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Das jüdische Echo · 1931-06-05 · 23 (5.6.1931) · p. Seite 338

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
23 (5.6.1931)
Date
1931-06-05
Page
Seite 338 (sequence 6)
Language
German
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338 Nr. 23 Das Jüdische Echo 11. Wiederaufbau der Organisaion. Reform der politischen Aktionsfreiheit der Zionistischen Organisation. Abkehr von den Schachermethoden der Koalitionspolitik. Reduktion des aufgeblähten Beamtenapparats. Schluß mit dem Mißbrauch von Beamtenstellung und Organisationsgeldern für Parteigeschäfte! Fort mit einer Leitung, die das Judenvolk von Niederlage zu Niederlage, von Pogrom zu Pogrom geführt hat! Fort mit einer Exekutive die geduldet hat, daß heute Palästina das Land mit der antisemitischsten Regierung der Welt ist! Fort mit einer Politik des Verzichts und des Ghettogeistes! Zionisten, der Zionismus ist in größter Gefahr. Schart Euch um das Banner Theodor Herzls! Liste II: Zionisten-Revisioiiisten Angeschlossen der Weltwahlliste der „Zionisten Revisionisten“ 1. Richard Lichtheim-Berlin. 2. Dr. Paul Arnsberg-Frankfurt. 3. Dr. Hans Bloch-Berlin. 4. R.-A. Berthold Lachmann-Breslau. 5. Dir. Ch. Belilowsky-Berlin. 6. Dr. Ludwig Goldwasser-Leipzig. 7. Dr. Justus Schloß-Berlin. 8. Dr. Robert Gidion-Köln. 9. Harry Voremberg-Braunschweig. 10. Dr. Elias Fischer-Berlin. 11. Alexander Reiter-Berlin. 12. Dr. Boris Silbert-Berlin. 13. Mendel Brauner-Beuthen. 14. Dr. Leopold Berger-München. 15. Max Baer-Berlin. 16. Leopold Gold-Hindenburg. 17. Hans Paul-Stettin. 18. Leonid Kahan-Berlin. 19. Dr. Ernst Ettisch-Berlin. 20. Dr. Julius Brutzkus-Berlin. Das arbeitende Palästina Die Arbeiterschaft Palästinas und die mit ihr seelisch verbundenen Kreise in der Galuth sehen eine Gewähr des Weiterbestands und der Entwicklung des zionistischen Werkes in der Fernhaltung aller überheblichen Gesten, die aus falschen Analogien mit landläufigen Begleiterscheinungen nationaler Aspirationen und den in ihrem innersten Kerne von unseren Zielen wesensverschiedenen Kolonisationstendenzen anderer Völker entsprungen sind. So gewiß der Fascismus dem Drange nach innerer Freiheit, der in Jahrtausenden jüdischer Geschichte unserem Volke seinen tiefsten Stempel aufgedrückt hat, zuwiderläuft, so entgegengesetzt ist auch der Wille nach Vorherrschaft mit ungeistigen Mitteln dem Streben nach äußerer Freiheit, die eine Anerkennung des Volksfremden von uns in gleichem Maße fordert, wie wir sie mit Recht von den Anderen verlangen. Aus diesen Gründen sind die diesjährigen Kongreßwahlen ein Prüfstein für die politische Einsicht und den Wirklichkeitssinn unseres Volkes. Die illusionistischen Vorstellungen, die einen großen Teil des jüdischen Kleinbürgertums noch immer beherrschen, müssen endlich dem Verständigungswillen weichen, der allein imstande ist, unser Geltungsstreben in den Augen der gebildeten Welt als berechtigt erscheinen zu lassen. Die Partei des arbeitenden Palästina und seiner Freunde bildet den sichersten Wall gegen die Gefahren, die dem Aufbauwerk von innen und außen drohen. In ihren Kreisen allein findet sich die Klarheit der Entscheidung, die mancher Politiker unter dem Einfluß der nationalen Phrase gar zu leicht verliert. Theodor Harburger. Aus dem Kongreßprogramm der Vereinigten Zionistisch-Sozialistischen Liste (Poale Zion — Hapoel-Hazai'r) I. In der Erkenntnis, daß der Erfolg des politischen Kampfes des Zionismus vor allem von unserer konkreten kolonisatorischen Leistung und von der Stärke der jüdischen Positionen in Palästina abhängt, kämpft die Arbeiterschaft im Zionismus dafür, daß auch in der Zeit politischer Hindernisse die praktische Aufbauarbeit im Lande ununterbrochen fortgesetzt wird. Das jüdische Volk muß klar erkennen, daß unsere Hauptstärke in den realen Errungenschaften liegt, die der Zionismus in Palästina schafft. Regierungserklärungen und politische Versprechungen können von dem Wechsel politischer Konstellationen abhängig sein, während reale Positionen eine beständige und unerschöpfliche Kraftquelle sind. Die Arbeiterschaft fordert deswegen auf dem XVII. Kongreß, ohne ihren politischen Kampf zu unterbrechen, vor allem eine verstärkte kolonisatorische Tätigkeit in Palästina, in der Stadt und auf dem Lande, unter Anerkennung des Rechtes der Siedler auf freie Selbstbestimmung der sozialen Form ihrer Siedlung, die wirtschaftliche Festigung der Kwuzoth und aller übrigen Siedlungen, der Hachscharah, der Chaluzim und der sozialen Institutionen der Arbeiterschaft. Die Arbeiterschaft fordert von der Exekutive energische Maßnahmen, die die Verwurzelung des jüdischen Arbeiters in den Kolonien sichern und den Kampf des jüdischen Arbeiters um sein Recht auf Arbeit unterstützen. II. In der Überzeugung, daß in Palästina noch heute für die Ansiedlung großer jüdischer arbeitender Massen Platz vorhanden ist, ohne daß dadurch die Interessen der arabischen Bevölkerung im Lande beeinträchtigt werden, in der Überzeugung, daß die jüdische Arbeitereinwanderung durch die Herbeiführung eines höheren Lebensniveaus die Produktivkräfte des Landes entwickelt, die Auflösung der hergebrachten feudalen Wirtschaftsformen im Lande beschleunigt und neue Lebensbedingungen auch für den arabischen Arbeiter und den Fellachen schafft, haben wir die Angriffe gegen unser Werk, die in dem Mehrheitsbericht der Shaw-Kommission und im Weißbuch der englischen Regierung vom 21. Oktober 1930 zum Ausdruck gekommen sind, als eine unbegründete und ungerechte Beschuldigung unserer Befreiungsbewegung zurückgewiesen. In der Erkenntnis, daß die wesentliche Triebkraft des Zionismus in der Not des landlosen jüdischen Volkes und in seiner anormalen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Struktur liegt, die sich in Palästina von Grund auf ändert, werden unsere Vertreter auf dem Kongreß einen entscheidenden Kampf für freie Einwanderung und Kolonisation im Lande führen und sich den Versuchen einer Begrenzung der Einwanderung und Kolonisation aus politischen Motiven, gleichgültig, ob sie innerhalb der Bewegung vorgeschlagen oder von außen aufgezwungen werden, mit aller Kraft widersetzen.

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