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Das jüdische Echo · 1931-04-24 · 17 (24.4.1931) · p. Seite 256

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
17 (24.4.1931)
Date
1931-04-24
Page
Seite 256 (sequence 8)
Language
German
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256 Das Jüdische Echo Nr. 17 Wiederaufnahme der Verhandlungen zwischen englischer Regierung und Jewish Ägency am 22. April London, 19. April. (JTA.) Obwohl die offizielle Antwort der arabischen Exekutive auf die Einladung der englischen Regierung zur Teilnahme an den Beratungen über den Landentwicklungsplan bisher in London noch nicht eingetroffen ist, nimmt die Regierung auf Grund der von der arabischen Exekutive der Presse übergebenen Erklärung an, daß die Exekutive keine Delegation nach London entsenden will. Sie hat daher die Jewish Agency zu einer Konferenz mit Vertretern der Regierung eingeladen, die unabhängig von der noch ausstehenden Entscheidung der arabischen Exekutive am Mittwoch, dem 22. April, stattfinden wird. Die Stellungnahme der arabischen Exekutive Jerusalem, 16. April. (]TA.) Die palästinensisch-arabische Exekutive hat beschlossen, an Verhandlungen mit der Regierung zum Zweck der Aufstellung eines konstruktiven Plans für die Landentwicklung unter nachstehenden Bedingungen teilzunehmen: 1. Die Teilnahme darf in keiner Weise die Anerkennung des Jüdischen Nationalheims voraussetzen. Als Basis der Verhandlungen darf nicht der MacDonald-Brief oder ein anderes Dokument, das die zionistische Politik stützt, gelten. 3V Die Verhandlungen müssen von gewählten Vertretern geführt werden und dürfen im Hinblick darauf, daß der Plan in Palästina verwirklicht werden soll, nicht in London stattfinden. Es dürfen keine gemeinsamen Beratungen mit jüdischen Vertretern gepflogen werden. Diese Beschlüsse wurden von der arabischen Exekutive mit 16 gegen 14 Stimmen gefaßt. 20 Mitglieder der Exekutive waren bei der Beratung nicht anwesend. Es verlautet, daß die Sekretäre der palästinensisch-arabischen Exekutive, Auni Bey Abdul Hadi und Jemal Hesseini, sich energisch für die Entsendung einer Delegation nach London eingesetzt haben, jedoch überstimmt wurden. Ihre Gegner führten ins Treffen, daß die in früherer Zeit nach London entsandten Delegationen ihre Aufgabe nicht hätten erfüllen können, und daß die Entsendung einer neuen Delegation nur die Meinung erwecken könne, daß eine arabisch-jüdische Verständigung möglich sei. „Haolam“ über die Frage der Nachfolge Weizmanns London, 19. April. (JTA.) Die hebräische Wochenschrift „Haolam“, das offizielle Organ der Zionistischen Organisation, befaßt sich im Leitartikel ihrer letzten Nummer mit der Frage des Wechsels in der zionistischen Leitung. Dr. Weizmann, schreibt das Blatt, würde es bedauern, wenn der Kongreß ohne einen vorbereiteten Plan einer Lösung der Frage des Präsidiums der nächsten Exekutive der Zionistischen Organisation zusammentreten sollte. Weizmann wiederholt abgegebene bestimmte Erklärung, daß die neuerliche Übernahme des Amtes eines Präsidenten der Zionistischen Organisation durch ihn nicht in Betracht gezogen werden könne, mache die Frage des Präsidiums der Zionistischen Organisation zum brennendsten Problem, das dem Kongreß gestellt sein wird. Daher sei es wichtig, daß die Vertreter der Zionisten nicht wie gewöhnlich ohne Plan zusammentreten in der Hoffnung, daß die Angelegenheit auf dem Kongreß selbst durch irgendeine Flickarbeit erledigt werden würde, sondern daß schon vorher eine Lösung vorbereitet werde. Ohne Namen von Kandidaten zu nennen, läßt sich „Haolam“ in Betrachtungen über die Führerfrage ein, wobei das Blatt den Standpunkt einnimmt, daß eine Lösung nicht unmöglich ist, wenn eine Koalitionsexekutive, in der die bedeutendsten zionistischen Parteien durch ihre hervorragendsten Führer vertreten sind, zustandekommt. In diesem Falle würde sich die auf dem Präsidenten persönlich ruhende Last vermindern und es könnte zweifellos unter den ältesten und erfahrensten Zionisten ein geeigneter Kandidat zur Übernahme des Präsidiums gefunden werden, ohne daß sich die Notwendigkeit von „Revolutionen“ und eines Sprungs ins Unbekannte ergibt. Aus der jüdischen Welt Nationalsozialistischer Überfall auf eine jüdische Jugendwandergruppe Trier, 17. April. (JTA.) Vor einigen Tagen wurde eine Kinderjugendgruppe des jüdischen Ju gendbundes, die von einer Wanderung nach Trier zurückkehrte, von Nationalsozialisten angegriffen. Die Rohlinge hieben auf die 12 bis 15jährigen Kinder und die sie begleitenden Erwachsenen ein, entrissen einem 18jährigen die Fahne und schlugen ihm mit der Fahnenstange ins Gesicht. Zuletzt nahmen sie den flüchtenden Kindern die Zeltgeräte ab und verfolgten sie bis vor den Eingang der Stadt, worauf sie das Weite suchten. Da einige der Täter von den Überfallenen erkannt waren, meldete die Jugendgruppe den Vorfall der Polizei in Trier, die sofort die Ermittlungen aufnahm. Einbruch in eine Berliner Synagoge Berlin, 19. April. (JTA.) In der Nacht zum Freitag wurde in die Synagoge in der Kleinen Auguststraße ein Einbruch verübt. Unbekannte Täter verschafften sich mit Dietrichen Eingang in die völlig unbewachte Synagoge, plünderten zwei Wandschränke aus und nahmen eine Anzahl wertvoller Silbergeräte und Talissim (Gebetmäntel) mit. Die Verbrecher sind entkommen. Ein Sachverständiger für jüdische Religionsgesetze beim Kammergericht und den Berliner Landgerichten Berlin, 16. April. (JTA.) Der Rechtsanwalt und Notar Dr. Alfred Wiener-Berlin, Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung des überlieferten Judentums und künftiger Vertreter der Konservativen im Gemeindevorstande, ist zum Sachverständigen für jüdische Religionsgesetze (Ritual-, Ehe- und Zivilrecht) für das Kammergericht und die Bezirke der Berliner Landgerichte bestellt und ein für allemal beeidigt. Diese Bestellung ist in Preußen ohne Vorbild und bedeutet eine erhebliche Vereinfachung in der häufiger als allgemein bekannt notwendigen Feststellung religionsgesetzlicher Tatbestände in Recliststreitigkeiten aller Art. Freizeit- und Wochenendheim des jüdischen Frauenbundes Berlin, 17. April. (JTA.) Das von Henriette May seinerzeit ins Leben gerufene Freizeit- und Wochenendheim für berufstätige Frauen und Mädchen in Woltersdorf mußte leider vor zwei Jahren geschlossen werden. Nunmehr ist es den

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