Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 13/14 (31.3.1931)
- Date
- 1931-03-31
- Page
- Seite 203 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/9072829-9103087-9176166--11611-9083682- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 13/14 Das Jüdische Echo 203 von der Führerschaft ausschalten werde, dem Zionistenkongreß behilflich sein, im eigenen Hause gründlich Ordnung zu machen. An die Begrüßung schloß sich eine Konferenz Dr. Weizmanns mit den Mitgliedern der Exekutive Dr. Ruppin, Colonel Kisch, Dr. Senator, Harry Sacher, Joseph Sprinzak und Dr. Barth. Außerdem hatte Dr. Weizmann eine einstündige Besprechung mit dem High Commissioner, Sir John Chancellor, bei dem er und Frau Weizmann zu Gaste geladen waren. Wie die JTA. erfährt, wurden in dieser Unterredung die Fragen einer Verständigung mit den Arabern, des Landentwicklungsplans Sir. John Hope Simpsons und einer baldigen Erleichterung der Einwanderung erörtert. Am Freitag, dem 20. März, hielt Dr. Weizmann einer Beratung mit der Exekutive der Histadruth Haowdim ab. Am Sonntag, dem 22. März, besuchte er die während der Unruhen im August 1929 zerstörte und nunmehr wieder aufgebaute Kolonie Beer Tuwiah. Waad Leumi Wichtige Erklärung in den Fragen der Legislative und des neuen Bodengesetzes Jerusalem, 23. März. (JTA.) Die Sitzung des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat Palästinas), des exekutiven Organs der Assefath Haniwcharim (Jüdische Nationalversammlung) von Sonntag, den 22. März, abends, gewann besondere Bedeutung durch die Anwesenheit des Präsidenten der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Dr. Chaim Weizmann. Dr. Weizmann, von den Mitgliedern des Waad Leumi freundlich begrüßt, hielt eine bedeutsame Rede, in der er sich über die wichtigsten Fragen des Zionismus und des jüdischen Jischuw in Palästina äußerte. Die Gesetzgebende Versammlung für Palästina (Legislative Assembly), führte Dr. Weizmann aus, wurde in den Besprechungen zwischen der Jewish Agency und der britischen Regierung bis heute noch nicht erörtert. Es sei direkte Unwahrheit, wenn man erkläre, daß die zionistische Leitung sich mit der Errichtung einer Legislative einverstanden erklärt habe. Aber man müsse den Tatsachen ins Gesicht sehen: der Plan wird in der einen oder der anderen Form aufgestellt werden. Die neue Bodenverordnung, die in kurzer Zeit veröffentlicht werden wird, erklärte Dr. Weizmann weiter, werde für uns zufriedenstellend sein. M. M. Ussischkin, dem der Vorsitz im Waad Leumi angetragen wurde, lehnte diese Würde ab. Der Sitzung, in der Weizmann seine Ansprache hielt, wohnte Ussischkin nicht bei. Wie die JTA. erfährt, begibt sich Präsident Dr. Weizmann nach den jüdischen Pessachtagen auf die Reise nach Amerika. Arabische Hetzkampagne anläßlich der Ankunft Weizmanns in Palästina Jerusalem, 18. März. (JTA.) Anläßlich der Ankunft Dr. Weizmanns in Palästina hat in vielen arabischen Dörfern eine verhetzende Agitation eingesetzt. Der bäuerlichen Bevölkerung wird eingeredet, die „König der Juden“ sei gekommen, um Jerusalem in Besitz zu nehmen. Durch Verbreitung erfundener Geschichten von arabischen Kindern, die von Juden geraubt wurden, wird der Erregung unter den Fellachen geschürt. Wie die arabische Zeitung „Al Ikdam“ meldet, sind Bemühungen im Gange, die ländliche arabische Bevölkerung zu einem Marsch nach Jerusalem 'zu bewegen. Jerusalem, 18. März. (JTA.) Der Großmufti von Jerusalem ist nach Ägypten abgereist. Es wird angenommen, daß diese Reise in politischer Mission erfolgt, vermutlich zu dem Zwecke, eine Ausbreitung des von der palästinensisch-arabischen Exekutive proklamierten antijüdischen Boykotts herbeizuführen. Weizmanns Palästinareise und die Revisionisten Jerusalem, 18. März. (JTA.) Die nationalistische Jugendgruppe, die seinerzeit in Tel-Awiw die Kundgebungen gegen den Unterstaatssekretär für die Kolonien, Dr. Drumond Shiels, veranstaltet hat, veröffentlicht einen gegen Dr. Weizmann gerichteten Aufruf, in dem er als Ramsay MacDonalds Trabant bezeichnet wird, der es wage, zu einer Zeit nach Palästina zu kommen, in der Jabotinsky das Betreten des Landes verwehrt ist. Der Zweck des Aufenthalts Weizmanns in Palästina sei es, das zionistische Ideal an die Araber zu verkaufen, so wie er es bereits an England verkauft habe. Cairo, 18. März. (JTA.) Der Führer der palästinensischen Revisionisten, Dr. Wolfgang von Weisl, ist am 17. März in Cairo eingetroffen. Dr. Weisl hat Pressevertretern gegenüber erklärt, Dr. Weizmann stutze den britischen Imperialismus im Orient. Ferner kündigte Dr. v. Weisl an, er werde in öffentlicher Versammlung Enthüllungen über eine geheime Intrige machen, die England mit Hilfe Dr. Weizmanns im Orient spinne. Auch die ägyptischen Revisionisten haben während des kurzen Aufenthalts, den Dr. Weizmann auf seiner Reise nach Palästina in Ägypten nahm, ein Manifest erlassen, in dem erklärt wird, Dr. Weizmann sei ein Agent Großbritanniens. In den Kreisen der ägyptischen Judenheit herrscht Besorgnis über die möglichen Folgen einer von Juden in arabischen Ländern geführten Propaganda, die Namen führender jüdischer Persönlichkeiten, wie den Dr. Weizmanns mit angeblichen britischen Orientplänen in Verbindung bringe. Das Verhältnis der Revisionisten zur zionistischen Gesamtorganisation Gegen die palästinensischen Revisionisten London, 23. März. (JTA.) Das Exekutivkomitee der Weltunion der Zionisten-Revisionisten hat eine Erklärung veröffentlicht, in der mitgeteilt wird, daß sich das Exekutivkomitee in seiner letzten Sitzung mit den von der letzten revisionistischen Konferenz in Palästina gefaßten Resolutionen, in denen die Exekutive aufgefordert wird, eine Reihe von Maßnahmen auf dem Gebiete der inneren und äußeren zionistischen Politik zu ergreifen befaßt hat. Das Exekutivkomitee ist zu folgenden Entschlüssen gelangt: Die Frage einer Abberufung der revisionistischen Vertreter aus dem Aktionskomitee wurde vor einiger Zeit den Mitgliedern des Parteirats vorgelegt. Eine überwiegende Mehrheit hat sich gegen einen derartigen Vorschlag ausgesprochen. Das Exekutivkomitee hält sich an diese Entscheidung des Parteirats für gebunden. Die im August 1930 in Prag abgehaltene revisionistische Weltkonferenz hat ebenso wie der Parteirat auf seiner Berliner Tagung im Dezember 1930 einstimmig beschlossen, daß die revisionistische Weltunion am 17. Ordentlichen Zionistenkongreß teilnehmen und die Wahlkampagne mit größtmöglicher Energie durchführen soll. Alle zu diesen Beschlüssen in Widerspruch stehenden Vorschläge, wie die Einberufung