe von wichtigen Fragen unerörtert läßt, die im Weißbuch in einer für die Jewish Agency unannehmbaren Weise behandelt worden sind, und stellt des weiteren fest, daß die Palästina- Verwaltung in ihrer Praxis den Vorschriften des Briefes bisher nicht gerecht geworden ist, insbesondere durch Erschwerung jüdischen Bodenkaufes, jüdischer Einwanderung und jüdischer Arbeit bei Regierungsunternehmungen. Der Kongreß erachtet den Brief als Basis für weitere Verhandlungen, um die in ihm gegebenen Zusicherungen zur Verwirklichung zu bringen, und in den noch offen gelassenen Fragen die berechtigten Forderungen des jüdischen Volkes durchzusetzen. In der Frage des Development-Scherne stellt der Kongreß, nachdem ein Antrag der Revisionisten, bei der Durchführung des Landentwicklungsplanes die Priorität der geschlossenen jüdischen Siedlung im Sinn des Mandates zu beachten, abgelehnt worden ist, fest, daß im Gegensatz zum Macdonald- Brief bei den Verhandlungen zum Development- Scherne Tendenzen zum Vorschein gekommen sind, die die Interessen der jüdischen landwirtschaftlichen Ansiedlung anderen in Aussicht genommenen Aufgaben unterordnen. Der Kongreß erklärt, daß das Development-Scherne die Unterstützung der Jewish Agency nur dann finden kann, wenn er auf dem Grundsatz der vollen Gleichheit des jüdischen und arabischen Anteils an den Vorteilen dieses Planes und der Gleichzeitigkeit seiner Ausführung basiert. Der Kongreß beschließt, daß die Grundprinzipien des Keren Kajemeth (Unveräußerlichkeit des Bodens, Prinzip der jüdischen Arbeit) für das Gelingen des jüdischen Werkes unerläßlich sind. Der Bodenerwerb ist die Voraussetzung für die Schaffung einer jüdischen Bauernklasse als Grundlage des gesamten Aufbauwerkes in Palästina. Jede den jüdischen Bodenerwerb erschwerende Gesetzgebung ist mandatswidrig und hemmend für die Verwirklichung des jüdischen Nationalheims. Der Kongreß bestätigt die Richtlinien der Bodenpolitik des KKL. und besteht auf der Forderung der Übergabe eines Teiles der Staatsländereien an die Juden für die im Mandat vorgesehene jüdische dichte Ansiedlung. Es wurde weiter eine Resolution angenommen, in der der Kongreß energischen Protest gegen die wachsenden Verfolgungen der Träger des Zionismus und der jüdischen Religion sowie der hebräischen Kultur in Sowjet-Rußland erhebt, und die Exekutive beauftragt, alle nötigen Schritte zu unternehmen, um die Auswanderung aller wegen ihrer zionistischen Gesinnung Verfolgten nach Palästina zu ermöglichen. Der Kongreß sendet seine Ermutigungsgrüße den schwer kämpfenden und leidenden Zionisten in der SSSR. Nachdem die Sitzung zum Zwecke einer Präsidialberatung unterbrochen wurde, wird sie um 18 Uhr 50 wieder aufgenommen und D r. G. H a 1 - pern erhält das Wort zum Bericht der Permanenz-Kommission. Er führt aus, daß sich der Permanenz-Ausschuß mit der Wahl des Präsidenten der Zionistischen Organisation, der übrigen Executive und des AC. sowie der zionistischen Council-Mitglieder der Jewish-Agency befaßt habe. Diese Aufgaben seien bis auf die Wahl der Mitglieder der Executive gelöst worden. An der Zusammenstellung dieser Liste werde noch gearbeitet und die Einigung werde alle Parteien umfassen mit Ausnahme der Revisionisten, die eine Teilnahme an der Wahl grundsätzlich nicht wünschen. Der Permanenz-Ausschuß schlägt vor, zum Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Herrn Nahum S o k o 1 o w zu wählen. (Lebhafter andauernder Beifall). (Über den weiteren Verlauf dieser Sitzung, in der Sokolow mit 118 gegen 48 Stimmen gewählt, sowie sonstige Wahlen vorgenommen wurden, haben wir in der letzten Nummer bereits berichtet.) Die Schlußsitzung fand am Mittwoch abends statt. Präsident Motzkin begrüßt D r. W e i z m a n n, der, nachdem er auf der Linken Platz genommen hat, Gegenstand lebhafter Ovationen ist. Dr. Georg Halpern unterbreitet die Fortsetzung des Berichtes des Permanenz-Ausschusses, weitere Wahlvorschläge für das A. C. und den Council der Jewish Agency. Er schlägt ferner die Wahl folgender Herren in die Executive der Zionistischen Organisation vor: Dr. Chaim Arlosoroff, Prof. Selig Brodetsky, Heschel Farbstein, Berl Locker, Emanuel Newman. Die vorgeschlagene Liste der Zionistischen Executive wird mit 103 gegen 42 Stimmen angenommen. Darauf erklärt M. Großmann: die Zusammensetzung der neuen Exekutive zwinge die Revisionisten zur schärfsten Opposition gegen die zionistische Leitung. Die Reden der Vertreter der Linksgrunpen hätten so nahe Verwandtschaft mit dem Brith Schalom, daß von irgendeinem Vertrauen und Mitarbeit der Revisionisten keine Rede sein könne. Der Weg zum schöpferischen konstruktiven Aufbau, zum Zionismus des Judenstaats, sei noch nicht frei. Die Revisionisten würden gegen den defaitistischen Geist kämpfen, der sich in der neuen Exekutive verkörpert.

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