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Das jüdische Echo · 1931-04-24 · 17 (24.4.1931) · p. Seite 258

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
17 (24.4.1931)
Date
1931-04-24
Page
Seite 258 (sequence 10)
Language
German
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25S Das Jüdische Echo Nr. 17 israelitischen Tempel ein Revolverattentat zu verüben. Er habe selbst einer Beratung dieser Gesellschaft in einem Ofner kleinen Gasthause beigewohnt. Palich bat Knoll, seine Mitteilungen an die Religionsgemeinde weiterzuleiten und ein Honorar für ihn zu erwirken. Die Polizei ordnete telefonisch die Einvernehmung des augenblicklich in der Gemeinde Gara weilenden Joseph Palich durch den dortigen Gendarmerieposten an. Bei diesem Verhör erklärte Palich, er kenne den Attentäter Zatloka nicht. Die dem Gastwirt Knoll übergebenen Mitteilungen habe er bei einer gewissen Marie Kiß aus dem Manuskript eines großangelegten Buches über „Die Wühlarbeit der Juden gegen die ganze Welt“ abgeschrieben. Die Polizei wird nunmehr Palich nochmals in Budapest einvernehmen und auch mit Marie Kiß ein Verhör anstellen. Die unter dem Druck der Kritik in der demokratischen Presse eifrig betriebenen Nachforschungen der Polizei haben auch zu der Feststellung geführt, daß am ersten Pessachabend in einer Budapester Privatwohnung eine geheime Konferenz stattgefunden hat, an der neben ungarischen Nationalisten Sonderdelegierte der reichsdeutschen Nationalsozialisten und Vertreter der rumänischen Cuzisten teilgenommen haben. Die Teilnehmer an der Versammlung wurden zu einem polizeilichen Verhör vorgeladen. Es soll geprüft werden, ob ein Zusammenhang zwischen der Versammlung und dem Attentat besteht. Die ungarischen Blätter behandeln die neue Entdeckung der Polizei als die Sensation des Tages. Gleichzeitig wird berichtet, daß der Attentäter Emil Zatloka nunmehr aus der Irrenanstalt in das Gefängnis überführt wurde und ebenfalls einem Verhör unterzogen werden wird. Budapest, 16. April. (JTA.) Die Budapester Polizei tritt den Gerüchten, daß das in der Budapester Hauptsynagoge verübte Revolverattentat auf das Komplott einer antisemitischen Terror- Organisation zurückzuführen sei, entgegen. In einer Sitzung des Budapester Stadtrats behauptete der sozialistische Führer Peyer, er habe Beweise dafür, daß eine antisemitische Terrororganisation mit im Spiele sei. Bei dieser Gelegenheit beklagte sich auch Abg. Peyer über die antisemitische Politik des Stadtrats. Große Überschwemmung in Litauen — Die Ortschaft Slobodka und Teile von Kowno unter Wasser Kowno, 17. April. (JTA.) Die Stadt Kowno und eine Reihe anderer 'Orte wurden von einer schweren Überschwemmungskatastrophe heimgesucht. Die jüdischen Viertel von Kowno und das Städtchen Slobodka sind fast völlig unter ÄVasser gesetzt, ln Kowno wurden mehr als 300, zum großen Teil von Juden bewohnte Häuser, schwer beschädigt. Das Sonntagsruhegesetz in England — Erleichterungen für sabbathtreue Juden London, 14. April. (JTA.) Soeben wurde der Wortlaut des vom Abg. E. F. Wise eingebrachten Gesetzentwurfes über die Sonntagsruhe in England veröffentlicht. Auf Grund der Bestimmungen des neuen Gesetzes wird es Angehörigen der jüdischen Konfession unter folgenden Voraussetzungen gestattet sein, Sonntags ihre Läden offen zu halten: 1. muß der Geschäftsbetrieb am