Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1931-05-01 · 18 (1.5.1931) · p. Seite 273

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
18 (1.5.1931)
Date
1931-05-01
Page
Seite 273 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9103087-9176171--11685-9083756
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

Nr. 18 273 Das Jüdische Echo Ebenso wurde auch eine Anzahl Gräber, die in der Nähe des Zaunes lagen, stark beschädigt. Beim Emporzüngeln der Flammen sah man zwei junge Leute durch die Felder flüchten, die gleich von der Gendarmerie festgenommen werden konnten. Die von der Behörde sofort eingeleitete Untersuchung wird das Nähere ergeben.“ Außer dieser Schändung wurde der Zeitung noch über zwei bereits vor einiger Zeit stattgefundene Schändungen in Schneidemühl und Aschaffenburg, ferner in Bovenden bei Göttingen, Harburg, Hochneukirchen, Klein-Krotzenburg, Löwenberg, Plauen-Tannenhof berichtet, wo außer den erwähnten eine zweite oder sogar eine dritte Schändung vor sich gegangen ist. Damit erhöht sich die Zahl der Friedhofsschändungen auf 119. Sind Synagogen nicht mit den christlichen Religionsgemeinschaften gleichberechtigt? B'efrliin:, 15. April. (JTA.) Unlängst wurde von einer Entscheidung des preußischen Oberverwaltungsgerichts berichtet, in der dieses sich auf den Standpunkt stellt, daß Rabbiner nicht Geistliche im Sinne der Hauszinssteuerverordnung sind und daß deshalb für Dienstwohnungen von Rabbinern eine Befreiung von der Hauszinssteuerpflicht nicht eintritt. Wie der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitteilt, dürfte diese Entscheidung praktisch für die jüdischen Gemeinden deshalb nicht von Bedeutung sein, weil der preußische Finanzminister durch Runderlaß vom 3. März 1927 die Finanzämter angewiesen hat, bei Dienstwohnungen von Rabbinern und anderen Kultusbeamten die Hauszinssteuer aus Billigkeitsgründen zu erlassen. Anhaltender Zudrang zu den jüdischen Schulen Berlin, 22. April. (JTA.) Zu Beginn des Sommerhalbjahres lagen für die Sexta des Realgymnasiums der Israelitischen Synagogengemeinde Adass Jisroel zu Berlin 74 geeignete Anmeldungen vor. Aus Mangel an Mitteln konnte eine Parallelklasse nicht gebildet werden; es mußten daher 23 Bewerber, die nicht die Grundschule der Adass Jisroel besucht hatten, zurückgewiesen werden. Bei den Anmeldungen zur Quinta mußten 12 von außen kommende Bewerber abgewiesen werden. Zusammentritt des Wahlprüfungsausschusses der jüdischen Gemeinde Berlin, 23. April. (JTA.) Auf Verfügung des Polizeipräsidenten tritt der Wahlprüfungsausschuß für die Repräsentantenwahlen, bestehend aus den Vorsitzenden der Wahlvorstände, nochmals am Montag, dem 27. April, abends, zusammen, um abermals eine Nachprüfung der ungültigen Stimmzettel vorzunehmen und alsdann das Gesamtergebnis der Wahl vom 30. November 1930 noch einmal festzustellen. Der Siebente Band der „Encyclopädia Judaica“ erschienen Berlin, 19. April. (JTA.) Im Verlag „Esclikol“, Berlin, erschien soeben der siebente Band der unter der Chefredaktion von Dr. Jakob Klatzkin und Prof. Ismar Elbogen herausgegebenen „Encyclopädia Judaica“, der die Artikel von Gabriol bis Moses Hess enthält. Von den großangelegten Monographien dieses Bandes sind insbesondere zu nennen: Gabriol, Gemeinde, Geonim, Gersonides, Gesetze, Gott, Grab, Griechische und Römische Schriftsteller, Hagadah, Halacha, Handel, Handwerk, Handschriften, Hebräische Sprache. Wie die früheren Bände ist auch dieser Band mit zahlreichen Illustrationen, darunter auch farbigen, sowie Noten ausgestattet. Der neue Berliner Stadtkälmmerer Bruno Asch Berlin, 22. April. (JTA.) Die Wahl des bisherigen Frankfurter Stadtkämmerers Bruno Asch zum Stadtkämmerer von Berlin, hat große Genugtuung ausgelöst. Bruno Asch gilt als ein großes städteverwalterisches Talent, seiner mehrjährigen Wirksamkeit in Frankfurt ist die finanzielle Konsoldierung und moderne Entwicklung dieser Großstadt mit zu verdanken. Bruno Asch hat sich um das Zustandekommen der deutschen Sektion der Jewish Agency bemüht, ist selbst Mitglied des nichtzionistischen Teils des Council der Jewish Agency und arbeitet auch in den Kommissionen mit. Die Verwirklichung der jüdischen Friedensidee Kundgebung des jüdischen Friedensbundes Berlin,, 21. April. (JTA.) Der Jüdische Friedensbund veranstaltete am Montag, .dem 20. April, im Brüdervereinshaus zu Berlin eine außerordentlich gut besuchte Kundgebung, in der eine Reihe von Rednern die innige Verknüpfung des Judentums mit der Friedensidee hervorhoben. Durch eine während der Versammlung eingeleitete Aktion wurden die Grundlagen zu einem großzügigen organisatorischen Ausbau des jüdischen Friedensbundes geschaffen. Die Zahl der jüdischen Studierenden an der Wiener Universität Wien, 26. April. (JTA.) Laut amtlicher Statistik studierten i. J. 1930 an der Wiener Universität 2287 jüdische Studenten be; einer Gesamtstudentenzahl von 12 006 Studierenden. Von den Juden haben sich bloß 958, also kaum die Hälfte, zur jüdischen Nationalität bekannt. Dr. Lewenstein legt sein Amt als Generalsekretär des Kalenderreform-Komitees nieder Zürich, 14. April. (JTA.) Dr. T. Lewenstein, Zürich, der Generalsekretär des jüdischen Komitees betreffs der Kalenderreform übergibt der JTA die folgende Erklärung zur Veröffentlichung: „Infolge der Erklärung der Herren Grand-Rabbin Levy, Paris, und Chief-Rabbi Dr. Hertz, London, aus der hervorzugehen scheint, daß die Gefahr des Blankotag-Kalenders beseitigt ist ■— eine Ansicht, die ich keinesfalls teilen kann — wird die demnächst anberaumte Konferenz aller jüdischen Gemeindevertretungen Europas nicht stattfinden können. Unter diesen Umständen kann ich die Verantwortung für die weiter zu unternehmenden Schritte des jüdischen Komitees betreffs der Kalenderreform nicht länger auf mich nehmen. Ich betrachte somit meine Tätigkeit als Generalsekretär des Komitees als beendet und ebenfalls meine Angehörigkeit zum Komitee. Weitere Sendungen von gesammelten persönlichen Unterschriften für die Massenpetition . aus jüdischen Gemeinden, wo diese Sammlungen jetzt abgeschlossen werden, werden von mir noch bis Ende Mai entgegengenommen.“ 50 000 Dollar Staatszuschuß für das jüdische Schulwesen in Lettland Riga, 22. April. (JTA.) Die Mehrheit des lettländischen Sejm stimmte zu, daß in das diesjährige Staatsbudget eine Summe von 50 000 Dollar für das jüdische Schulwesen eingesetzt werde.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.