Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 29 (17.7.1931)
- Date
- 1931-07-17
- Page
- Seite 413 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 29 Das Jüdische Echo 413 können, falls sie die letzten Raten der Ansiedlungsanleihen am Anfang des nächsten Jahres erhalten. Der Kongreß beschließt eine Ergänzung der Siedlungen des Kishongebietes und die Erhöhung der Ansiedlerzahl im Mischmar ha Emek auf 40 Familien und fordert die Jewish Agency auf, für die Ansiedlung des Hapoel Ha Misrachi in Scheich Abrek eine entsprechende Summe in das Budget des nächsten Jahres einzustellen, den Beginn der Anpflanzung des Landau-Waldes noch fiir das laufende Jahr zu sichern und die Siedlung Kfar Gideon durch Ergänzung auf 40 Familien zu konsolidieren. Ferner wird beschlossen, alle Maßnahmen zur Vorbereitung der planmäßigen Besiedlung von Waadi el Chawarith zu treffen. Nach dem Plan der Exekutive soll dort eine Mittelstandssiedlung geschaffen werden und den Siedlern, die über mindestens 400 Pfund verfügen, die Erlangung von Krediten für den fehlenden Betrag erleichtert werden. Der Genossenschaft Jachin soll ermöglicht werden, eine Mittelstandsansiedlung auf einer Fläche von 2000 bis 2500 Dunam zu organisieren. Der Kongreß spricht sich für den Wiederaufbau der während der Augustunruhen zerstörten Kolonie Chulda aus und betont die Wichtigkeit der Mädchenlehrfarmen für die wirtschaftliche Ausbildung der jüdischen Mädchen und Frauen. Die Konsolidierung der bestehenden Farmen soll im Verlauf der nächsten zwei Jahre gemeinsam mit der Wizo durchgeführt werden. Der Kongreß beschließt ferner die Konsolidierung der bestehenden Yemenitensiedlungen sowie die Ansiedlung einer neuen Yemenitengruppe von 100 Familien auf dem Boden von Waadi el Chawarit. Der Kongreß fordert, daß alle der Amsik gehörenden unbesiedelten Böden bearbeitet werden, ferner die Ergänzung der Siedlung Beth Chanan auf 80 Familien und das Programm der Ansiedlung von 100 ehemaligen amerikanischen jüdischen Legionären in Waadi el Chawarit. Auf einen Antrag Ussischkins wird beschlossen, einen Plan zur Wiederherstellung von Hebron auszuarbeiten. Der Kongreß begrüßt die Tätigkeit der Zentralen Verkaufsgenossenschaft für landwirtschaftliche Produkte. Der Tenuwah soll ein Prozent des landwirtschaftlichen Budgets zur Erschließung neuer Märkte zur Verfügung gestellt werden. In Bezug auf die Industrie beschließt der Kongreß, die Regierung aufzufordern, ihre Abteilung für Handel und Industrie wieder zu eröffnen* die Zollpolitik zugunsten der Industrie zu ändern und bei Staatslieferungen vor allem die inländische Industrie zu berücksichtigen. Zur Förderung der Industrie lenkt der Kongreß die Aufmerksamkeit von Jewish Agency und nationalen Fonds auf die Notwendigkeit der Schaffung einer Industrie-Bank, der Einführung von Exportprämien, der Gewährung langfristiger Kredite für Konsolidierung bestehender Kredite usw. Zur Ansiedlung städtischer Arbeiter begrüßt der Kongreß die Entwicklung der Schechunoth Owdim und schlägt dem KKL. vor, eine geeignete Bodenfläche zur Errichtung einer großen Siedlung für die Arbeiterschaft von Tel-Awiw zu erwerben. Ein Teil der für landwirtschaftliche Ansiedlung und Hilfswirtschaften in der Nähe der Städte bestimmte KKL.