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Das jüdische Echo · 1931-05-08 · 19 (8.5.1931) · p. Seite 289

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
19 (8.5.1931)
Date
1931-05-08
Page
Seite 289 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 19 Das Jüdische Echo 289 wurde, tritt an die gesamte deutsche Judenheit heran, um sie an ihre jüdische Pflicht und moralische Verantwortlichkeit zu erinnern. Hs ist noch nicht lange her, daß unsere jüdischen Gemeinden in Deutschland am völligen Verarmen und unsere Organisationen und Institute am Zusammenbrechen waren. Da waren es die amerikanischen Juden, und das sind zu 90 Prozent russische Juden, die auf den ersten Hilferuf die deutsche Judenheit mit ihren Hunderten von Instituten und Organisationen vor dem materiellen Untergang bewahrt haben. Heute gilt es also nicht zu geben, sondern zurückzugeben. Ein Versagen der deutschen Judenheit in diesem Augenblick, wo russisch-jüdische Kaufleute\ Industrielle, Anwälte, Ärzte, Schriftsteller, Professoren, Gelehrte in zum Teil grauenhaftem Elend verborgen und unerkannt unter uns leben, wäre undenkbar. Der Reichsausschuß erwartet, daß jeder seine Pflicht tut. Der Reichsausschuß für russisch-ijüdtsche Flüchtlingshilfe, Vorsitzender: Dr. Alfred Klee, Dr. Freimann, RA. Heinrich Stern, Dr. Baeck, Dr. Brodnitz, Dr. A. Ernstem., Dr. Goslar, Dr. Hildesheimer, G. Kareski, Dr. F. Oppenheimer, Oscar Wassermann, Dr. Weiße, Arnold Zweig. Zionistisches Jugendtreffen in Nürnberg Die zionistische Arbeit verträgt keine langandauernde Isolierung — die zionistische Bewegung strebt darnach, den Gesamtzusammenhang des jüdischen Volkes wieder herzustellen, und sie entfaltet ihre ganze Kraft immer dann, wenn es ihr gelingt, Gruppen von Menschen zu gemeinsamer Arbeit und gemeinsamem Werk zusammenzuschließen. Es ist nicht leicht,, das Gefühl einer großen und starken Gemeinsamkeit, dessen die zionistische Arbeit bedarf, immer und immer wieder wachzurufen; ja es ist heute, wo es einen ausgesprochenen, starken zionistischen Jugendbund nicht gibt, gerade in der zionistischen Jugend besonders schwer, wenn auch allerorten jugendliche zionistische Kräfte sich regen und bestimmenden Anteil an der Arbeit auch der zionistischen Ortsgruppen nehmen. Noch ist aber die Organisation dieser jugendlichen Kräfte nicht gelungen, ja sie ist vielleicht noch nicht einmal recht angebahnt. Um nun einen tüchtigen Schritt auf diesem Wege weiterzukommen, die Probleme zionistischer Jugendarbeit durchzusprechen und den Zusammenschluß zionistischer Kräfte herbeizuführen, wird am Sonntag, 17. Mai, in Nürnberg ein zionistisches Jugendtreffen abgehalten, an dem sich Gruppen aus München, Nürnberg, Wiirzburg, Bamberg, Augsburg, Schweinfurt und anderen Orten beteiligen werden. (Die Teilnahme jedes Interessierten ist selbstverständlich erwünscht.) Im Auftrag der Zionistischen Vereinigung wird Herr Dr. Kanowitz (Berlin) am Treffen teilnehmen und ein grundsätzliches Referat erstatten. Es ist genügend Zeit zur Debatte vorgesehen, der Nachmittag aber ist Sport und Spiel in Wendelstein gewidmet, wo sich das vom früheren Nürnberger Blau-Weiß erbaute Landheim befindet. Die Leitung der Spiele werden Herr Dr. Berger (München) und Herr Referendar Hans Wolf- Veith (Nürnberg) inne haben; einige Darbietungen künstlerischer Natur werden von Herrn Schalom Schapira und Herrn Dr. Dankwerth (Nürnberg) vorbereitet. (Das genaue Programm des Treffens wird in der nächsten Nummer veröffentlicht werden.) Zionistische Studentinnengruppen Im vergangenen Wintersemester wurden in ein paar deutschen Universitätsstädten und in Riga zionistische Studentinnengruppen gegründet. Die Arbeit dieser Gruppen erstreckte sich auf die verschiedensten Gebiete. In der Hauptsache bemühte man aber sich eine allgemein jüdische oder auch zionistische Wissensgrundlage zu schaffen. Allmählich traten die Gruppen in Briefwechsel miteinander; jede wollte von der Tätigkeit der anderen wissen. Dadurch wurde der Wille zu einem weiteren Gedankenaustausch und zu einem einheitlichen Programm wach. Da dieser Briefwechsel und der Wunsch eines Treffens in die Zeit des Kartelltags des K. J. V. fiel, trafen sich Delegierte der einzelnen Gruppen zum gleichen Zeitpunkt in Hamburg. Bei dieser internen Tagung waren alle Gruppen, bis auf die Rigenser, vertreten. Jede Gruppenleiterin gab Bericht über die Winterarbeit. Dann legten die Vertreterinnen der zionistischen Studentinnengruppen ihre Stellung zum K. J. V. dahingehend fest, daß sie eine Zusammenarbeit erstreben, unter Wahrung der Autonomie der beiden Verbindungen. Ferner stellten sie ein Erziehungsprogramm auf, durch das u. a. Zusammensetzung und Innenarbeit geregelt werden. Als Außenarbeit soll diejenige jeder zionistischen Organisation in Betracht kommen. Die Gruppen sollen sich im wesentlichen aus Studentinnen zusammensetzen, es erfolgt aber auch auf Beschluß aller Mitglieder die Aufnahme von Nichtstudentinnen, Zionistinnen oder zionistisch Interessierter. Das Forum, dem alle Gruppen verantwortlich sind, ist die Hanhalah, die zunächst aus zwei Chaweroth besteht und ihren Sitz in Berlin hat. — Hauptziel ist die Erziehung von bewußt zionistischen Frauen, die fest im Zionismus verwurzelt sind. Nach Rücksprache mit einer vom Kartelltag gewählten Kommission, wurde das Programm dem Kartelltag vorgelegt und angenommen, d. h. das Präsidium des K. J. V. verpflichtete sich zur Zusammenarbeit mit der Hanhalah. Diese kleine Tagung in Hamburg stellt also den Auftakt zu einer jetzt wieder beginnenden Arbeit dar. L. R. K. Synagogengrundsteinlegung in München M ii n c h e n, 4. Mai. Am Sonntag, 3. Mai, wurde der Grundstein zum Synagogenumbau der ostjüdischen Vereine, Reichenbachstraße 27, gelegt. Man hatte von einer größeren Feier abgesehen; jedoch waren die Vertreter der ostjüdischen Synagogenvereine erschienen; die israelitische Kultusgemeinde war durch Justizrat Dr. Elias Straus, die Herren David Horn und Paul Grünbaum vertreten, Herr Rabbiner Wiesner hielt eine Ansprache, in der er die Bedeutung des Ereignisses würdigte; in besonders herzlichen Worten beglückwünschte Herr Justizrat Dr. Straus die Bauherren. In den Grundstein wurde ein Dokument versenkt. 125 Jahre Chewra Kadischa in München München, 3. Mai. Am 5. Mai 1931 (Lag be omer 5691) werden es 125 Jahre, daß der Israelitische

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