Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 24 (12.6.1931)
- Date
- 1931-06-12
- Page
- Seite 358 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Nr. 24 3 VS Zionistische Ortsgruppe Nürnberg-Fürth Am Montag, dem 1. Juni, sprach in unserer Ortsgruppe, an Stelle des leider in letzter Stunde verhinderten Herrn Lazarus Barth, Herr Alexander Adler, Berlin, über „Kongreßfragen“. Er entwickelte ausführlich das Kongreßprogramm des deutschen Misrachi, wobei er auch auf die Differnzen, die diesen vom Weltmisrachi trennen, zu sprechen kam. Seine klaren und sachlichen Ausführungen fanden allgemeinen Beifall. An der sich anschließenden lebhaften Diskussion beteiligten sich die Herren Dr. Liebstaedter, Salzer, Nathan Nußbaum und Schalom Schapira. Der Abend wies einen erfreulichen Besuch auf. Am Mittwoch, dem 3. Juni hatten wir die Freude, 12 Makkabim, die auf Motorrädern und mit einem Auto von Palästina nach London reisten, um für die Maccabiade, die im Jahre 1932 in Palästina stattfinden wird, zu werben, hier in Nürnberg zu begrüßen. In der Turnhalle des Männerturnvereins in der Landgrabenstraße fand ein schlichter Empfang statt, zu dem die zionistischen Jugendgruppen, der Bar Kochba und der Neutrale Jüdische Jugendbund eingeladen hatten. Für den Bar Kochba begrüßte H'err Dr. Vorchheimer die Gäste aus Palästina, im Namen der Israelitischen Kultusgemeinde und der Zionistischen Ortsgruppe sprach Herr Rechtsanwalt Eeilchenfeld herzliche Worte. Hebräisch wurden die Makkabim begrüßt von Herrn Schalom Schapira und von Herrn Leo Wjßmann im Auftrag der zionistischen Jugend. Herr Yekutieli., der Führer der Gruppe, erwiderte im Namen seiner Kameraden. Veranstalter und Gäste waren noch lange in geselliger Unterhaltung beisammen. Aus dem Münchener Bar-Kochba Bar-Kochba, Sieger im Großstalfellaui Grünwald-München in der Klasse C! Seit vielen Jahren ist es wieder einmal gelungen, bei dem großen Staffellauf Grünwald-München einen Sieg zu erringen, der nicht nur viel bewundert, sondern auch von den nach Zehntausenden zählenden Zuschauern mit großem Beifall aufgenommen wurde. Ein schweres Rennen haben die Münchener Bar-Kochbaner für sich entschieden, Dank des gewaltigen Energieaufwandes jedes einzelnen. Alle Mann wußten, um was es geht: das Jubeljahr des Münchener Bar-Kochba recht erfolgreich zu gestalten. Nach dem großen Handballsieg über D.S.V.. dem nicht minder wertvollen Sieg der Fußballer über Teutonia (Privatmannschaft), wurde die vergangene Woche mit dem Staffelsieg abgeschlossen. Die Freude hierüber ist um so größer, als in diesem Jahre in der C-Klasse Vereine mit gutem Namen starteten, so der mehrjährige Sieger Sp.-V. Rosenheim, Turnerbund, T.V. 1880 u. a., die es den Bar-Koch; banern bestimmt nicht leicht machten. Gegen 18 Mannschaften mußten die Münchener Makkabim kämpfen, alle wurden sie geschlagen. Auch die 2. und 3. Herrenmannschaft hielt sich recht wacker. Die 2. Mannschaft kam in ihrer Klasse ebenfalls als Erste an, die 3. Staffel 'wurde von Turnerbund 3 auf den 2. Platz verwiesen. Besonders erfreulich war aber auch das gute Abschneiden der Jugend, der es gelang, in ihrer Gruppe die Siegespalme an sich zu reißen, während die Jüngsten, die Schülermannschaft, sich mit dem 3. Preis begnügen mußte. Prächtig war der 70 Mann starke Zug, der