Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 19 (8.5.1931)
- Date
- 1931-05-08
- Page
- Seite 291 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 Das Jüdische Echo 291 bloß 2 Juden befinden. In den jüdischen Kreisen Wilnas herrscht tiefe Verstimmung darüber, daß die jüdischen Oragnisationen und die jüdische Gemeinde nicht eingeladen wurden, Vertreter in dieses Hilfskomitee zu entsenden., obwohl die jüdische Bevölkerung von der H'ochwasserkatastrophe am stärksten betroffen wurde. Aus dem Städtchen Danilowicz wird das erste Todesopfer der Katastrophe gemeldet. Frau Rifka Rifkowska .wurde bei dem Versuch, eine von den Fluten überschwemmte Straße zu überschreiten, fortgespült und ist ertrunken. Rasche Joint-Hilfe für die durch die Hochwasserkatastrophe in Ostpolen geschädigten Juden Warschau, 28. April. (JTA.) Das American Joint Distribution Comitee hat eine Summe von 3000 Dollar für sofortige Hilfe an die durch die Hochwasserkatastrophe in Wilna und Umgebung geschädigten jüdischen Familien zur Verfügung gestellt. Der Leiter des Büros des Joint Distribution Commitee in Warschau, Herr Gitermann, hat sich nach Wilna begeben, um den Umfang der Katastrophe und die unter den betroffenen jüdischen Familien eingetretene Notlage festzustellen. Abermals antisemitische Ausschreitungen in Paris Paris, 28. April. (JTA.) Am Sonntag, dem 26. April, kam es im jüdischen Viertel von Paris, in der Rue du Temple und ihren Nebenstraßen, abermals zu antisemitischen Ausschreitungen, wie sie in den letzten Monaten häufig geworden sind. Die von einer Gruppe von etwa 30 Camelots du Roi veranstaltete Kundgebung trug diesmal eineü noch aggressiveren Charakter als sonst und artete in einen argen Exzeß aus. Die Camelots du Roi, die einen ihrer in letzter Zeit üblichen Demonstrationsspaziergänge durch das jüdische Viertel veranstalteten, wobei gehässige und drohende Rufe gegen die Juden laut wurden, drangen plötzlich ohne jeden Anlaß in ein Cafe ein und begannen, auf die jüdischen Gäste loszuschlagen. Eine Anzahl junger Juden eilte, mit Stöcken bewaffnet, zur Abwehr herbei und es entspann sich ein etwa halbstündiger Kampf zwischen den beiden Parteien. Ein stärkeres Polizeiaufgebot trennte schließlich die Kämpfenden und nahm zehn Personen aus beiden Gruppen fest. Ein Polizist und eine Zivilperson wurden verletzt ins Spital eingeliefert. Dr. Shiels Repräsentant Englands auf der nächsten Tagung der Mandatskommission Genf, 30. April. (JTAU Wie der Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur erfährt, wird die englische Regierung auf der nächsten Tagung der Mandatskommission des Völkerbundes, die am 9. Juni d. J. eröffnet wird, außer durch den Chefsekretär der Palästinaregierung Young auch durch den Unterstaatssekretär für die Kolonien, Dr. Drummond Shiels, vertreten sein. 60 Jahre Anglo-Jewish Association London, 4. Mai. (JTA.) Am 3. Mai fand in London die Jahresversammlung der nunmehr 60 Jahre bestehenden Anglo-Jewish Association unter dem Vorsitz ihres Präsidenten, Leonard G. Montefiore, statt. Im Anschluß an den Jahresbericht der Vereinigung wurde von den Referenten der Tagung ein Überblick über die Lage der Juden in den Ländern Ost- und Mitteleuropas und in der Türkei gegeben und die Rolle der Anglo- Jewish Association als einer Institution gekennzeichnet, die berufen ist, die das jüdische Leben in aller Welt betreffenden Vorfälle moralisch zu •beurteilen. Millionenvermächtnis für jüdische Wohlfahrtszwecke N e w Y o r k, 27. April. (JTA.) Der am 15. April während der Überfahrt nach Japan verstorbene Morton Meinhard, Chef einer großen New Yorker Textilfirma, hat für jüdische Wohlfahrtszwecke eine Million Dollar hinterlassen. Henrietta Szold Mitglied des Präsidiums des Waad Leumi Jerusalem, 29. April. (JTA.) Der Waad Leumi hat in seiner letzten Sitzung Henrietta Szold zum Mitglied des Präsidiums gewählt. Henrietta Szold erhält den ursprünglich für ein Mitglied der Arbeiterpartei reservierten Sitz. Die Arbeiterpartei, die ihrer zahlenmäßigen Stärke nach Anspruch auf 3 von den 6 Sitzen des Präsidiums hatte, hat im Hinblick auf die geplante Übertragung des Erziehungs- und Gesundheitswesens an den Jischuw den letzten der ihr zustehenden Sitze im Präsidium an die langjährige Leiterin der betreffenden Ressorts bei der Palästina-Exekutive der Jewish Agency abgetreten. Der Zustand Harry Sachers leicht gebessert1 Jerusalem, 28. April. (JTA.) In dem Zustand des schwer erkrankten Mitglieds der Zionistischen Exekutive, H'arry Sacher, ist eine Wendung zum Besseren eingetreten. Auch im subjektiven Befinden des Kranken ist eine leichte Besserung festzustellen. Abermals eine Verhaftung im Zusammenhang mit dem Überfall bei Yadjur Jerusalem, 27. April. (JTAD Im Zusammenhang mit dem während der Pessachtage auf eine jüdische Arbeitergruppe verübten Anschlag, bei dem drei Mitglieder der jüdischen Arbeitersiedlung Yadjur den Tod fanden, wurde eine weitere Verhaftung vorgenommen. Es handelt sich abermals um einen Araber aus dem bei Safed gelegenen Dorf Aassasi, der dringend verdächtig erscheint, an dem heimtückischen Überfall teilgenommen zu haben. Sein Name ist Saleh Schubani. Wassermangel in Jerusalem — * Drohende Einschränkung der Bautätigkeit Jerusalem, 5. Mai. (JTA.) Infolge des ungenügenden Regens während der Wintermonate ist im städtischen Wasserreservoir zu Jerusalem bedenkliche Wasserknappheit eingetreten. Die Niederschlagsmenge war in diesem Jahre noch weit geringer als im vergangenen Jahr, in dem während der heißen Monate ebenfalls Wassermangel herrschte. Es verlautet, daß von Juni an Wasser mittels Bahn aus der Umgebung von Ludd zugeführt werden wird, wie dies bereits vor drei Jahren geschah. Einwanderung nach Palästina im März J e r u s a 1 e m. 28. April. (JTA.) Im März d. J. wanderten 771 Juden nach Palästina ein, während in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres zusammen 303 Einwanderer in das Land gekommen waren. Von den März-Einwanderern kam die Mehrzahl, 636, auf Grund von Zertifikaten der Jewish Agency, 103 kamen als Verwandte und 32 als Einwanderer mit eigenen Mitteln. Von den Einwanderern stammten 519 aus Polen, 69 aus Rußland, 26 aus den Vereinigten Staaten, der Rest aus anderen Ländern.