Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 15 (10.4.1931)
- Date
- 1931-04-10
- Page
- Seite 227 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. IS Das Jüdische Echo 227 sehen Verwandten, 37 als Besitzer eigener Mittel. 106 stammen aus Polen, 59 aus Rußland, 35 aus dem Yemen, 9 aus den Vereinigten Staaten, die übrigen aus verschiedenen Ländern. J e r u s a 1 e m , 30. März. (JTA.) Die jüdische Arbeiterorganisation Palästinas (Histadruth Haowdim) veröffentlicht statistische Ziffern über die Ein- und Auswanderung Palästinas im Jahre 1930. Danach sind in dem erwähnten Jahre 4944 Juden eingewandert und 1679 Juden ausgewandert. In dem gleichen Jahre sind 1489 Nichtjuden (172 mehr als im Jahre 1929, darunter einige hundert britische Polizisten) eingewandert und 235 Nichtjuden ausgewandert. Dr. Alexander Zalkind gestorben Jerusalem, 31. März. (JTA.) Am 28. März verstarb in Jerusalem an den Folgen eines Krebsleidens der Direktor des Rothschildspitals Dr. Alexander Zalkind. Dr. Zalkind war seinerzeit Präsident des Verbandes der jüdischen Gemeinden Rußlands und vertrat die ukrainischen Zionisten auf der Friedenskonferenz in Versailles. Im Jahre 1921 ließ er sich in Palästina nieder. Unter andeiem war er auch Präsident der Hilfsgesellschaft für die verfolgten Zionisten in Rußland. An dem Begräbnis nahmen viele Tausende Personen, darunter Vertreter von medizinischen, politischen und gesellschaftlichen Organisationen Jerusalems teil. An der Spitze des Zuges schritten uniformierte Pflegerinnen der Hadassah. Die neue Leitung des Waad Leumi Jerusalem, 25. März. (JTA.) Die Leitung des neuen Waad Leumi wird aus drei Arbeitervertretern, 1 Allgemeinen Zionisten, 1 Misrachisten und 1 Sephardi bestehen. Von der Arbeiterpartei werden vermutlich Dr. Arlosoroff, Ben Zwi und Dr. Abraham Katzenelson, von den Allgemeinen Zionisten Elijahu Berligne, vom Misrachi Rabbi Ostrowski und von den Sephardim Elmaleh in die Leitung des Waad Leumi entsandt werden. Ein Dizengoff-Park in Tel-Awiw Jerusalem, 24. März. (JTA.) Das Komitee zur Feier des 70. Geburtstages von Mayer Dizengoff, Bürgermeister von Tel-Awiw, hat beschlossen, zu Ehren des Jubilars einen neuen 50 Dunam Boden umfassenden Stadtpark in Tel-Awiw anzulegen und ihn „Gan Mayer“ zu benennen. Drei jüdische Arbeiter am Pessach in Palästina ermordet Jerusalem, 6. April. (JTA.) Am Ostersonntag abends wurde eine Gruppe jüdischer Arbeiter auf dem Heimweg von den Zementwerken Nesher in die Kwuzah Jad Jur überfallen, wobei die Arbeiterin Inda Fislmian sowie die Arbeiter Schmuei Dihel und Jacob Zatnir getötet wurden. Bisher ist es der Polizei nicht gelungen, eine Spur der Täter, die zweifellos Araber sind, zu finden. Pessach in Jerusalem — Massenbesuch an der Klagemauer — Polizeiliche Sicherungsmaßnahmen Jerusalem, 6. April. (JTA.) Die ersten Pessachtage sind in Jerusalem ruhig verlaufen. Große Mengen von Juden waren am ersten Pessachtage vor der Klagemauer zum Gebet versammelt, wo auch Chief Rabbi Kock unmittelbar nach seiner Predigt in der Hurvah-Synagoge erschien. Im Hinblick darauf, daß in diesem Jahre das Pessachfest, die christlichen Ostern und das mohammedanische Nebi Musa-Fest zusammenfallen, haben die Behörden umfassende Sicherungsmaßnahmen getroffen. Diese gelten aber weniger etwaigen Zusammenstößen zwischen Mohammedanern und Juden als der Überwachung der Tätigkeit der Kommunisten, die von der Kommunistischen Internationale die Weisung erhalten haben sollen, es am Nebi Mufa-Fest zu einem Blutvergießen kommen zu lassen. Drei Kommunisten wurden bei der Verteilung von Flugschriften, in denen zum Kampf gegen die Regierung, die Zionisten und die Effendis aufgerufen wird, verhaftet. Außerdem wird befürchtet, daß es zu Zusammenstößen zwischen Anhängern des Großmufti und den dieser Gruppe feindlich gesinnten Arabern aus Hebron kommen könnte. Die Araber aus Hebron sind empört darüber, daß die Einnahmen des Wakf von Hebron in der Höhe von etwa 40 000 Pfund dem Obersten Moslemitischen Rat, an dessen Spitze der Großmufti steht, zufließen, während Hebron selbst seit der Flucht der Juden aus dieser Stadt zusehends verarmt. Der Verlust an Mieten allein beträgt etwa 20 000 Pfund jährlich. Die feindselige Haltung der Araber von Hebron gegenüber dem Mufti kommt auch darin zum Ausdruck, daß sie in diesem Jahre die ihnen vom Großmufti stets gewährte Gastfreundschaft anläßlich ihrer Pilgerfahrt zum angeblichen Grab Mosis bei Jericho abgelehnt haben. Weizmann aus Palästina abgereist Jerusalem, 5. April. (JTA.) Der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency Dr. Weizmann ist in Begleitung Dr. Arthur Ruppins nach Europa abgereist. Feuilleton Neue Bücher „Hygiene und Judentum“ Im Verlag von Jac. Sternlicht, Dresden-A. 1, erschien ein umfangreiches, gut ausgestattetes und mit künstlerischen Reproduktionen versehenes Sammelwerk „Hygiene und Judentum“, welches Beiträge von zahlreichen hervorragenden Ärzten und jüdischen religiösen Führern enthält. In der „Einführung“ schreibt der Herausgeber, Ministerialrat Hans Goslar, u. a.: „Zwei Gesichtspunkte lagen im wesentlichen der Anlage dieser Sammelschrift zugrunde: Einmal zu zeigen, daß das Religionsgesetz auch in seinen als „hygienisch“ empfundenen Teilen nicht rationalistisch gedeutet und bestenfalls als kluge Vorwegnahme — um Jahrtausende! — viel später erst zum Teil wissenschaftlich-empirisch auch begründeter Vorschriften anerkannt werden kann. Zu gewaltig ist dieser Geistesbau, um Menschenwerk sein zu können, zu riesenhaft 'seine Quadersteine, als daß sie mit den schwachen Werkzeugen aus menschlichem Arsenal hätten behauen werden können. In unlösbarer Verschlungenheit und engster innerer Verbundenheit sind Bestimmungen aus allen Gebieten, auf denen sich menschliches Leben betätigen kann, ineinandergewebt. Nirgends kann das Seziermesser des geschicktesten Anatomen der Kritik sie trennen,