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Das jüdische Echo · 1931-03-31 · 13/14 (31.3.1931) · p. Seite 204

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
13/14 (31.3.1931)
Date
1931-03-31
Page
Seite 204 (sequence 12)
Language
German
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204 Das Jüdische Echo Nr. 13/14 eines eigenen Kongresses, müssen daher eo ipso als unannehmbar betrachtet werden. Das Kongreßstatut und das Statut des Kongreßgerichts sehen keine gesetzliche Möglichkeit vor, die zionistische Exekutive und ihren zurückgetretenen Präsidenten formell unter Anklage zu stellen. Indessen ist das Exekutivkomtiee entschlossen vor dem Kongreßgericht im Verlauf des auf Veranlassung der zionistischen Exekutive gegen den Vizepräsidenten der revisionistischen Weltunion, Meer Großmann, eingeleiteten Verfahrens die Schädlichkeit der politischen Arbeit der zionistischen Exekutive und Dr. Weizmanns klarzulegen. Das Exekutivkomitee hat nach Veröffentlichung des MacDonald-Briefes und der darauf folgenden Erklärung Dr. Weizmanns beschlossen, an die zionistische Exekutive — die entgegen ihren eigenen Versicherungen die Verhandlungen mit der britischen Regierung auf der Basis des Weißbuches vom Oktober 1930 geführt hat und das Vertrauen der zionistischen Bewegung nicht länger genießt — die endgültige Forderung zu stellen, daß sie vor erfolgter Wahl einer neuen Exekutive keine weiteren Verhandlungen mit der Mandatarmacht führe. Das Exekutivkomitee hat für den Fall, daß diese Forderung abgelehnt werden sollte, beschlossen, die jüdischen Massen in allen Ländern zu einem öffentlichen Protest gegen Verhandlungen, die in London von Dr. Weizmann oder seinen Kollegen geführt werden oder geführt werden sollen, aufzurufen. Revisionistensturm bei einem Vortrag Dr. Magnes’ N e u y o r k , 23. März. (JTA.) Anläßlich eines von der Histadruth Iwrith, dem Verband der hebräisch Sprechenden in Amerika, veranstalteten Vortrag des Kanzlers der Hebräischen Unversität in Jerusalem Dr. J. L. Magnes, kam es zu stürmischen Kundgebungen der in großer Zahl erschienenen Revisionisten. Einige Tage vor dem Eintreffen Dr. Magnes’ in Amerika hatte die Organisation der Zionisten- Revisionisten Amerikas eine Resolution gefaßt, in der der Council der Hebräischen Universität aufgefordert wurde, Dr. Magnes wegen seiner „gegen den Zionismus gerichteten Tätigkeit seit den Unruhen von 1929“ seines Postens als Kanzler der Universität zu entheben. In der Versammlung setzten sofort, nachdem der Vorsitzende Ab Goldberg den Redner vorgestellt hatte, lärmende Kundgebungen der Revisionisten ein. Stinkbomben wurden geworfen und es kam zu einem Handgemenge zwischen den Revisionisten und den Allgemeinen Zionisten, die Dr. Magnes zu schützen versuchten. Nachdem der Tumult etwa eine halbe Stunde gedauert hatte, erschien Polizei, die mit großer Mühe 40 bis 50 Unruhestifter aus dem Saale entfernte. Nunmehr konnte Dr. Magnes seinen in hebräischer Sprache gehaltenen Vortrag über die Arbeiten der Universität beginnen, wurde jedoch in seinen Ausführungen häufig von den im Saale verbliebenen Revisionisten durch provozierende Zwischenrufe unterbrochen. Dr. Magnes ließ sich durch die Störungsversuche nicht beirren. Er erklärte, er sei schon daran gewöhnt, ein Verräter genannt zu werden. Dieses Wort, sagte Dr. Magnes auf die Kriegszeit anspielend. in der er wegen seiner pazifistischen Gesinnung als Verräter bezeichnet worden war, habe ich schon vor langer Zeit gehört. Nach Versammlungsschluß wurde Dr. Magnes von einer großen Menge von Revisionisten, die sich inzwischen in den umliegenden Straßen gesammelt hatten, beschimpft und bedroht. Trotzdem lehnte Dr. Magnes polizeilichen Schutz ab und erklärte, sich allein nach Hause begeben zu wollen. Die Verhandlungen zwischen Jewish Hgency und englischer Regierung Eine Erklärung des Kolonialamts Londond, 18. März. (JTA.) V/ie der Jüdischen Talegraphen-Agentur vom Kolonialamt mitgeteilt wird, wurden die Verhandlungen zwischen Jewish Agency und britischer Regierung in der am 13. Februar erfolgten Veröffentlichung des Briefes MacDonalds an Dr. Weizmann endgültig abgeschlossen. In diesem Zusammenhang wurde seitens des Kolonialamtes darauf hingewiesen, daß weder der Brief des Ministerpräsidenten Mac Donald noch das Antwortschreiben Dr. Weizmanns irgendeinen Hinweis auf weitere Verhandlungen enthalten. Eine Äußerung darüber, ob noch eine Erörterung offenstehender Fragen stattfinden oder ob ein neues Subkomitee zum Zwecke weiterer Verhandlungen mit der Jewish Agency eingesetzt werden soll, wurde vom Kolonialamt abgelehnt. Die Mittteilung des Kolonialamtes steht in auffallendem Widerspruch zu der wiederholt von seiten der Jewish Agency abgegebenen Erklärung, daß der Brief des Ministerpräsidenten an Dr. Weizmann bloß als Abschluß des ersten Teiles der Verhandlungen mit der englischen Regierung aufzufassen sei. Am Schlüsse seiner Antwort auf den Brief Ramsay MacDonalds schreibt Dr. Weizmann: „Ich bin voller’ Hoffnung, daß die drei Parteien, die Mandatsregierung, die Araber und wir selbst jetzt Zusammenkommen und einen konstruktiven Plan für das künftige Wohl und die Entwicklung Palästinas ausarbeiten werden.“ Die Exekutive der Zionistischen Organisation hat erst vor etwa zwei Wochen nachstehende Erklärung veröffentlicht: Die Zionistische Exekutive und die vom Zionistischen Aktionskomitee eingesetzte politische Kommission haben in ihren vom 16.—18. Februar abgehaltenen gemeinsamenen Sitzungen die politische Lage im Lichte des vom Ministerpräsidenten MacDonald an Dr. Weizmann gerichteten Briefes betrachtet. Diese Sitzungen werden nach einem Intervall von einigen Wochen zum Zwecke der Beratung jener Probleme, die im Verlaufe der weiteren Verhandlungen mit der Regierung Sr. Majestät erörtert werden sollen, wieder aufgenommen werden. Die „Jüdische Rundschau“ zur Frage der Regierungsverhandlungen Berlin, 22. März. (JTA.) In einer Notiz „Regierung und Jewish Agency“ schreibt die „Jüdische Rundschau“ u. a.: Die wirkliche Sachlage ist die, daß das vom Kabinett ernannte Kabinetts-Komitee nur die Aufgabe hatte, die prinzipiellen Fragen bzw. Beschwerdepunkte der Jewish Agency zu behandeln. Der MacDonald-Brief gibt die Richtlinien der Politik. Detailfragen der Verwaltung, Einzelheiten der Landesentwicklung usw. betrachtet die Regierung als Ressortangelegenheiten der betreffenden

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