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Das jüdische Echo · 1931-07-03 · 27 (3.7.1931) · p. Seite 392

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
27 (3.7.1931)
Date
1931-07-03
Page
Seite 392 (sequence 8)
Language
German
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392 Das Jüdische Echo Nr. 27 Wege allmählicher Anpassung an Griechenland und das griechische Volk. Die gegen die Juden erhobenen Beschuldigungen hätten keinerlei Grundlage. Der Kampf gegen das bayerische Schächtverbot Der Verfassungsausschuß des bayerischen Landtages lehnt alle Eingaben ab München, 29. Juni. (JTA.) Der Verfassungsausschuß des bayerischen Landtages beschäftigte sich mit Eingaben einer Viehhändlerfirma in Fürth, des Viehhändlervereins Mittelfranken und des Bezirksvereins Bayern im Deutschen Fleischerverband, in denen um Aufhebung des durch das Schlachtgesetz vom 17. Mai 1930 vorgeschriebenen Betäubungszwanges beim Schächten ersucht wird. Die Eingaben legen dar, daß seit Inkrafttreten des Gesetzes der Landwirtschaft, dem Viehhandel und den Gemeinden durch Einführung großer Fleischmengen aus außerbayerischen Ländern großer Schaden zugefügt wurde. Der Ausfall für die bayerische Wirtschaft wird mit 15 000 bis 16 000 Stück Großvieh berechnet. Der Vertreter des Innenministeriums teilte mit, daß Erhebungen über die wirtschaftlichen Schäden angestellt wurden, daß sich aber das eingegangene Material nur unter gewissen Vorbehalten verwerten lasse. Der Absatzrückgang der bayerischen Wirtschaft durch Ankauf des Schächtviehs außerhalb Bayerns konnte zahlenmäßig nicht erfaßt werden. Gegenüber den in den Eingaben behaupteten Absatzrückgängen von 15 000—16 000 Stück Großvieh dürfe darauf hingewiesen werden, daß vor Inkrafttreten des Gesetzes in Bayern jährlich 12 000 Stück Großvieh geschächtet wurden. Die Jahreseinfuhr belaufe sich vielmehr nur auf etwa 6000 Stück Großvieh und 5000 Kälber. Der Einnahmeentgang der Gemeinde an Schlachthofgebühren werde für ganz Bayern auf 15 000 Mark pro Monat geschätzt. Eine etwas höhere Belastung sei den jüdischen Metzgern dadurch entstanden, daß das von einem außerbayerischen Land eingeführte Fleisch an Stelle der Schlachtsteuer der etwas höheren Ausgleichsteuer unterliegt. Das Finanzministerium hat aber jetzt verfügt, daß für in Bayern aufgekauftes und nach der auswärts erfolgten Schächtung nach Bayern wieder eingeführtes Schlachtvieh an Stelle der Ausgleichsteuer die Schlachtsteuer zu entrichten ist. Zusammenfassend könne daher gesagt werden, daß zwar das Schlachtgesetz gewisse wirtschaftliche Auswirkungen gezeigt hat, daß aber die Darstellung der Eingaben nach den bisherigen Erfahrungen stark übertrieben ist. Die bisherigen Beobachtungen berechtigen noch nicht zu einer abschließenden Würdigung. Mitberichterstatter Dr. Buttmann (Natsoz.) beantragte, die Eingaben für erledigt zu erklären. Berichterstatter Dr. Scharnagl (Bayer. Volksp.) verwies darauf, daß seine Partei seinerzeit das Gesetz nicht wegen der befürchteten wirtschaftlichen Auswirkungen, sondern wegen des Eingriffes in die Gewissensfreiheit abgelehnt habe. Er empfehle aber der Regierung, die Beobachtungen über die Auswirkungen des Gesetzes noch auf einen größeren Zeitraum fortzusetzen, um hier endgültig Klarheit zu gewinnen. Der Ausschuß kam schließlich zu dem Beschluß, die Eingaben durch die Regierungserklärung für erledigt zu erachten. Bleibt das Schächtverbot in