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Das jüdische Echo · 1931-07-17 · 29 (17.7.1931) · p. Seite 415

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
29 (17.7.1931)
Date
1931-07-17
Page
Seite 415 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 415 Rabbi Ostrowski erstattete nun den Bericht der Erziehungskommission. Nach längerer Debatte wird der Antrag der Kommission angenommen, daß im Laufe der nächsten zwei Jahre bis zum nächsten Kongreß eine gemeinsame Führung des Erziehungswerkes durch Jewish Agency und Knesseth Jisrael vorzubereiten ist. Bis dahin soll keine Übergabe an lokale Institutionen erfolgen. Der Kongreß beschließt ferner, die künftige Leitung zu beauftragen, Verhandlungen über die im Rahmen des Erziehungs-Budgets notwendigen Ersparnise mit den hierfür kompetenten Stellen in Palästina einzuleiten und fordert die Palästinaregierung auf, ihren Beitrag für das Schulwerk in einem alle Bedürfnisse jüdischen Unterrichtes befriedigenden Maße zu erhöhen. Beim Haifaer Technikum wird die Eröffnung von Abteilungen des technischen Unterrichtes beschlossen und gleichzeitig festgestellt, daß Änderungen am Technikum nur nach gegenseitigem Übereinkommen zwischen der Leitung der Jewish Agency und dem Waad Leumi vorgenommen werden können. Der Kongreß beschließt, daß die Hebräische Universität nicht ein wissenschaftliches Forschungsinstitut, sondern eine Volluniversität (Lehranstalt) sein soll, die akademische Grade verleiht. Die Revisionisten haben ein Minderheitsvotum folgenden Wortlautes eingebracht: .,,Der Kongreß mißbilligt den Geist des Verzichtes auf nationale Ideale, der in der Leitung der Universität zum Ausdruck gekommen ist, und beauftragt die Exekutive, auf der Wacht des nationalen Geistes in der Leitung der Universität zu sein.“ Ein Antrag Ussischkins auf Übergang zur Tagesordnung wird abgelehnt. Nachdem Delegierter Fraenkel den Antrag begründet hat, erklärt Kaznelson, daß dieser Antrag die Frage der Freiheit des Geistes und der Kultur berühre und daß der Kongreß nicht berechtigt und beauftragt ist, die politischen Anschauungen von Leuten zu beurteilen, die sich mit wissenschaftlicher und kultureller Arbeit befassen. Es handle sich umeine Ehrenfrage für den Zionismus und die jüdische Kulturschaffung. Der Antrag der Revisionisten wird mit 87 gegen 74 Stimmen angenommen. Die von der Arbeiterfraktion geforderte namentliche Abstimmung wird vom Präsidium abgelehnt. Nach der Abstimmung gibt Arlosoroff im Namen der Arbeiterfraktion die Erklärung ab, daß diese den Beschluß mit Entrüstung zurückweise. Weinstein erklärt, daß die wissenschaftliche Ehre hier nicht zur Rede stehe, daß die Revisionisten aber für die Resolution gestimmt hätten, weil die Professoren der Jerusalemer Universität diese wissenschaftliche Tribüne zu einem politischen Kampf gegen den Zionismus und gegen den Jischuw benutzen. Am Beginn der 21. Sitzung, Montag abend, verliest der Vorsitzende des Kongreßgerichtes, das ehrengerichtliche Urteil gegen F. Lang, der wegen Herunterreißens der zionistischen Fahne im Kongreßsaal am 12. Juli einen Verweis erhält und bis zum 1. Dezember 1931 der Fähigkeit verlustig geht ein Ehrenamt oder eine Funktion in der Zionistischen Organisation zu bekleiden. E. Berligne erstattet den Bericht der Budget- Kommission und führt aus, daß mit dem vorgelegten reduzierten Budget die Arbeit in Erez Israel nicht ohne Einstellung wichtiger Werke fortgesetzt werden könnte. Im Züricher Budget wurde für landwirtschaftliche Kolonisation ein Betrag von 193 000 X bewilligt, in diesem Jahre sind 70 000 X eingesetzt. Der Beitrag für Erziehung wurde von 79 500 X auf 54 500 X eingeschränkt. Nach bisher verlautbaren Nachrichten hätten Vertreter der Agency noch weitere Reduktionen vorgenommen. Aus Amerika werde eine Einnahme von 100 000 X erwartet., aus den anderen Ländern könne man nach Mitteilung des Keren Hajessod mit 160 000 X rechnen. Die Zahlen des Budgets müssen so angesehen werden, daß sie das in dieser katastrophalen Lage Mögliche darstellen. In der Debatte wendet sich Felix Rosenblüth gegen eine weitere Reduktion des Budgets der Londoner Exekutive, die ihren Beamtenapparat bereits von 44 auf 24 Personen reduziert habe. Arditti beantragt Streichungen in der Höhe von 3570 X (Haolam, Archiv, Subventionen) und Streichung von 6000 X, Beitrag des KKL. zum Londoner Büro. Kaplan wendet sich gegen diese fiktiven Ersparnisse und drückt den Wunsch aus, daß die Exekutive eine freiwillige Reduktion ihrer Gehälter in London und Jerusalem vornehmen sollte. Die Anträge der Budget-Kommission über Gehälterfragen werden angenommen. Es wird ferner beschlossen, der Exekutive eine Verlegung des Organisations-Departements nach Jerusalem zu empfehlen. Die Exekutive wird ermächtigt, eine Umlage von 10 000 X zur Deckung des Defizites auf die einzelnen Länder auszuschreiben. Der Kongreß beschließt die Aktivierung aller Kräfte der zionistischen Bewegung für die Keren-Hajessod-Arbeit und die Inangriffnahme der Aktionen sofort bei Beginn des Jahres 5692. Nachdem Bialik in der Budget-Debatte als Gast das Wort genommen hat, wird für den Waad Halaschon ein Betrag von 250 X in das Budget eingesetzt. Der Budgetvorschlag der Exekutive und des Keren Hajessod in der Höhe_von 366 000 X wird angenommen. Dieses Budget setzt sich zusammen au: 80 000 X für landwirtschaftliche Ansiedlung, 57 000 X Erziehung, 14 500 X Einwanderung und Arbeit, 55 000 X Gesundheitswesen, 2000 X Industrie, 1000 X religiöse Zwecke, 48 000 X Administration, 91 000 X Schuldentilgung, 15 000 X Entschädigungen und Gehaltsrückstände an Beamte. Über die einzelnen Posten des Budgets entwickelt sich unter lebhafter Beteiligung eine Debatte, die zu kleineren Änderungen in den Vorschlägen der Kommission führt. Der Abschluß der Budgetberatung wird vertagt. Die Rede Jaboiinskys (Nachtrag) Die Revisionistische Fraktion hat mich beauftragt, ihre Stellungnahme zu der gegenwärtigen politischen Lage darzulegen. Ich werde zwei Punkte behandeln: Den Mac-Donald-Brief — Zielsetzung im Zionismus. Der Zusammenhang zwischen ökonomischen Aufbau und politischem Regime ist heute bereits für alle selbstverständlich und es ist nicht mehr notwendig, auf einem Kongreß den Zusammenhang zu beweisen. Wohl kann der Zionismus nur verwirklicht werden durch Anhäufung positiver, besonders ökonomischer Positionen. Äber ich glaube, es ist eine Übertreibung, zu sagen, daß diese Positionen an und für sich bereits politische Besserungen herbeiführen, das kann nicht bewiesen wer-

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