Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 15 (10.4.1931)
- Date
- 1931-04-10
- Page
- Seite 230 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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230 Das Jüdische Echo Nr. 15 Der Morgen. Das erste Heft des siebenten Jahrgangs ist soeben erschienen. Einige geleitende programmatische Sätze legen Richtung und Ziele des neuen Jahrgangs dar, wie sie sich aus der Fortführung des bisher Gebotenen und der geistigen Lage der Gegenwart ergeben. Das Aprilheft nimmt mit einer Reihe besonders bedeutsamer Arbeiten die angezeigte Linie auf. Leo Baek eröffnet das Heft mit einer Betrachtung über „Volksreligion und Weltreligion“. Es folgt ein Abschnitt aus dem Josephroman von Thomas Mann, „Das bunte Kleid“, ein jüngst entstandenes in sich abgeschlossenes Einzelbild von großer Schönheit. Aus dem Nachlaß Franz Kafkas erscheint eine Reihe bedeutsamer philosophischer Aufzeichnungen: „Vom menschlichen Dasein“, „Von der Sünde“, „Von der Hoffnung“. Der Dorpater Religionsphilosoph D. Werner Gruehn gibt eine aufschlußreiche Einführung in einen außerordentlich interessanten Wissenskreis: „Die Stufen der mystischen Versenkung und ihre seelischen Hintergründe“. Max Dienemann ergänzt diese Ausführungen durch eine Betrachtung, „Erlebnis und J'at“, in der er das eigenartige Wesen der jüdischen Mystik darlegt. Eine eingehende Darlegung und Kritik „des nationalsozialistischen Wirtschaftsprogramms“ von Margarethe Wiener kommt einem allgemeinen Bedürfnis nach Aufhellung dieses Fragekomplexes entgegen. Paulus van Husen gibt einen Überblick über „Die geistigen Strömungen im Katholizismus Deutschlands“. Der Frankfurter Universitätsprofessor Franz Weidenreich behandelt „das Problem der jüdischen Rasse“ mit Sachkenntnis und großer Überlegenheit. Leopold Merzbach legt in vorzüglichen „Betrachtungen zur Wirtschaftslage“ die Ursachen der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise dar, und Gerhard Schacher beschließt seine Ausführungen: „Die wirtschaftliche Lage der jüdischen Minderheiten in Südosteuropa“. Gemeinden- und Vereins-Echo Zionistische Ortsgruppe München. Mittwoch, den 18. März, fand die ordentliche Generalversammlung der Zionistischen Ortsgruppe statt. Vor Eintritt in die Tagesordnung hielt Herr Dr. Emrich ein kurzes Referat über „Probleme der zionistischen Propaganda“. Hierauf erstattete Herr Lichtenauer als erster Vorsitzender Bericht über die Arbeiten im abeglaufenen Geschäftsjahr. Den Kassenbericht erstattete Herr Hirsch, den Bericht über den Keren Hajessod Herr Lustig, über den Keren Kajemeth Fräulein Blau, über die Schekelaktion Fräulein Hohenberger, über die Hebräischen Sprachkurse und das Palästinaamt Herr Grünbaum. Herr Lichtenauer berichtete über die Gemeindearbeit. Nach vorgenommener Entlastung des Vorstandes wurde zur Neubesetzung der Ämter geschritten. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Ehrenvorsitzender: J.-R. Dr. Elias Straus; erster Vorsitzender: Bernhard Lustig; zweiter Vorsitzender: Dr. J. Emrich; Schriftführer: Dr. J. Emrich; Kassier: Gottfried Hirsch; Beisitzer: Dr. Leopold Berger und Frau Dr. Eliasberg; Keren-Hajessod- Kommission: Bernhard Lustig, Justin Lichtenauer, Paul Grünbaum, Gottfried Hirsch, Dr. 