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Das jüdische Echo · 1931-04-17 · 16 (17.4.1931) · p. Seite 239

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
16 (17.4.1931)
Date
1931-04-17
Page
Seite 239 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 16 Das Jüdische Echo 239 Die Stellungnahme der hebräischen Presse Palästinas Alle hebräischen Zeitungen Palästinas fordern die Regierung auf, im Hinblick auf den Überfall bei Haifa schleunigst ausreichende Maßnahmen im Interesse der öffentlichen Sicherheit zu ergreifen. Das Organ der Revisionisten, „Haam“, fordert die Bestrafung der arabischen Drahtzieher, deren verhetzender Tätigkeit die Bluttat zuzuschreiben sei. „Haarez“ erklärt, die Bürger des Landes besäßen, solange es der arabischen Presse gestattet bleibe, ihre aufreizende Schreibweise fortzusetzen, kein Vertrauen zum Willen und zur Fähigkeit der Regierung, Verbrechen und Aufwiegelung im Lande zu unterdrücken. Das Arbeiterblatt „Dawar*‘ schreibt: Wie kann an eine Wiederherstellung des Gefühls von Sicherheit im Lande gedacht werden, wenn es möglich war, daß die Mörder von Yadjur unbemerkt entkommen konnten, und die Behörden keine Spur von ihnen zu entdecken imstande sind? Über die Motive der Tat sind in Palästina die verschiedenen Ansichten verbreitet. Am meisten ist man geneigt, jener Version Glauben zu schenken, derzufolge das Verbrechen von einer Bande geübten Schützen begangen wurde, die zu der Tat entweder von Kommunisten oder von arabischen Politikern gedungen wurde. Die hinter den Tätern stehenden politischen Faktoren wollten offenbar den Überfall zum Ausgangspunkt allgemeiner Unruhen machen. Der eine der beiden getöteten Arbeiter, Jacob Zamir war erst im vorigen Jahre aus Polen nach Palästina gekommen. Er war in den Steinbrüchen von Athlit im Zusammenhang mit dem Hafenbau in Haifa beschäftigt und hatte sich am Ostersonntag zum Besuch von Freunden in die Kwuza Yadjur begeben. Auch Hinda Fishman stammte aus Polen und hatte sich erst vor einer Woche der Kwuza Yadjur angeschlossen. Die Suche nach den Mördern Jerusalem, 8. April. (JTA.) Die Regierung hat auf die Ergreifung der Mörder von Yadjur eine Prämie von 200 Pfund gesetzt. Die Kriminalbehörden neigen immer mehr der Annahme zu, daß die Tat von einer von Politikern bezahlten Bande verübt wurde, vermutlich derselben, die nach den Unruhen im August 1929 im Safeder Distrikt ihr Unwesen trieb. Unbekannte Täter haben durch Durchschneidung der von dem arabischen Dorfe Schafaram, unter dessen Bewohnern die Teilnehmer an dem Überfall auf die jüdischen Arbeiter vermutet werden, nach der Garnisonsstadt Acco führenden Telephonleitungen den Fortgang der polizeilichen Nachforschungen zu behindern versucht. Auch in anderen Landesteilen sind Anzeichen zunehmender Unsicherheit festzustellen. In der Nähe von Bersheba wurde eine Gruppe arabischer Kaufleute von Arabern überfallen, wobei ein Kaufmann getötet wurde. Jerusalem, 10. April. (JTA.) Im Zusammenhang mit dem Überfall bei Yadjur wurden bisher etwa 50 Araber in das Gefängnis von Haifa eingeliefert. Die Kriminalpolizei neigt zu der Annahme, daß die Tat von einer Bande gedungener Desperados verübt wurde. Die polizeilichen Ermittlungen im arabischen Dorf Schafaram wurden fortgesetzt. In Jerusalem ist das