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Das jüdische Echo · 1931-03-31 · 13/14 (31.3.1931) · p. Seite 206

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
13/14 (31.3.1931)
Date
1931-03-31
Page
Seite 206 (sequence 14)
Language
German
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206 Das Jüdische Echo Nr. 13/14 jüdisch-akademischen Verbindungen Unitas, Kadimah u. a. Festkommerse, auf denen die Verdienste des Jubilars um Zionsimus und Judentum gewürdigt wurden. Dr. Karl Pollak war einige Male in Palästina, um die zionistischen Probleme an Ort und Stelle zu studieren. In den letzten Jahren hat er sich dem Revisionismus angeschlossen. Die österreichisch-zionistische Presse aller Schattierungen widmet dem Jubilar Begrüßungsartikel. Gleichzeitig wird in der zionistischen Presse der 50. Geburtstag Dr. Siegfried Kantors gefeiert. Seit vielen Jahren ist Dr. Kantor Vizepräsident der Wiener Advokatenkammer. Hervorragend sind seine Leistungen für die zionistische und jüdische Sache in Wien. Er war der Organisator des nach dem Umsturz aus zionistischen Studenten und Sportlern gebildeten jüdischen Selbstschutzes. Robert Stricker legt sein A.C.-Mandat nieder London, 18. März. (JTA.) Wie die Exekutive der Zionistischen Organisation mitteilt, ist sie von Herrn Robert Stricker in Wien verständigt worden, daß er infolge Austritts aus dem Verband Radikaler Zionisten sein Mandat im Aktions- Komitee niederlegt. An seine Stelle ist laut Beschluß des Verbandes Radikaler Zionisten das bisherige Ersatzmitglied Dr. Nahum Goldmann getreten. Kein Numerus clausus für rumänisch-jüdische Studenten in Frankreich Paris, 22. März. (JTA.) Vor kurzem wurde in der rumänischen Presse ein Brief des Dekans der Pariser medizinischen Fakultät, Prof. Balthazards, an die medizinische Fakultät der Universität Bukarest veröffentlicht, der die Ankündigung der Einführung eines Numerus clausus an der Pariser medizinischen Fakultät und einen Vorschlag auf Einsetzung einer französisch-rumänischen Kommission zur Auswahl der zum Medizinstudium in Paris zuzulassenden rumänischen Hörer enthielt. (Siehe J. E. Nr. 12 vom 20. März.) Der Pariser JTA-Vertreter sprach im Hinblick auf diese Bukarester Meldung, bei Prof. Balthazard vor, um nähere Informationen über die geplanten Schritte der Pariser medizinischen Fakultät zu erhalten. Im Verlauf des Gesprächs erklärte der Dekan, es gebe an der Pariser Universität weder Fremdenfurcht noch Antisemitismus. Ich ermächtige Sie formell, sagte Prof. Balthazard wörtlich, die Authentizität jener Teile des Briefes, in denen von Anzahl und Status der rumänisch-jüdischen Studenten in Paris die Rede ist, zu dementieren. Der von mir abgesandte Brief enthielt keine derartigen Abschnitte, sie beruhen auf freier Erfindung. Harry Snell Unterstaatssekretär für Indien London, 17. März. (JTA.) Der Abgeordnete der Arbeiterpartei, Harry Snell, wurde als Nachfolger des verstorbenen Lord Rüssel zum Unterstaatssekretär für Indien ernannt und zugleich in den Peer-Stand erhoben. Lord Hary Snell hat seinerzeit als Mitglied der Untersuchungskommission über die Augustunruhen in Palästina einen Minoritätsbericht erstattet, der in vielen Punkten für die jüdische Sache wesentlich günstiger war als der Mehrheitsbericht der Shaw-Kommission. Auch später hat er wiederholt seine freundliche Haltung gegenüber dem jüdischen Standpunkt zu erkennen gegeben. Während der Unterhausdebatte am 17. November 1930 hat er sich warm für die Sache des Jüdischen Nationalheims eingesetzt. Die Bemühungen um Erzielung einer Verständigung zwischen Arabern und Juden in Palästina haben in ihm einen eifrigen Förderer gefunden. Günstige Wendung in der litauischen Staatenlosenfrage Kaunas, 9. März. (JTA.) Der litauische Innenminister Arawitschus hat im Verlauf einer Unterredung mit dem Direktor der Jüdischen Telegraphen-Agentur Jacob Landau und dem Leiter des europäischen JTA-Dienstes B. Smolar, an der auch der litauische Polizeidirektor Novakas teilnahm, eine Erklärung abgegeben, die die Gewähr dafür bietet, daß es zu den befürchteten katastrophalen Auswirkungen der litauischen Ausländerarbeitsverordnung auf die jüdische Bevölkerung dieses Landes nicht kommen wird. Der Minister stellte ausdrücklich fest, daß sich die in dieser Verordnung vorgesehenen Maßnahmen bloß gegen die seit 1929 eingewanderten Ausländer, nicht aber gegen jene richten werden, die bereits vor diesem Zeitpunkt in Litauen ansässig waren. Da nun die überwiegende Mehrheit der jüdischen Ausländer sich schon vor dem Jahre 1929 in Litauen befand, wird sie von der neuen Regierungsverordnung überhaupt nicht betroffen. Auch für diejenigen Juden, die unter dem Druck amtlicher Organe in der Provinz Reserve Unterzeichneten, in denen sie sich verpflichteten, keine Anstellung anzustreben, bestehe kein Anlaß zu irgendwelcher Besorgnis, da die Regierung diese Reserve nicht als bindend betrachten werde. Auf die Frage Landaus, warum die Regierung jenen Juden, die bereits länger als zehn Jahre im Lande ansässig sind und daher einen verfassungsmäßigen Anspruch auf die litauische Staatsangehörigkeit besitzen, bisher noch nicht das Bürgerrecht verliehen habe, antwortete der Minister, nach der für den Monat April vorgesehenen neuen Publikation des Gesetzes über die Staatsbürgerschaft werde eine Masseneinbürgerung von Staatenlosen erfolgen. Darüber hinaus sicherte der * Minister die sofortige Einbürgerung aller im Wilnaer Distrikt geborenen Personen zu. Bezüglich des Gesetzentwurfes über eine obligatorische zweijährige Gerichtspraxis für Rechtsanwaltsanwärter vor der Zulassung zur Ausübung des Anwaltsberufes, gab der Innenminister in bestimmtester Form die Versicherung, daß das geplante Gesetz durchaus nicht gegen die Juden gerichtet sei. Die Zulassung der Juden zum Gerichtsdienst stoße in Litauen auf keinerlei Schwierigkeiten, auch gegenwärtig seien drei jüdische Richter an litauischen Gerichtshöfen tätig. Das Gesetz habe ausschließlich die Hebung des Anwaltstandes im Auge. Ausdehnung der italienischen Wirtschaftstätigkeit auf Palästina Jerusalem, 3. März. (JTA.) Die zur Stärkung des italienischen Wirtschaftseinflusses in den Mittelmeer- und Balkanländern arbeitende „Societa Imprese Italiana aH’Estero“, die von der Banca di Roma und dem Credito Italiana finanziert wird, beabsichtigt, ihre Tätigkeit auch auf Palästina auszudehnen. Das Institut beschäftigt sich im wesentlichen mit der Gewährung von Handelskrediten und mit der Finanzierung lokaler Industrieunternehmungen. Es hat auf diesem Gebiet in der Türkei, Griechenland und Rumänien mit großem Erfolge gearbeitet. Zur Intensivierung seiner Aktivität ist das Aktienkapital auf 25 Millionen erhöht worden.

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