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Das jüdische Echo · 1931-03-20 · 12 (20.3.1931) · p. Seite 183

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
12 (20.3.1931)
Date
1931-03-20
Page
Seite 183 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 12 Das Jüdische Echo 183 wollens gegenüber unserer Sache beseitigt. Aber er ändert nichts an dem Wesentlichen dieses Dokuments, ja verschlimmert sogar noch die Lage. Denn das Weißbuch hatte das nationale Gewissen der Juden der ganzen Welt aufgerüttelt. Man protestierte, man kämpfte, man hoffte. Der Brief des Premiers hat die Besorgnisse beschwichtigt und die Wachsamkeit eingeschläfert, ohne an der wirklichen Situation etwas zu ändern. Das ist sehr gefährlich. Hs bestehen gute Gründe zur Annahme, daß das britische Kabinett die Zionisten nur beruhigen wollte, um die zur Hebung der palästinensischen Landwirtschaft bestimmte 2,5- Millionen-Pfund-Anleihe im Unterhaus durchzubringen. Die Last dieser Anleihe wird vorwiegend auf den Schultern der jüdischen Bevölkerung Palästinas ruhen und es ist so ziemlich sicher, daß bloß die Araber aus ihr Nutzen ziehen werden. Dieses Ergebnis muß vorausgesehen werden. Es müssen Garantien gegen eine tendenziöse Verwendung der der Palästinaregierung zur Verfügung gestellten Gelder gefordert werden, mit einem Wort, wir dürfen uns in keiner Weise durch die schönen Worte des Briefes Mac Donalds einschläfern lassen. Um aber kämpfen zu können, müssen die Zionisten ihre Kräfte vereinigen. Eine zionistische Einheitsfront ist keine Unmöglichkeit. Wir müssen alle Erwägungen sekundärer Art beiseite lassen und nur das uns allen gemeinsame Endziel im Auge behalten. Die Verhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung werden fortgesetzt London, 16. März. (JTA.) „Jewish Chronicle“ brachte vor einigen Tagen eine Mitteilung seines parlamentarischen Korrespondenten, wonach die Verhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung als beendet zu betrachten seien und nicht mehr fortgesetzt werden würden. Der JTA. wird von maßgebender Stelle mitgeteilt, daß diese Meldung unrichtig ist. Wenn auch — heißt es in der Mitteilung an die JTA. weiter — das Kolonialamt bestrebt ist, den Landentwicklungsplan im Interesse der gesamten Bevölkerung Palästinas möglichst bald in Angriff zu nehmen, beabsichtigt es doch nicht, irgendwelche Maßnahmen zu treffen, bevor nicht der Gegenstand in den Verhandlungen zwischen Jewish Agency und dem Regierungskomitee, dessen Zusammenkünfte unter den Auspizien des britischen Kabinetts weiter fortgesetzt werden, gründlich durchberaten sein witd. Die Frage einer jüdisch-arabischen Round- Table-Konferenz London, 15. März. (JTA.) Das Organ der Zionistischen Exekutive, „Haolam“, veröffentlicht einen Leitartikel, in dem im Zusammenhang mit der Palästinareise Dr. Weizmanns darauf hingewiesen wird, daß die britische Regierung genötigt sein werde, sich mit den palästinensischen Arabern bezüglich der Frage einer Round-Table-Konferenz ins Benehmen zu setzen. Die künftigen Verhandlungen mit der britischen Regierung würden ihrem Wesen nach dreiseitige Verhandlungen sein, da die Fragen des Landentwicklungsplans, der Verfassung und der Zusammensetzung der Palästinaverwaltung ihrer Natur nach Probleme darstellen, die die gesamte Bevölkerung Palästinas betreffen. Erfolg oder Mißerfolg hängen davon ab, ob die Araber zur Mitarbeit bereit sein werden. Die Obstruktion der zionistischen Opposition sei, da auch der kommende Zionistenkongreß bei der Ausarbeitung eines Programms für die neue Exekutive mit der Macht der Tatsachen werde rechnen müssen, unklug und undiplomatisch. Die Verhandlungen zwischen Hgudas Jisroel und flgency Über diese Verhandlungen lesen wir in der „Jüdischen Rundschau“: „In unserer Nummer 8 vom 30. Januar 1931 hatten wir das offizielle Kommunique über die Verhandlungen zwischen der Jewish Agency und der Agudas Jisroel veröffentlicht. Merkwürdigerweise hat ein Teil der agudistischen Presse dieses Kommunique in einer zum Teil abgeänderten Form bekanntgegeben. Durch eine Erklärung, die inzwischen Herr Dr. Moses Auerbach abgegeben hat, der der Vertreter der Agudas Jisroel in der Redaktionskommission gewesen ist, ist klargestellt, daß die von uns veröffentlichte Form die Verhandlungen zutreffend wiedergab. Um so merkwüridger ist es, daß auch ein Artikel in den offiziellen ,Blättern der Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland4 und ein gleichlautender in der ,Wiener Jüdischen Presse4 über die Verhandlungen Mitteilungen macht, die weder dem Inhalt des Kommuniques noch den Tatsachen entsprechen. Zunächst desavouiert dieser Artikel die Stellungnahme der Kommission in einem wesentlichen Punkt. Er stellt sich nämlich auf den Standpunkt, daß auch eine Ausschaltung des Schulwerks aus dem Aufgabenkreis der Agency eine Erleichterung im Sinne der Zusammenarbeit zwischen Jewish Agency und Agudas Jisroel nur dann geben würde, wenn die Agency an der Finanzierung der Kulturaufgaben in keiner Weise teilnähme. Die Vertreter der Agudas Jisroel in der Kommission dagegen, die freilich, wie schon in dem Kommunique zum Ausdruck gebracht, nur Vorschlagsrecht hatten, hatten ausdrücklich den Standpunkt eingenommen, daß finanzielle Subventionierung der Kulturarbeit durch die Agency kein Hindernis für einen Eintritt der Agudas Jisroel in die Agency bedeuten würde, wenn nur durch entsprechende technische Maßnahmen dafür gesorgt wäre, daß jeder, der zu den Aufgaben der Agency finanziell beiträgt, die Möglichkeit hätte, zu bestimmen, daß aus seinem Beitrag für die kulturellen Zwecke nichts verwendet werden dürfe. Wir müssen gestehen, daß wir doch erstaunt darüber sind, daß in einem so wichtigen Punkte eine derartige Desavouierung erfolgt, obgleich der Vorsitzende des geschäftsführenden Ausschusses, Rabbiner Dr. P. Kohn, selbst an den Verhandlungen teilgenommen hatte. Bezüglich der Tätigkeit der Agudas Jisroel in außenpolitischer Beziehung halten es die offiziellen Blätter der Agudas Jisroel für möglich,, folgendes zu schreiben: ,Wenn nun die Vertreter der Agency in der Berliner Besprechung den lebhaften Wunsch äußerten, die Agudas Jisroel möge sich in außenpolitischer Hinsicht Bindungen auferlegen lassen, so ist dieses Verlangen von den agudistischen Vertretern — wie wir im Gegensatz zu einem irreführenden Berichte des Warschauer ,Moment' mit Nachdruck betonnen möchten — in aller Entschiedenheit abgelehnt worden. Was die Kommission (und zwar auch nur die Kommission, ohne daß bisher eine Zustimmung der politischen Leitung der Aguda erfolgt wäre)

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