Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1931-06-19 · 25 (19.6.1931) · p. Seite 369

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
25 (19.6.1931)
Date
1931-06-19
Page
Seite 369 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9103087-9176179--11788-9083859
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 25 Das Jüdische Echo 369 Alfred Berger (Volksp.) teilt mit, daß seine Fraktion nicht die Absicht habe, auf die Ausführungen Woydas zu erwidern. Die Liberalen Direktor Dr. Wilhelm Kleemann und Kamm-ergerichtsrat Leo Wolff werden darauf einstimmig gewählt. Direktor Georg Kareski wird mit (len Stimmen der volksparleilichen Repräsentanten gewählt, die Liberalen geben weiße Zettel ah. Die Wahl der weiteren Mitglieder des Vorstandes erfolgt mit mehr oder weniger Slimmeneinhelligkeit. Es sind dies die Herren Moritz Rosenthal (liberal, einstimmig), Direktor Heinrich Stahl (liberal, 34 Stimmen), Rechtsanwalt Max Kollenseher (Volksp., 29 St.), Karl Fuchs (liberal, 29 St.), Wilhelm Grätz (liberal, 30 St.), Dr. Aron Sandler (Volksp., 29 St.), Direktor Alexander (liberal, 33 St.), Herr Adolf Schoyer (kons., 32 St.). Der neue Gemeindevorstand setzt sich somit aus 7 Liberalen, 3 Volksparteilern und 1 Konservativen zusammen. Die feierliche Einführung der neugewählten Vorsteher fand in der Sitzung der Repräsenlantenversammlung vom Sonntag, 14. Juni, statt. Aus der jüdischen Weit Friedhofsschändung in Altona Hamburg, 12. Juni. (JTA.) Die Anlagen des Friedhofs Bismarckstraße der Allonaer Jüdischen Gemeinde sind beschädigt und ein Grabdenkmal vollkommen zertrümmert worden. Die Kriminalpolizei hat eine Bekanntmachung erlassen, in der sie unter Zusicherung strengster Verschwiegenheit um Mitteilungen, die zur Ergreifung der Täter führen können, bittet. Bisher fehlt von ihnen jede Spur. Die Wahlen zum XVII. Zionistenkongreß In Deutschland 3 Vertreter der Linken, 2 Allgemeine Zionisten, 2 Misrachi-Vertreter, 1 Revisionist, 1 Radikaler Berlin, 11. Juni. (JTA.) Die Hauptwahlkommission hat am Mittwoch abend ihre Arbeiten beendet. Das offizielle Wahlresultat ist folgendes: Auf Liste I (xAllgemeine Zionisten) wurden 2321 Stimmen abgegeben. Dieser Liste wurden zwei Mandate zugeteilt. Es verbleiben ihr 433 Reststimmen, die ihr bei der Verteilung der Mandate auf die Wellwahlliste zugute kommen. Auf Liste II (Zionisten-Revisionisten) wurden 1189 Stimmen abgegeben, ihr wurde ein Mandat zugeteilt, die Zahl ihrer Reststimmen beträgt 245. Auf Liste III (Poale Zion, Hitachdutb) wurden 2410 Stimmen abgegeben, sie erhält drei Mandate, hat aber keine Reslslimmen. Auf Liste IV (Misrachi) wurden 2028 Stimmen abgegeben, sie erhält zwei Mandate, die Zahl ihrer Resistimmen beträgt 140. Auf Liste V (Radikale und Unabhängige Zionisten) wurden 546 Stimmen abgegeben, sie erhält ein Mandat, hat aber keine Restslimmen. Einweihung des neuen Heims des Beth Am Berlin, 12. Juni. (JTA.) Am Donnerstag, dem 11. Juni, abends, wurde das neue Heim des hebräischen Klubs Beth Am im Hause Kurfürstendamm 61 eingeweiht. Beth Am verfügt jetzt über eine Reihe sehr schöner, großer und zweckentsprechender Räume, die z. B. gleich am Eröffnungsabend mehrere hundert Feslgäsle aufnehmen konnten. Die Eröffnungsrede hielt Dr. Simon Rawidowilseh, der an die Anwesenden appellierte, den Belli Am materiell und moralisch zu fördern. Dein bekannten hebräischen Gelehr len und Schriftsteller Dr. Simon Bernfeld bereitete die Feslversammlung eine begeisterte Ovation. Den Ansprachen schloß sich ein literarisch-musikalischer Teil an, in