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Das jüdische Echo · 1931-05-29 · 22 (29.5.1931) · p. Seite 327

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
22 (29.5.1931)
Date
1931-05-29
Page
Seite 327 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 327 Die Beratungen zwischen englischer Regierung und Jewish ügency beendet Erklärungen Dr. Drummond Shiels im Unterhaus L o n d o n , 20. Mai. (JTA.) Auf eine Anfrage des Abgeordneten Howard Bury teilte der Unterstaatssekretär für die Kolonien Dr. Drummond Shiels, im Unterhause mit, daß die Beratungen mit den jüdischen Führern faktisch beendet sind. Die von den Arabern gestellten Bedingungen, sagte Shiels weiter, hätten es zwar unmöglich gemacht, formelle Beratungen mit ihnen zu führen, doch habe der High Commissioner in persönlicher Eigenschaft mit den arabischen Führern Besprechungen gepflogen, um ihre Gesichtspunkte kennenzulernen. Dr. Shiels kündigte schließlich an, daß Vorschläge, die sich aus den Verhandlungen mit den jüdischen Führern ergeben, binnen kurzem dem Parlamente unterbreitet werden würden. Sitzung der Politischen Kommission in Berlin Berlin, 26. Mai. (JTA.) In diesen Tagen fand in Berlin eine außerordentliche Sitzung der Politischen Kommission der Zionistischen Organisation unter dem Vorsitz des Präsidenten des Zionistischen Aktionskomitees, Herrn Leo Motzkin, statt. Zur Teilnahme an der Sitzung waren Abgeordneter J. Grünbaum aus Warschau und Prof. Brodetsky aus London gekommen, außerdem waren Dr. Nahum Goldmann, Dr. M. Soloweitschik und Joseph Sprinzak anwesend. In der Sitzung wurden neue schriftliche Vorschläge der englischen Regierung an die Jewish Agency bezüglich der in den letzten Verhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung erörterten Fragen beraten. Es wurde beschlossen, am 31. Mai, evtl, früher, eine Plenarversammlung der Politischen Kommission nach London zum Zweck der Beantwortung dieser Vorschläge einzuberufen. Neuyork, 26. Mai. (JTA.) Der ehemalige Präsident der Zionistischen Organisation Amerikas und Mitglied der Zionistischen Exekutive, Louis Lipsky, fordert im Organ seiner Gruppe „The Zionist“, daß die Verhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung nicht weiter fortgesetzt werden, da England die Juden getäuscht habe. In dem Artikel führt Lipsky u. a. aus: Es liegt auf der Hand, daß England nicht beabsichtigt, seine im Palästina-Mandat niedergelegten Verpflichtungen gegenüber dem jüdischen Volke zu erfüllen. Aus keinem einzigen wichtigeren Regierungsakt der letzten zwei Jahre ist zu ersehen, daß England willens ist, die palästinensischen Angelegenheiten auch nur in Übereinstimmung mit der in Churchills Weißbuch niedergeleten abgeschwächten Doktrin zu behandeln. Die Wahlen in den Council der Jewish Agency London, 20. Mai. (JTA.) Wie das Hauptbüro der Jewish Agency offiziell mitteilt, ist die Exekutive der Jewish Agency derzeit mit den Vorbereitungen für die Wahlen in den Council der Jewish Agency, dessen zweite ordentliche Tagung am 14. Juni in Basel eröffnet werden soll, beschäftigt. In England werden die Wahlen in den Council am 7. Juni, ebenso wie dies vor zwei Jahren anläßlich der konstituierenden Tagung des Councils der Fall war, durch den Board of Deputies der britischen Juden vorgenommen werden. In Deutschland finden die Wahlen am 14. Juni auf einer vom Initiativkomitee der Jewish Agency einberufenen Konferenz statt und werden nach denselben Grundsätzen durchgeführt werden, wie seinerzeit die Wahlen zur konstituierenden Tagung des Councils. In der Bukowina werden die Mitglieder des Councils am 20. Juni auf einer Konferenz gewählt, zu der alle jüdischen Gemeinden und das Landeskomitee des Keren Hajessod Delegierte entsenden werden. Die Wahl wird dort ebenfalls nach den Grundsätzen der Wahl von 1929 vorgenommen werden. Aus der jüdischen Welt Einweihung des neuen jüdischen Lehrlingsheims Berlin, 21. Mai. (JTA.) Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und das Kuratorium der „Aktion der deutschen Juden für Erziehung und Arbeit“ hatten am Mittwoch, dem 20. Mai, zu einer Einweihung des neuen Lehrlingsheims in der Holzmarktstraße 74 geladen. Der Einladung waren zahlreiche Mitglieder der Ministerien und der städtischen Behörden, sowie zahlreiche Persönlichkeiten der jüdischen Gesellschaft Berlins gefolgt. Im Namen des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes und im Namen des Kuratoriums der „Aktion der deutschen Juden für Erziehung und Arbeit“ begrüßte Legationsrat Prof. Dr. M. Sobernheim die Erschienenen und dankte insbesondere den staatlichen und städtischen Behörden für ihre Teilnahme. Prof. Dr. Sobernheim sprach alsdann dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin den Dank dafür aus, daß er in großzügiger Weise die Anstalten des D.I.G.B. förderte, und ging dann auf die Tätigkeit der „Aktion der deutschen Juden für Erziehung und Arbeit“ ein, die durch ihre unermüdliche Wirksamkeit die notwendigen Beträge aufgebracht habe, um die Institution, die heute ins Leben tritt, zu ermöglichen. Die Berliner Jüdische Gemeinde klagt gegen Alfred Rosenberg Berlin, 21. Mai. (JTA.) Der Vorstand der Berliner Jüdischen Gemeinde hat gegen den verantwortlichen Schriftleiter der Aprilnummer der „Nationalsozialistischen Monatshefte“, Alfred Rosenberg, Strafantrag wegen Beschimpfung der jüdischen Religion gestellt. In der Aprilnummer der „Nationalsozialistischen Monatshefte“ war ein Aufsatz veröffentlicht, der die gröblichsten Beschimpfungen gegen die jüdische Religion enthielt. Insbesondere war in dem Artikel ausgeführt, daß durch den Talmud die Juden zu einer einheitlich handelnden Betrugsgemeinschaft verbunden seien. Dr. Feodor Rosenbaum verschieden Berlin, 21. Mai. (JTA.) In Berlin verstarb im Alter von 81 Jahren der im Ruhestande lebende langjährige Schriftleiter des „Israelitischen Familienblattes“, Dr. phil. Feodor Rosenbaum, einer der angesehensten jüdischen Publizisten in Deutschland. Schimpffreiheit für Antisemiten Berlin, 24. Mai. (JTA.) Die Strafkammer I des Landgerichts Gleiwitz hat den nationalsozialistischen Führer Max Fillusch, der erklärt hatte, „Rathenau, der Verräter, war auch ein Jude“, mit der folgenden Begründung freigesprochen: „Der Ausdruck ,Verräter4 enthält keine Beschimpfung des früheren Reichsministers Rathenau. Der Ange-

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