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Das jüdische Echo · 1931-06-05 · 23 (5.6.1931) · p. Seite 339

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
23 (5.6.1931)
Date
1931-06-05
Page
Seite 339 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 2 t Das Jüdische Echo 339 III. Die Arbeiterschaft erklärt der zionistischen Öffentlichkeit klar und eindeutig, daß zwischen den Interessen der jüdischen und arabischen Arbeiter im Lande kein Gegensatz besteht. Die jüdische Arbeiterbewegung ist sich bewußt, daß die arabische Bevölkerung organisch und untrennbar mit dem Lande verbunden ist. Der einwandernde Jude wünscht nicht, den Platz der arabischen Bevölkerung einzunehmen, denn das jüdische Volk will und kann sein nationales Heim nicht auf den Trümmern des arabischen Volkslebens aufbauen. Es ist Aufgabe der zionistischen Leitung, alle Anstrengungen zu machen, die zu einer jüdischarabischen Verständigung auf dieser Grundlage führen, und die Maßnahmen zu treffen, die eine jüdisch-arabische Kooperation auf allen Gebieten des Lebens fördern können. Im Sinne dieser Politik soll die Jewisli Agency sich mit der Verfassungsfrage in Palästina beschäftigen. Unsere Vertreter werden 'sich auf dem Kongreß entschieden für die Durchführung dieser Forderung einsetzen. IV. Die jüdische Arbeiterschaft hält daran fest, daß die volle Verwirklichung unseres Werkes in Palästina nur mit der Hilfe der solidarischen Unterstützung der internationalen und britischen Arbeiterschaft vor sich gehen kann. Wir verurteilen die unberechtigten und schädlichen Tendenzen, die den Protest gegen die abzulehnenden Regierungsmaßnahmen zu einem Kampf gegen die englische Arbeiterpartei und die Arbeiterregierung benutzen wollen. Eine erfolgreiche zionistische Arbeit muß stets von den realen politischen Gegebenheiten ausgehen. Daher wenden wir uns aufs entschiedenste gegen die Aufstellung illusionistischer Forderungen und gegen jene Demonstrationspolitik, die die Vertretung unserer gerechten Sache durch eine hemmungslose Propaganda gegen die Zusammenarbeit mit der Mandatarmacht und durch die so entstehende Verschärfung der «Beziehungen zwischen der Jewish Agency und der Regierung gefährden. Die Arbeiterschaft wird daher auf dem Kongreß alle Bestrebungen, die zionistische Politik auf diesen Abweg zu führen, aufs schärfste bekämpfen. V. Die Festigung und Stärkung der Zionistischen Organisation ist eine notwendige Voraussetzung für die Arbeitsfähigkeit der Jewish Agency. Die Arbeiterschaft erwartet, daß der Ausbau der Jewish Agency neue Kräfte mit dem Aufbauwerk in Palästina verbindet und eine ständige Erweiterung unserer kolonisatorischen Tätigkeit gewährleistet. Die Verwirklichung des Zionismus ist nur durch die rege Mitarbeit und Beteiligung der Massen des jüdischen Volkes und insbesondere der jüdischen Arbeiter möglich. In der Überzeugung, daß die Schlagkraft des Zionismus und seine moralischen und politischen Erfolge in den letzten Jahren vor allem den opferwilligen und hingebenden Leistungen der Arbeiterschaft zu verdanken sind, wird sich die Arbeiterschaft auf dem Kongreß mit aller Kraft für die Demokratisierung der zionistischen Leitung und Verwaltung einsetzen. Sie wird sich jedem Versuch, ihren Einfluß auf die Gestaltung unseres Aufbauwerkes, dessen Träger und Pionier sie ist, auszuschalten, energisch widersetzen. Liste III: Vereinigte Zionistisch-Sozialistische Liste (Poale Zion-Hapoel Hazair) Angeschlossen der Gemeinsamen Weltwahlliste Poale Zion und Hitachduth 1. Fritz Naphtali-Berlin. 2. Salomon Adler-Rudel-Berlin. 3. Georg Landauer-Berlin. 4. Georg Lubinski-Berlin. 5. Meilech Neustadt-Tel-Awiw. 6. Fritz Noack-Gotha. 7. Herzl Berger-Berlin. 8. Walter Deutschmann-Oppeln. 9. Elieser Schächter-Leipzig. 10. Bruno Nathan-Köln. 11. Josef Neuberger-Düsseldorf. 12. Albert Baer-Berlin. 13. John Toeplitz-Hamburg. 14. Kolef Daugilajcky-Königsberg. 15. Else Ester Eisenmann-Frankfurt a. M. 16. Theo Harburger-München. Wahlaufruf des Misrachi Misrachisten, schreitet zur Wahlurne eingedenk des Leitsatzes der Landeszentrale des Deutschen Misrachi: „Die Hauptaufgaben des Misrachi liegen auf r e- 1 i g i ö s e m und geistigem Gebiet. Die Beeinflussung des palästinensischen Jischuw, des Zionistenkongresses und der zionistischen Bewegung nach dieser Richtung muß in den Vordergrund treten gegenüber der Beschäftigung mit allgemeiner zionistischer Politik. Ein Grundübel der gegenwärtigen zionistischen Arbeit ist die Überbewertung der politischen Frage. Es ist Aufgabe des Misrachi demgegenüber dem Primat der kulturellen Arbeit und praktischen Aufbauarbeit, vor allem durch seine eigene Einstellung und Tätigkeit, wieder zum Siege zu verhelfen.“. Wer daher wünscht, daß Land und Volk Israel sich auf und aus den Grundsätzen der Thora entwickeln, Wer die Sehnsucht nach dem Lande Israel nur für berechtigt hält als Ergebnis der Überzeugung, daß sich unser Volk die Jahrtausende hindurch nur durch das Thoragesetz erhalten hat, Wer unser Bildungs- und Siedlungswerk im Thoragesetz verwurzelt sehen will und dem gegenüber alle anderen politischen Ziele für untergeordnet hält, der wähle am Sonntag, dem 7. Juni, die Misrachi-Liste (Spitzenkandidat Oskar Wolfsberg). Liste IV: Misrachi und Zeire-Misrachi 1. Dr. Oskar Wolfsberg-Berlin. 2. Rabb. Dr. Jakob Hoffmann-Frankfurt a.M. 3. Lazarus Barth-Berlin. 4. Dr. Werner Silberstein-Berlin. 5. Dr. Jesaja Leibowitz-Köln. 6. Benno Kohn-Frankfurt a. M. 7. Dr. Georg Lewy-Breslau. 8. Dr. Rudolf Möller-Hamburg. 9. R.-A. Erich Michaelis-Hamburg. 10. Dr. J. Bamberger-Nürnberg. 11. J. B. Sachs-Leipzig. 12. Otto Simon-Mannheim. 13. Justizrat Fränkel-München. 14. Dr. B. Friedmann-Chemnitz. 15. Martin Hirsch-Beuthen. 17. Grete Winter-Köln. 18. M. Wurmann-Dortmund. 19. S. Braner-Essen. 20. Min.-Rat Hans Goslar-Berlin.

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