Zwickau bestehen? Dresden, 26. Juni. (JTA.) Die Zwickauer Stadtverordneten hatten bekanntlich vor einigen Wochen die Aufhebung des SehächtverboLs auf dem Zwikkauer Schlachthof beschlossen. Wie heute die Zeitungen aus Zwickau melden, ist der Verwaltungsrat des Vieh- und Schlachthofes, dem die letzte Entscheidung zusteht, dem Beschluß der Stadtverordneten nicht beigetreten. Infolgedessen bleibt es bei dem Verbot. Aus der jüdischen Welt Bar-Kochba darf nicht nach England? Berlin, 25. Juni. (JTA.) Bar-Kochba, Berlin, der in dieser Saison eine ausgezeichnete Viererslal'fel beisammen hat, wollte seine Sprinter auf eigene Kosten zu den englischen Meisterschaften entsenden und für die 4Xl 00-m-Staffel melden. Zum Beweis ihrer guten Position liefen die Bar-Kochbaner bei dem Klubkampf B.S.C.—S.C.C. die 4XlöO m außer Konkurrenz, mit, verloren nach bestem Rennen mit Brustbreite gegen B.S.C., schafften aber immer noch 42,7. Ihrer Meldung zu den englischen Meisterschaften schien, nichts mehr im Wege zu stehen. Plötzlich aber kam von der D.S.B. in München der Entscheid, daß der Meldeschluß abgelaufen sei und Bar-Kochba nicht mehr zugelassen werden könne. Die D.S.B. gab aber bald zu, daß nicht der verspätete Termin, sondern „sportliche Bedenken“ die Expedition Bar-Kochbas nach England unmöglich machen. „Vossische Zeitung“ schreibt, die ganze Sache habe einen bösen Beigeschmack. Die Leistung der Bar-Kochbaner übersteigt die Leistung der beim Vierverbändekampf siegreich gewesenen Westdeutschen Verbandsmannschaft und der Berliner Städtemannschafl. Die D.S.B. müsse sich über die „sportlichen Bedenken“ gegen Bar- Kochba unbedingt äußern. Geheimer Oberregierungsrat Dr. David Mayer gestorben Karlsruhe, 26. Juni. (JTA.) In Karlsruhe verstarb im Alter von 77 Jahren Geheimer Oberregierungsrat Dr. David Mayer, ein Führer der badischen Judenheit. Er wurde 1854 in Müllheim (Baden) geboren und ist der erste Jude, der (1878) ins Badische Ministerium berufen wurde. Bis 1924 war er Beamter am Badischen Verwaltungshof. Vier Jahrzehnte lang stand er an der Spitze des Oberrats der badischen Israeliten. Weitere Ausschreitungen in Wien Wien, 25. Juni. (JTA.) Am 24. und 25. Juni kam es zu weiteren heftigen Ausschreitungen randalierender Studenten, die sich abermals gegen Juden richteten. Vom Graben her drangen nationalsozialistische Studenten in die Hauptgeschäftsstraße Wiens, die Kärntnerstraße, ein und wollten gegen das Hotel- Viertel ziehen. Polizei eilte ihnen in der Kärntnerstraße nach und schützte mit gezogenem Säbel und mit Gummiknüppeln die dortigen Geschäftsinhaber, gegen die sich die Schmähungen und Gewalttaten der Nationalsozialisten zu richten begannen. Aus den umliegenden Kaffeehäusern, in die die Studenten einzudringen versuchten, flüchteten die Gäste panikartig. In ein Kaffeehaus wurde von einem Demonstranten ein Stein geschleudert, der einen Gast ziemlich schwer verletzte. In dem sodann entstandenen Tumult wurden zwei weitere Kaffeehausbesucher verletzt. Die Israelitische Kultusgemeinde übergab der Regierung eine Entschließung, in der sie sich gegen die Duldung der Demonstrationen und die akademischen Behörden wendet und sie auffordert, den unwürdigen Vorkommnissen ein Ende zu machen. Wien, 25. Juni. (JTA.) Der Rektor der Wiener Universität, Professor Übersberger, hat im Namen der Rektoren der Wiener Hochschulen eine Kund-

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