nach dem Propagandalauf sich durch die belebtesten Straßen bewegte, voran die mit den Siegeskränzen geschmückte Bar- Kochba-Tafel und der erstmals gewonnene Wanderpokal der Firma Loden-Frey., München. Viele Juden, die der Makkabibewegung noch ablehnend gegenüberstehen, und auf den Zug stießen, beglückwünschten die Bar-Kochbaner und ist nur zu hoffen, daß jene Kreise nach dieser schönen Geste auch mit Taten folgen und den jüdischen Sportverein immer und überall unterstützen. Den Siegern schließlich noch unseren herzlichsten Glückwunsch, wir wünschen, daß sie angespornt durch die großen Erfolge bei den nächsten sportlichen Veranstaltungen mit der gleichen Lust und Liebe bei der Sache sein mögen, wie beim Grünwald-Miinchen-Lauf. — Wie in den Vorjahren klappte auch diesmal die Organisation. Das Hauptquartier wurde im Jugendheim aufgeschlagen, schnell standen die 7 Laufmannschaften bereit, um an ihre Starts zu gehen. Lange bevor der Startschuß fiel, waren alle Läufer an ihren Plätzen. Selbstverständlich bemächtigte sich ihrer eine kleine Sorge, als man wußte, daß es losging. S p i e 1 m a n n hatte die schwerste Aufgabe zu bewältigen. Mußte er doch gegen einen der besten 1000;m-Läufer Münchens starten. Doch er verschaffte sich bald die Führung und in einem seltenen Endspurt vermochte er schließlich als Erster den Stab zu übergeben. G o 1 d f a r b , ein zäher Kämpfer, lief ein blendendes Rennen. Auf seiner 500-m-Strecke konnte er trotz stärkster Konkurrenz den Vorsprung etwas erhöhen. Dann kam Kauft, ein Meister auf der 500-m-Strecke. Er lief in einem Tempo daß seine Gegner beim Stabwechsel bereits 20 m hinter Bat-Kochba lagen. Diesen Vorsprung erhöhte dann noch Bar- Kochbas bester Sprinter, Eisenmann, der an G e 1 b a r t übergab. Die übrigen Sprinter, E i - sen, Kaiser, Kutten, Spielmann 2 gaben ihr Letztes her, um keinen Boden zu verlieren und als 0 r 1 j a n s k y,. Bar-Kochbas Schlußmann, durchs Ziel lief, den Ehrenpreis und die Lorbeerkränze in Empfang nahm, war ein großer Sieg für den Bar-Kochba und für die jüdischen Farben erfochten, der insofern noch besonders beachtlich ist, als die 3 400-m-Strecke in 8,26 Minuten zurückgelegt wurde. Die 2. Mannschaft in der Aufstellung Hönigstein, K'afel Koschland, Gröbel, Jericho, Fleischer, ’Unger, Kornhauser, Kalter, Renka, kam in '9,10 Minuten an, während die 3. Mannschaft mit Waldmann, Rawitz, Läufer, Altmann, Schapira, Rauchwerk, Schneuer, Rosenbaum, Goldfarb 2, Landmann in 9,34 Minuten das Ziel passierte. Die Jugend 1 benötigte zur 1000-rmStrecke 2 Minuten 40 Sekunden, Jugend 2 2,49 Minuten, Schüler 1: 2,50 und Schüler 2: 3 Minuten. Ein Bombensieg der Handballer! Bar-Kochba schlägt D.S.V. 10:2 (6:2) Auf dem Säbener Platz lieferten sich am Fronleichnamstage obige Mannschaften das Rückspiel um die Frühjahrsmeisterschaft. D.S.V. wollte sich für das 1. verlorene Spiel revanchieren und am Anfang des Kampfes sah es auch aus, als ob die Blau-Weißen eine Schlappe erleiden sollten. D.S.V. war bereits mit 2 Toren im Vorsprung. Doch bald hatte sich die Nervosität der Bar- Kochbaner gelegt. Die Läuferreihe unterstützte den Sturm mit brauchbaren Vorlagen und die Verteidigung war auf der Hut. Auch Kornhauser im Tor scheint seine alte Form wieder gefunden zu haben, nur der Sturm versuchte sich wieder im