Sonnabend ruhen; 2. muß der Geschäftsinhaber die Absicht, den Geschäftsbetrieb am Sonntag aufrecht zu erhalten, vorher den lokalen Behörden bekannt geben; 3. muß" im Laden an "sichtbare^ Stelle ein Anschlag angebracht sein aus dem zu ersehen ist, daß das Geschäft Sonntags für den Kundendienst geöffnet, Sonnabends aber geschlossen ist. (Das Gesetz wurde mittlerweile vom Unterhaus angenommen.) Bevorstehende Milderung der Bestimmungen für die Einwanderung nach Kanada Ottava, 17. April. (JTA.) Wie dem JTA-Vertreter von einem hohen kanadischen Regierungsbeamten mitgeteilt wird, sollen die Bestimmungen für die Einwanderung nach Kanada binnen kurzem gemildert werden. Zunächst sollen Einwanderung erleichterungen für die Angehörigen von Personen, die in Kanada ansäßig sind, geschaffen werden. — Die Änderung der Einwanderungsbestimmungen ist noch für dieses Jahr zu erwarten. Zusammenstoß zwischen arabischen Hirten unjÜ, jüdischen Wächtern in Palästina Jerusalem, 20. April. (JTA.) Wie in einem offiziellen Communiquee mitgeteilt wird, kam es am Donnerstag, dem 16. April, auf dem in indischem Besitz befindlichen Teil des Vadi Havarith- Gebietes zu einem Zusammenstoß zwischen arabischen Hirten und jüdischen Wächtern, wobei ein Araber und ein Jude verletzt wurden. Die jüdischen Wächter überraschten die arabischen Hirten, als diese ihr Vieh auf jüdischen Grundstücken lagerndes Heu fressen ließen. Die jüdischen Wächter forderten die arabischen Hirten auf, ihr Vieh wegzutreiben, doch weigerten sich die Araber, dies zu tun und griffen die Juden tätlich an, die daraufhin Schreckschüsse in die Luft abgaben. Hierbei wurde ein arabischer Hirte durch ein Schrotkorn im Nacken getroffen. Auch der jüdische Wächter Haim Harmani wurde bei dem Zusammenstoß verletzt. Die Verletzungen des arabischen Hirten sowohl wie des jüdischen Wächters sind leicht und werden nach der Meinung des behandelnden Amtsarztes in wenigen Tagen geheilt sein. Die Überfallenen von Yadjur, Opfer einer Verwechslung? Jerusalem, 14. April. (JTA.) Wie die JTA erfährt, dürfte das Geheimnis des Überfalls von Yadjur in wenigen Tagen seine Aufklärung finden. Die jüngsten polizeilichen Untersuchungen deuten darauf hin, daß das Verbrechen weder auf politische, noch auf antisemitische Motive zurückzuführen ist, sondern daß die jüdischen Arbeiter durch Zufall die unschuldigen Opfer einer internen arabischen Fehde geworden sind. Verbot einer Kundgebung des Brith Trumpeldor in Palästina Jerusalem, 15. April. (JTA.) Der Verband der jüdischen Sportvereine in Palästina, „Makkabi“, und der revisionistische Jugendbund, Brith Trumpeldor, hatten für den 14. April einen Aufmarsch vor den Gräbern der bei dem Überfall auf Petach Tikvah im Jahre 1921 gefallenen Juden geplant. Die Polizei hat diese Kundgebung im letzten Augenblick verboten. Das Organ der palästinensischen Revisionisten „Haam“ bezeichnet das polizeiliche Verbot der Kundgebung als einen neuen Beweis für die gegenwärtige demütigende Lage der jüdischen Bevölkerung in Palästina. Ein Abgesandter des Erzbischofes von Canterbury bei den religiösen Oberhäuptern des Jischuw Jerusalem, 19. April. (JTA.) Der Domherr der St.-Georgs-Kathedrale in Jerusalem. Danby, besuchte im Aufträge des Erzbischofs von Canferbury, Oberhauptes der Anglikanischen Kirche,

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