-Boden soll zur Ansied- Jting von Handwerkern verwendet werden. Vorsitzender Motzkin macht darauf aufmerksam, daß in den angenommenen Resolutionen auch einige Budget- und politische Fragen enthalten sind, und daß die Budget-Kommission und die Politische Kommission das Recht habe, Beschlüsse, mit denen sie nicht einverstanden ist, nochmals vor das Plenum zu bringen. In der 18. Sitzung, Sonntag nachmittag, erstattete zunächst Vobkin den Bericht der Immigrations- Kommission; darauf spricht Mereminski zur Frage der Einwanderungsgesetze. Der Kongreß nimmt dann eine Reihe von Resolutionen an, in denen gegen die Einschränkung der Chaluz-Immigration protestiert wird, und fordert die Exekutive der Jewish Agency auf, den vollen Umfang dieser Immigration zu sichern. Ebenso wird beschlossen, der Immigration des Mittelstandes Aufmerksamkeit zuzuwenden und bei den Palästinaämtern einen Informationsdienst über Mittelstandskolonisation zu organisieren. Der Einwanderung von Elementen aus Rußland und Yemen muß besonderer Platz eingeräumt werden, und der Kongreß wiederholt den Beschluß des vorhergehenden Kongresses über den notwendigen Ausbau des Palästina-Amtes in Aden und der Förderung der landwirtschaftlichen Hachscharah bei yemenitischen Immigranten. Der Kongreß protestiert gegen die gegen Juden gerichteten Ausweisungsbefehle der Palästinaregierung, ln zwei Beschlüssen wird betont, daß das Budget für Hachscharah ein Vorzugsrecht innerhalb des Immigrations-Budgets habe und daß die chaluzische Erziehung und die Hachscharah-Tätigkeit unvermindert fortzuführen sei. Ein Antrag auf Änderung der Zusammensetzung der Palästinaämter wird angenommen, ferner zwei Anträge, die sich auf die Immigrationspolitik der Palästinaregierung beziehen. Es wird gegen die faktische Unterbrechung der Einwanderung aus politischen Gründen Protest erhoben, sowie gegen die Einführung von Beschränkungen in bezug auf Alter, Geschlecht und Kategorie der Immigranten und des Rechtes der Juden Palästinas, ihre Familienangehörigen sich ins Land nachkommen zu lassen. Weiter wird protestiert gegen die Verwendung von Arbeiterzertifikaten für Touristen, die bereits Ansiedlungserlaubnis erhalten haben, und gegen die Übergehung der Vorschläge von seiten der Jewish Agency. In einer zweiten Resolution fordert der Kongreß die Abschaffung der die jüdische Immigration schwer belastenden Steuern. Der Kongreß nimmt ferner eine Resolution an, in welcher die Grundsätze eines neuen Immigrationsstatuts festgelegt werden, und übergibt sechs weitere Anträge der Zionistischen Exekutive zur Erledigung. In der 19. Sitzung, Sonntag nacht, erstattet Goldmann den Bericht der politischen Kommission. Er legt dem Kongreß zwei Resolutionen vor, die sich mit den Problemen der Zielsetzung beschäftigen. Mit Rücksicht darauf, daß dieses Thema viele Spannungen ausgelöst habe, wolle er nur darauf hinweisen, daß die Schwierigkeit der Situation in den Verhandlungen der Kommission und ihrer Subkommission nicht das Resultat einer großen Meinungsdifferenz darüber war, was die zionistische Bewegung in Palästina schließlich wolle, sondern daß es sich darum gehandelt habe, für die große jüdische und internationale Welt, die die Stimme dieses Kongresses hört, eine passende Formulierung zu finden. Es sei nicht die Frage des prinzipiellen Wollens in Palästina, sondern die Frage des politischen Taktes und der politischen Raison gewesen, die eine Einigung schwierig gemacht habe. Nach einer längeren Debatte über die Reihenfolge in der Abstimmung der beiden von der Po-