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Das jüdische Echo · 1931-03-13 · 11 (13.3.1931) · p. Seite 172

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
11 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
Seite 172 (sequence 12)
Language
German
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172 Das Jüdische Echo Nr. 11 stigen Sinne — abstreifen wollen). Die Heimkehrenden könnten nicht den Weg zur jüdischen Idee lind zur jüdischen Form finden; ...die Gefahr besteht hier in einem Stehenbleiben auf halbem Wege. Die Ausziehenden, die eigentlich immer Europa meinen, wenn sie Palästina sagen, sind in der umgekehrten Gefahr, mit dem Ghetto auch ihren jüdischen Inhalt aufzugeben. Es muß die Aufgabe des Zionismus sein, diese beiden Quellströme zu vereinen zu einer starken Bewegung jüdischer Renaissance. Der Weg dazu ist aber zugleich der Weg zur jüdischen Idee und zur jüdischen Form.“ Die Galuth müsse dem Land Israel, das einstweilen Kolonialland ist, geistig voranschreiten. Die Eignung des jüdischen Ritus, überall jüdische Gemeinschaft über die Klassengegensätze hinweg zu bilden und alles Europa und Asien dauerhaft abzuwehren, sucht Levy auch zu beweisen; allerdings im wesentlichen nur mit einem spitzfindigen Satz des alten Maimonides, der selbst im Grunde nichts kann, als historische Evidenz des Ritus behaupten. In der Diskussion sprachen Dr. Straus, Schenirer. Rosenthal, Satonower und Dr. Percikowitsch. Besonders interessant war der Bericht Rosenthals über tastende, jugendbewegte Religionsexperimente des Kadimah. Alle Redner standen auf dem Standpunkt der „Heimkehrenden“. Der Wille der „Ausziehenden“ fand keinen Anwalt, obwohl es scheinen mag, als ob er auch in der Jugend wirksam wäre, die nur mehr das Ghetto der nationalen Formenreste abzustreifen hat, und obwohl es seltsam genug ist. wenn Levy auch die antinationalistischen, rein soziologische Umschichtung und Verpflanzung anstrebenden Zionisten in die ritualjüdische Bahn lenken will. F. P. * * * Erez-Israel. Mengenbilder. Statistische Verhältnisse durch Zeichnungen, Diagramme etc. darzustellen ist seit langem üblich, das Verfahren, das man im allgemeinen anwandte, war jedoch nicht recht geeignet, wirklich klare Anschauungen über den darzustellenden Sachverhalt zu vermitteln. Verschiedene Bevölkerungsgrößen versuchte man darzustellen, indem man neben einen kleinen Mann einen größeren zeichnete — Maße und Verhältnisse gehen meistens dabei verloren; erzielt wurde nur ein sehr verschwommener Begriff. Mail hat jetzt eine bessere Methode gefunden und zwar die Nebeneinanderstellung von Figuren, die stets das gleiche bedeuten, in verschiedener Anzahl — also die doppelt große Bevölkerung wird in zwei Männern symbolisiert. Dieses Verfahren hat in einer soeben vom Hauptbüro des Keren Kajemeth Lejisrael herausgegebenen statistischen Bilderbuch 0 11 e Wallisch zur Darstellung der palästinensischen ökonomischen und geographischen Tatsachen fruchtbar gemacht. 25 Tafeln vermitteln die notwendigsten Kenntnisse über Bevölkerung, Einwanderung, Bodenbesitz, Erntemengen, Industrie, Handel, Schulen auf anschaulichste und einprägsamste Weise. In einer Einleitung hat R. Ziman, der den Mengenbildern reiches Zahlenmaterial beigab, die wesentlichsten Angaben über die letzten zehn Jahre wirtschaftlicher Entwicklung von Erez Israel noch gesondert angeführt. Das Buch ist zum Preise von nur RM. 1.50 durch die Sammelstellen des K. K. L. zu beziehen. I. E. * * * Eine „Geschichte des Chassidismus“, der bedeutsamsten religiösen Bewegung im neuzeitlichen Judentum, aus der Feder von Prof. Simon Dubnow, dem Verfasser der zehnbändigen „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“, beginnt jetzt im jüdischen Verlag, Berlin W 50, zu erscheinen. Das zweibändige Werk ist die erste zusammenhängende historische Darstellung des Chassidismus, die auch zahlreiches, bisher unbekanntes Material im Privatbesitze von Prof. Dubnow verwertet. Soeben erschien der erste Band, der zweite Band gelangt im Mai d. J. zur Ausgabe.. *!• sf* „Der Staat seid Ihr!“ Dieser etwas ungewöhnliche Titel ist das Stichwort einer neuen Zeitschrift, welche seit 1. März im Verlag Hermann Reckendorf, Berlin, erscheint. Wenn statt der üblichen Verlagserklärung an der Spitze des ersten Blattes ein Aufsatz von Thomas- Mann steht „Die Wiedergeburt der Anständigkeit“, so weiß der geistig eingestellte Leser, worum es geht. Wir führen das Inhaltsverzeichnis der beiden ersten Nummern im folgenden an und überlassen es unseren Lesern selbst, sich daraus ein Bild zu machen. Der hier unternommene Versuch scheint stärkster Beachtung wert zu sein. Die Einzelnummer der Zeitschrift kostet 30 Pfg. Heft 1: Thomas Mann; Die Wiedergeburt der Anständigkeit. Heinrich von Gleichen und Otto Landsbergr Diktatur oder Demokratie? Staatssekretär Dr. Weismann: Frankreich und Deutschland. Dr. von Loesch: Die Genfer Polen-Verhandlungen. Theodor Heuß und Gottfried Feder: Von den Nationalsozialen zu den Nationalsozialisten. Ernst Hirschbach: Sieben Wochen im Erziehungsheim. Was wissen Sie vom Staat? Wer kennt den Versailler Vertrag? Heft 2: Ernst Jäckh und Ernst Graf zu Reventlow: Revisionspolitik. Die englisch-französisch-italienische Flottenverständigung. Kaiserbrief des Fürsten Bülow. Thomas Mann: Die Wiedergeburt der Anständigkeit (Fortsetzung). Walter Dirks und Paul Friedländer: Jugend, bist du ohne Hoffnung? Leo Horwitz: Zwei Ausstellungen — Zwei Lichtblicke. Was wissen Sie vom Staat? Wer kennt den Versailler Vertrag? GemeindenundVereins-Echo Zionistische Ortsgruppe München. Mittwoch, den 18. März, abends 8.30 Uhr, findet im Lessingsaal, Herzog-Rudolf-Straße 1, die ordentliche Generalversammlung statt. Sämtliche Mitglieder werden gebeten, bestimmt zu erscheinen. Die Wahrheit über Palästina wollte in einem im wesentlichen auf Kritik abgestellten Referat Herr Dr. Leo Harry aus Wiesbaden aussprechen, den die Münchener Gruppe der Zionisten-Revisionisten zu einem Vortragsabend gewonnen hatten. Er behandelte die Aera Weizmann, ihre politischen wie kolonisatorischen

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