Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 23 (5.6.1931)
- Date
- 1931-06-05
- Page
- Seite 337 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 23 Das Jüdische Echo 337 Ausgestaltung eines starken Jüdischen Nationalheims schaffen. 3. Die zionistische Politik muß zielbewußt und unablässig auf einen Ausgleich mit der arabischen Bevölkerung hinarbeiten. Wir fordern eine solche Politik von der Mandatsregierung und von der Leitung der Jewish Agency. II. Wir billigen die Politik Weizmanns, deren Ziel die Wiederherstellung eines Vertrauensverhältnisses zu England und der Ausgleich mit der arabischen Bevölkerung Palästinas ist. Diese politische Haltung, für die wir seit Jahren eingetreten sind, hat nach der Erschütterung unserer Position durch das Weißbuch, zu dem Erfolge des Mac Donald- Briefes geführt. Wir verlangen von der künftigen Leitung die Fortführung dieser Politik und werden für ihre Durchsetzung in der Bewegung kämpfen. III. Wir fordern vom Kongreß die Einsetzung einer Exekutive, die — in klarer Abstimmung von einer Mehrheit des Kongresses gewählt — durch ihre Zusammensetzung und durch ihren Rückhalt in der Bewegung die Durchführung der von uns vertretenen Politik gewährleistet. IV. Mit diesem Kongreß muß in der zionistischen Bewegung eine Periode der Zusammenfassung aller Kräfte beginnen, die eine Erneuerung der zionistischen Arbeit und eine große Expansion unserer Organisation ermöglicht. Das Gelingen dieses Werkes bedarf eines starken Allgemeinen Zionismus, der aufs neue seine entscheidende Aufgabe beim Aufbau von Erez-Israel erkennen muß. Nur eine tragfähige Mitte kann die Arbeit der Flügelparteien und der gesamten Organisation für das Palästinawerk und die Gewinnung der Judenheit fruchtbar machen. V. Eine besondere Aufgabe der Allgemeinen Zionisten ist es, neben der Förderung der kollektiven Aufbauarbeit die Privatinitiative anzuregen und ihr die heute in Erez-Israel vorhandenen Möglichkeiten zu erschließen. Liste I: Allgemeine Zionisten Angeschlossen der Weltwahlliste der „Allgemeinen Zionisten“ 1. Kurt Blumenfeld-Berlin. 2. Salman Schocken-Berlin. 3. Alfred Klee-Berlin. 4. Elias Auerbach-Berlin. 5. Salli Hirsch-Berlin. 6. Alfred Landsberg-Wiesbaden. 7. Meinhold Nußbaum-Nürnberg. 8. Hugo Schachtel-Breslau. 9. Frau Rahel Straus-München. 10. Fritz Löbenstein-Leipzig. 11. Jensei Altschul-Berlin. 12. Egon Rosenberg-Berlin. 13. Erich Buchholz-Hamburg. 14. Bernhard Hirsch-Hamborn. 15. Moritz Bileski-Berlin. 16. Frau Bertha Epstein-Duisburg. 17. Moses Waldmann-Berlin. 18. Sigmar Ginsburg-Königsberg. Wahlaufruf der Revisionisten Der Kongreß der Entscheidung steht bevor! Es geht um den Sinn des Zionismus. Es geht um das Erbe Theodor Herzls! Ihr habt die letzte Möglichkeit, die Zionistische Organisation vor der Zerstörung zu retten! Wollt Ihr, daß die Politik der bankrotten Exekutive fortgesetzt wird? Wollt Ihr, daß der Präsident der Zionistischen Organisation erklären darf, das Ziel des Zionismus sei nicht der Judenstaat? Wollt Ihr statt der Massenbesiedlung Palästinas mit Juden die Bildung eines neuen Ghettos im Araberstaat? Wollt Ihr, daß das Weißbuch offen oder versteckt anerkannt wird und ein arabisches Parlament unseren Aufbau unmöglich macht? Wollt Ihr die Organisation weiter zerschlagen, den Kongreß mißachten lassen? Wollt Ihr die wirtschaftlichen Bankrottmethoden, die Schacherpolitik der Fraktionen weiter dulden? Wollt Ihr die Fortsetzung einer Politik, die in neun Jahren zu drei Pogromen geführt hat? Zionisten! Nur eine große mutige Bewegung kann den Wiederaufbau beginnen! Nur der große Zionismus, der Staatszionismus Theodor Herzls kann unserem Volke seine Heimat geben! Wir Revisionisten fordern, daß dieser große Zionismus Herzls wieder zum alleinigen Inhalt der zionistischen Arbeit gemacht wird. Wir fordern neue politische Methoden mit dem Ziel der Einführung des Kolonisationsregimes! Wir fordern neue wirtschaftliche Methoden mit dem Ziel der Schaffung eines jüdischen Palästina durch die Aufbauarbeit aller Schichten des Volkei! Wir fordern: 1. Zionistische Zielsetzung. Zionismus ist klar und unverrückbar. Großkolonisation von Hunderttausenden von Juden in Palästina zur Bildung eines Judenstaats auf Grundlage jüdischer Majorität. 2. Politische Offensive. Mobilisierung aller Kräfte der Judenheit zur Wiederaufnahme und konsequenten Durchführung des Kampfes um die Erfüllung des Mandates. 3. Ostpalästina („Transjordanien“). Einbeziehung von Ostpalästina in die Balfour-Deklaration. 4. Bodenreform. Die jüdischen Gelder sollen nicht in die Taschen der arabischen Großgrundbesitzer fließen. 5. Hilfe für die jüdische Industrie. Geeignete Steuern, Zölle und Transporttarife. Kredite, Prämien. TOZERETH-HAAREZ la GOLA! 6. Nationale Arbitrage. Einsetzung von überparteilichen Schiedsgerichten bei Konflikten zwischen Kapital und Arbeit. Dadurch: keine Unterbrechung des jüdischen Aufbaues. 7. Jüdischen Schutz für jüdische Arbeit. Schluß mit Pogromen! Darum: bewaffnete jüdische Kräfte. Judaisierung der Polizei und Gendarmerie. Erziehung der Jugend zu Chaluzim des Staatsbaues im Geist wehrhafter nationaler Disziplin. 8. Intensive Landwirtschaft. Die kleine Bodenfläche Palästinas muß bis zum Äußersten ausgenutzt werden. 9. Immigration. Freiheit der Einwanderung nach Erez Israel. Gleiche Immigrationsbedingungen für alle Juden. Wirtschaftliche Zusammenfassung der Palästinaauswanderer durch Emigrationsbanken, Kredite, gegenseitige Hilfe usw. 10. Reform der Finanzierungsmethoden. Durch eine vernünftige Finanzpolitik muß das schwer erschütterte Vertrauen in die Solidarität unserer Aufbauinstitute wiederhergestellt werden. Keine Verschleuderung unserer Gelder für Parteiwirtschaft und Experimente! Grundlage der jüdischen Wirtschaft ist Privatinitiative und Kredit. Die zionistischen Fonds sollen vorbereiten und helfen, nicht direkt kolonisieren.