Gerücht verbreitet, daß die Polizei bereits drei Anführer der Bande festgestellt hat. Das allgemeine Gefühl der Unsicherheit begünstigt das Entstehen unbegründeter Gerüchte über räuberische Anschläge in verschiedenen Teilen des Landes. Die bei dem Überfall Verwundeten liegen im Hadassah-Spital zu Haifa; sie sind außer Lebensgefahr. Der polnische Konsul hat die Verwundeten im Spital besucht. Es verlautet, daß Polen eine Entschädigung für die bei dem Überfall Verletzten verlangen wird. Die arabische Tageszeitung „Falastin“ erklärt, der Mord von Yadjur sei eine schreckliche und verabscheuungswürdige Tat, möge sie nun auf persönliche Feindschaft zurückzuführen sein oder räuberischen Charakter tragen. Der Wächter von Nahalal von Arabern verwundet Jerusalem, 10. April. (JTA.) Der Wächter der Kolonie Nahalal Mosche Palewitz überraschte um Mitternacht eine Gruppe von arabischen Dieben, die ln die Kolonie eingedrungen waren. Als Palewitz Alarm schlug, gab einer der Diebe einen Revolverschuß auf ihn ab, durch den der Wächter am Bein verwundet wurde. Der Verletzte wurde in das Hadassah-Spital nach Jerusalem gebracht. Sein Zustand ist nicht besorgniserregend. Kurz nach dem Vorfall traf Polizei in Nahalal ein und folgte den Spuren der Verbrecher bis in das arabische Dorf Malul, wo einige Verhaftungen vorgenommen wurden. Ein Mitglied der Kolonie Nahalal erklärte einem Vertreter der JTA, daß seiner Überzeugung nach der Vorfall in keinem Zusammenhang mit dem Verbrechen von Yadjur stehe. Jerusalem, 10. April. (JTA.) Am Morgen nach dem nächtlichen Zusammenstoß zwischen dem Wächter der Kolonie Nahalal und einer Gruppe arabischer Diebe kam es in der Nähe der Nahalal benachbarten Kolonie Kfar Jehoshua zu einem Streit zwischen Juden und Arabern. Der Schafhirt des an die Kolonie Kfer Jehoshua angrenzenden Araberlagers hatte sein Vieh auf die Weide der Kolonie getrieben, woraufhin der jüdische Schäfer die Kolonisten alarmierte, die, in der Annahme, daß es sich um einen Überfall handle, bewaffnet auszogen, jedoch von ihren Waffen keinen Gebrauch machten. Die Araber entflohen unter Zurücklassung der Herde, die später von den jüdischen Kolonisten gegen das arabische Lager getrieben wurde. Aus der jüdischen Welt Opfer der jüdischen Wirtschaftsnot Berlin, 10. April. (JTA.) Die 75jährige Anna Goldschmidt hat gemeinsam mit ihren beiden Töchtern, der 55jährigen Martha Valentin und der 52jährigen Toni Weißmann aus Furcht vor wirtschaftlichem Ruin Selbstmord durch Einatmen von Leuchtgas Iveriibt. Die drei Lebensmüden waren Witwen angesehener jüdischer Kaufleute Berlins. Der dreifache Selbstmord wird allgemein als ein Zeichen der wachsenden jüdischen Wirtschaftsnot in Deutschland angesehen. Isaac Mainz gestorben F rankfurt a. M., 6. April. (JTA.) Mit Isaac Mainz, der in der Pessachnacht im hohen Alter von 85 Jahren verschieden ist, verliert das Frankfurter und damit das deutsche Judentum einen Mann, dessen Name schon zu seinen Lebzeiten historische Bedeutung erlangt hatte. Er entstammte einer Eamilie, die seit Jahrhunderten in Frankfurt ansäßig war und dem Judentum manchen bedeutenden Mann geschenkt hatte. Zu den hervorragendsten unter ihnen hatte der Vater des Heimgegangenen gehört, Rabbi Moses Mainz,

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