welchem Frl. Wittenberg und Frau Torczvner besonders hervor!raten. Dr. Kurt Fleischer 50 Jahre Berlin, 11. Juni. (JTA.) Dr. Kurt Fleischer, der bekannte Chirurg und Frauenarzt, Vorsitzender der liberalen Fraktion in der Repräsentantenversammlung der Jüdischen Gemeinde Berlin, vollendet am 19. Juni d. J. sein fünfzigstes Lebensjahr. In der jüdischen Gemeindearbeit ist er vielseitig ehrenamtlich tätig. Im Wohlfahrts- und Jugendamt, im Vorstand des Jüdischen Krankenhauses, im Schulvorstand der Gemeinde und im Vorstande der Synagoge Prinzregentenstraße wirkt er an führender Stelle. Einweihung des neuen Gebäudes der Würzburger Israelitischen Lehrerbildungsanstalt Würzburg, 15. Juni. (JTA.) Der neue Schulbau der Israelitischen Lehrerbildungsanstalt in Würzburg wurde am 14. Juni mit einem Festakt eingeweiht. Zur Feier hatten sich in großer Zahl Vertreter staatlicher und städtischer Behörden, der Würzburger und anderer Kultusgeineinden, das Präsidium des Verbandes bayerischer Gemeinden, Vertreter der preußischen und württembergischen Landesverbände jüdischer Gemeinden, die Direktoren der Würzburger höheren Schulen und viele auswärtige Gäste eingefunden. Studiendirektor Stoll schilderte in seiner Begrüßungsansprache die wechselvolle Geschichte der Anstalt. Bezirksrabbiner Dr. Hannover hielt die Weiherede, in der er besonders dem Leiter der Schule, Studiendirektor Stoll, Dank für sein Wirken sagte. Es folgte eine Begrüßungsansprache vom Präsidenten des Bayerischen Gemeindeverbandes, Oberst Iandesgerichtsrat Dr. Neumeyer (München). Als Vertreter der Regierung sprach Öberregierungsral Blaß, namens der Stadt und des Oberbürgermeisters Oberbaurat Stummer, für die Würzburger Gemeinde Justizrat Dr. Haas, als Vertreter der bayerischen Rabbinerkonferenz Rabbiner Dr. Stein (Schweinfurt), für die Lazarus-Ottensoser-Stiftung Höchberg sprach Samuel Pfeuffer (Würzburg), für die höheren Lehranstalten Studiendirektor Dr. Abb, für die außerbayerischen Landesverbände Justizrat Marxheimer (Wiesbaden), für den Reichsverband der jüdischen Lehrervereine Dr. Bamberger (Nürnberg), für die jüdischen Lehrervereine Bayerns Rosenfeld (München) und schließlich ein Vertreter der jetzigen Schülerschaft. Es schloß sich eine Führung an. Die Feier war von musikalischen Darbietungen umrahmt. Schwerste antisemitische Ausschreitungen in Radom W a r s c h a u , 15. Juni. (JTA.) Auf dem Sportplatz außerhalb der Stadt Radom fand ein Fußballmalcli zwischen einer polnischen und einer jüdischen Mannschaft statt, in dem die Juden den Sieg davon- Irugen. In dem Augenblick, als der Sieg der jüdischen Mannschaft verkündet wurde, stürzten sich von den Zuschauerplätzen Huligans auf die jüdischen Sportler und griffen sie an. Gleichzeitig überfielen andere Huligans jüdische Zuschauer auf den Zuschauerplätzen. Es entstand ein ungeheurer Wirrwarr. Die jüdischen Sportler und die übrige jüdische Jugend setzten den Huligans organisierten Widerstand entgegen. Diese ergriffen die Flucht in der Richtung der Stadl. Dort drangen sie in die hauptsächlich von Juden bewohnten Stadtteile ein und schlugen auf Männer, Frauen und Kinder mit Stöcken und Eisenstäben ein. Es brach eine furchtbare Panik aus. Die jüdischen Einwohner flüchteten in die Häuser. Die Huligans begannen mit Stöcken und Steinen die Fensterscheiben in den Wohnungen und Geschäftsläden einzuwerfen. Jüdische Läden wurden demoliert. Das Büro der Zionistischen Organisation und das jüdische Gymnasium waren besondere Ziele der Zer-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.