Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 26 (26.6.1931)
- Date
- 1931-06-26
- Page
- Seite 377 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 377 ben. Es müsse nur dafür Sorge getragen werden, daß die nötigen Mittel dafür vorhanden sind. Die Haltung der Revisionisten Erklärungen M. Großmans London, 16. Juni. (JTA.) Am 16. Juni fand im Büro der Weltunion der Zionisten-Revisionisten eine Pressekonferenz statt, in der der Vizepräsident der Union Meer Großman darauf hinwies, daß die Revisionisten bei den Wahlen zum XVII. Zionistenkongreß bereits 45 Mandate errungen haben und wahrscheinlich durch 50 Delegierte vertreten sein werden. Es seien Anzeichen dafür vorhanden, daß der revisionistische Standpunkt nicht nur zahlenmäßig, sondern auch geistig gesiegt habe. Das Kongreßprogramm der amerikanischen Zionisten stehe den Grundprinzipien des Revisionismus so nahe, daß eine Kooperation zwischen Revisionismus und amerikanischem Zionismus möglich geworden sei. (Bereits dementiert. Siehe oben. D. Red.) Es gebe auch Momente, die darauf hindeuten, daß sich beträchtliche Teile der zionistischen Bewegung dem revisionistischen Standpunkt nähern. Es sei daher zu erwarten, daß der bevorstehende Kongreß der zionistischen Politik und Methode eine neue Wendung geben werde. Die Revisionisten seien sich der Verantwortung bewußt, die eine Partei, die über 60 000 Stimmen erhalten hat, zu tragen habe. In voller Kenntnis der politischen und finanziellen Schwierigkeiten, vor denen die Bewegung steht, seien sie bereit, die Führung, sei es in Form einer rein revisionistischen Exekutive, sei es in Kooperation mit Männern, von denen man erwarten kann, daß sie im Geiste des revisionistischen Programms arbeiten werden, zu übernehmen. Tagung des zionistischen Aktionskomitees am 29. Juni London, 21. Juni. (JTA.) Das Aktionskomitee der Zionistischen Organisation wurde für den 29. Juni, einen Tag vor Eröffnung des XVII. Zionistenkongresses, nach Basel einberufen. Die Londoner Büros der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency werden am 24. Juni für die Dauer des Kongresses und der Tagung des Council der Jewish Agency nach Basel verlegt. Die Verhandlungen der Mandats»« kommission Erklärung Shiels über die englische Palästinapolitik — Die Fragen des Legislative Council und des Landentwicklungsplanes Genf, 15. Juni. (JTA.) Am Montag, den 15. Juni ist die Permanente Mandatskommission des Völkerbundes in die Beratung der mit dem Palästinamandat zusammenhängenden Fragen eingelrelen. Der Führer der von der englischen Regierung zur Tagung der Mandatskommission entsandten Vertretung, der Unterstaalssekretär für die Kolonien Dr. Drummond Shiels, legte in längerer Rede den Standpunkt der englischen Regierung zu den die künftige Entwicklung Palästinas betreffenden Fragen dar und kündigte praktische Maßnahmen zur Durchführung des Landentwicklungsplanes an. Dr. Shiels erklärte, die durch das im Oktober 1950' veröffentlichte Weißbuch der englischen Regierung über die künftige Palästinapolitik hervorgerufene Kontroverse sei durch den Brief des Ministerpräsidenten MacDonald an den Präsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation Dr. Chaim Weizmann erledigt worden. Er berufe sieb bei dieser Feststellung auf die von Dr. Weizmann nach Empfang des MacDonald-Briefes veröffentlichte Erklärung, in der der Präsident der Jewish Agency seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben hat, daß durch den Brief des Ministerpräsidenten die Basis für eine Kooperation mit der Mandalarmacht wiederhergestellt worden sei. Der Landentwicklungsplan, den die englische Regierung nunmehr durchzuführen beabsichtige, sei darauf berechnet, sowohl den Juden als auch den Arabern Vorteile zu bringen. Mit der praktischen Durchführung dieses Landentwicklungsplanes werde die Regierung einen Landenlwicklungsdirektor betrauen. Im Hinblick darauf, daß von jüdischer Seile die Richtigkeit der Feststellungen des Berichtes Sir John Hope Simpsons bestritten wird, wird der Landentwicklungsdirekfor, ungebunden durch die auf vorhandene Schätzungen, Angaben und Ziffern basierenden Annahmen, das gesamte1 Problem an Ort und Stelle untersuchen, die Korrektheit der vorliegenden stalistischen Angaben überprüfen und sie erforderlichenfalls richtigstellen. Wie der JTA-Vertreter in Genf erfährt, wird die Mandatskommission im Zusammenhang mit der Prüfung des Weißbuches und des MacDonald-Briefes voraussichtlich auch die Frage des Legislative Council für Palästina behandeln. Zum Berichterstatter über das von Auni Bey Abdul Hacli verfaßte Memorandum der Arabischen Exekutive und den Begleitbrief des Präsidenten der Arabischen Exekutive Muza Kazim Pascha wurde das spanische Mitglied der Mandatskommission Palacio bestimmt. * Der Genfer Vertreter der „Jüdischen Rundschau“ berichtet über die Verhandlungen: Die Verhandlungen der Ständigen Mandatskommission sind geheim und ihr Verlauf wird erst anläßlich der Veröffentlichung der gedruckten Verhandlungsberichte bekannt. Diese Veröffentlichung erfolgt in der Regel frühestens zwei Monate nach Beendigung der Tagung. Auf Verlangen des Vertreters der Mandalarmacht, Dr. Shiels, wurde diesmal (wie auch das vorigemal — A. d. R.) seine Eröffnungsansprache vor der Kommission in extenso der Presse übergeben. Über den Verlauf der dreitätigen Prüfung des Jahresberichtes in Anwesenheit der Vertreter der Mandatarmacht gab die Informationsabteilung des Völkerbundes zwei Pressecommuniques heraus, worin der Gegenstand einiger von den Mitgliedern der Kommission den Vertretern der Mandatarmacht gestellter ETagen nur ganz oberflächlich angedeutet war. Es stellt jedenfalls fest, daß Dr. Shiels nicht in der Lage war, den Mitgliedern der Kommission einen konkreten Plan der Regierung, betreffend Ausführung des „Land Development Scheine“, vorzulegen und sich damit begnügte, sehr allgemein und unklar gehaltene Erklärungen abzugeben. Daher konnten die Mitglieder der Kommission natürlich nicht zu dem unbekannten Entwicklungsplan Stellung nehmen. Innige von ihnen (darunter der Vorsitzende Graf Theodoli) sprachen in den Couloirs davon, daß ihnen die Lage des Paläslinamandales immer „komplizierter“ erscheint . . . Dr. Shiels soll hingegen der Kommission ziemlich ausführlich die Eindrücke von seiner Reise nach Palästina dargestellt haben. Er äußerte sich hierbei recht pessimistisch über die Möglichkeiten eines harmonischen Zusammenlebens zwischen Juden und Arabern und hat sich über den Ton der jüdischen Presse gegenüber den Verwaltimgsbeamten beklagt. Im allgemeinen war die diesjährige Debatte bedeutend ruhiger als die vorjährige und die Einstellung der Kommission gegenüber der Mandalarmacht weit versöhnlicher. Die kritischen