'Albert Weihl, Dr. Berthold Weiß; Nationalfonds-Kommission: Dr. J. Emrich, Frau Meta Harburger; Schekelkommission: Camilla Hohenberger, Franz Holzinger; Presse-Ausschuß: Jakob Reich, Dr. Julius Siegel,, Dr. Raphael Straus: Kassenrevisoren: Max Landmann, Joseph Schachno; Hebräische Sprachkurse und Palästinaamt: Paul Grünbaum; Vertreter für den Gesamtvorstand: J.-R. Dr. Emil Fränkel, Dr. M. J. Gutmann, Theo Harburger, D. Horn und ein jüngerer Vertreter der Ostjuden, der noch kooptiert werden soll. Jüdischer Nationalfonds München Denket daran, daß Euere Büchsen von ehrenamtlichen Helfern geleert werden. Wir bitten Euch, unseren Mitarbeitern gegenüber zuvorkommend zu sein, und ihnen nicht durch unfreundliches Auftreten die Lust an der Arbeit zu nehmen und ihnen die freiwillige Hilfe zu erschweren. Verein für Jüdische Museen in Bayern Der im vorigen Winter ins Leben gerufene Verein hält am Mittwoch, 22. April, abends 8.15 Uhr im Saale der Gesellschaft „Concordia“, Prannerstraße 4, seine erste ordentliche Mitgliederversammlung ab. Die Tagesordnung sieht vor: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Vorstandswahlen und Aufstellung des Ehrenausschusses. 3. Propaganda. 4. Verschiedenes. 5. Vorlegung der Erwerbungen. Im Anschluß hieran findet ein Vortrag des Geschäftsleiters, Herrn Theodor Harburger, über „Jüdisches Museumswesen“ mit Lichtbildern statt. Gäste sind bei dieser Veranstaltung sehr willkommen. Jüdischer Jugendverein München I. Donnerstagabende: Lessingsaal, Beginn 20.30 Uhr. 16. April: „Unser Preisausschreiben.“ 2 3. April: Presseabend. II. Freitagabende: Jugendheim, Herzog-Rudolf- Straße 1. Beginn 20.30 Uhr. Alle jungen Juden Münchens, denen die Weihe eines häuslichen Freitagabends versagt ist, sind uns herzlich willkommen. III. Tennisgruppe: Unsere Tennisgruppe nimmt ihre Tätigkeit wieder auf. Interessenten wenden sich an Herrn Ing. Naschitz, Krumbacher Str. 9. * Das Jacobsonheim in Seesen wird am 1. Mai dieses Jahres wieder für erholungsuchende Jugendliche beiderlei Geschlechts im Alter von 14 bis 25 Jahren eröffnet. Die Aufenthaltsdauer im Heim beträgt 2 oder 4 Wochen, der tägliche Verpflegungspreis 2.75 RM. Es sind noch Plätze im wesentlichen für die Monate Mai, Juni und September verfügbar. Für Schüler und Schülerinnen sind auch auch noch einige Plätze für die Monate Juli und August frei. Möglichst rechtzeitige schriftliche Anmeldungen werden an den Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände, Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 158, Gths., erbeten. Spenden-Ouswei« Münchener Spendenausweis Nr. 24 vom 26. März bis 7. April 1931 Purimspenden : Gesammelt durch Frl. Dora Fränkel: Hilde Kohn 10.—, N. N. 3.—, Rosi Mendler 1.—, Dora Fränkel 5.— r= 19.—. Spendenbuch: Herr L. Spielmann anläßlich der Hochzeit seiner Tochter Berti mit Herrn Erich Goldschmidt 10.—. Büchsen, geleert durch Lilli Felix: Jakob Schorr 3.63, Markus Eisen 7.12, E. Löwenherz 2.—, B. Löwenstein 2.03, Rest. Schwarz 4.33y J. Rabinowitz 5.78, Gustav Sachs 4.53, Edith de Beer —.63, M. Pistiner 3.03, Mina Hahn —.33, N. N. 1.20, Frau Falkenstein —.75 35.35.