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Das jüdische Echo · 1931-03-13 · 11 (13.3.1931) · p. Seite 173

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
11 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
Seite 173 (sequence 13)
Language
German
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Nr. Das Jüdische Echo 173 Erfolge resp. Mißerfolge und er verlangte leidenschaftlich den Rücktritt der heutigen Leitung und ihre Ersetzung durch eine revisionistische. An den Vortrag schloß sich eine Aussprache, in der die Herren Jakob Reich, Dr. Emrich und Theodor Harburger den Ausführungen des Referenten entgegentraten. Ein Gang durch die Geschichte der jüdischen Musik Im Rahmen der Veranstaltungen der Jesaia- Loge spricht Frau Alice Jacob-Loewenson, die Berliner Musikkritikerin der „Jüdischen Rundschau“, am Dienstag, dem 24. März, abends 8.30 Uhr: „Ein Gang durch die jüdische Musik von den Anfängen bis zur Gegenw a r t“, unter Vorführung von Schallplatten und mit Illustrationen auf dem Klavier. Lokal der Concordia, Prannerstraße 4/0. Angehörige und Freunde der Jesaia-Loge sind herzlich willkommen. Im Jüdischen Kindergarten wurde Purim gefeiert. In unserer getrübten Gegenwart eine reine kleine Freude. Dreißig Mädchen und Buben, drollig und anmutig verkleidet, tanzten und spielten und ergötzten sich an einer lustig dargestellten Purim- Kartoffelkomödie. Besonders reizvoll und die Kinder beglückend wirkten ihre eigenen rhythmischen Tanzspiele und das mit gespanntester Freude, leise diszipliniert geübte Lärmorchester. Der erzieherische Wert der Kindergartengemeinschaft ist heute unbestritten. Diese anspruchslose und doch so wohl gelungene Purimfeier machte aber auch die besondere Funktion des jüdischen Kindergarten wieder deutlich: hier erlebt das Kind noch keinen Gegensatz von Elternhaus und Außenwelt: hier erfährt es organisch und spielend den Ablauf des jüdischen Jahres, seinen Alltag und seine Feste. Es bleibt in seinen eindrucksreichsten Jahren im Schutz einer ihm verwandten Gemeinschaft. Jüdischer Kindergarten, Herzog-Rudolf-Straße 1. Mit dem beginnenden Schuljahr scheidet eine Anzahl unserer kleinen teuren Freunde aus. Wir hoffen auf jungen Nachwuchs auch für die wärmere Jahreszeit; denn bei gutem Wetter werden stets Spaziergänge in den nahen Englischen Garten gemacht. Wir bitten um rechtzeitige Anmeldung, Montag bis Freitag, 9 bis 10 Uhr im Kindergarten. Den wirtschaftlichen Verhältnissen wird nach Möglichkeit und Übereinkunft gern Rechnung getragen. Der Kindergarten bleibt vom 1. bis 10. April geschlossen. Schalom-Asch-Feier Der Jüdische Kulturverein J. L. Perez bittet uns um Aufnahme der folgenden „Richtigstellung“ zu unserem Bericht über die Schalom-Asch-Feier. Unser Referent wird dazu Stellung nehmen. D. Red. Zu Ihrem am, am 6. d. M. erschienenen Bericht über die Schalom-Asch-Feier gestatten wir uns aus rein sachlichen Erwägungen folgende Richtigstellung: Es ist Tatsache und von den bedeutendsten Kritikern der jiddischen und hebräischen Sprache anerkannt, wie z. B. Sch. Niger, Bai Machschowes, Gorelik, Stefan Zweig usw., daß Schalom Asch in der jiddischen Literatur als Romantiker (Mesias Zeiten) und Lyriker (das Städtchen) größte Bedeutung hat, selbst in seinen letzten realistisch e n Schöpfungen kann Schalom Asch den Romantiker undk Lyriker nicht verleugnen. Niger glaubt sogar behaupten zu dürfen, daß Asch nur dort am echtesten ist, wo er als Lyriker und Romantiker hervortritt. Daraus ist wohl ersichtlich, daß Ihr Herr Berichterstatter J. G. weder die Sprache zu beherrschen, noch Asch zu kennen scheint. Im übrigen sind die Worte aus dem Zusammenhang gerissen und erwecken den Anschein, unser Redner hätte Schalom Asch nur als Lyriker und Romantiker dargestellt. Ein weiterer Beweis hierfür ist seine Charakterisierung des „Dowid“. Dowid ist keine „Lächerliche“ Figur, sondern jener tragische Typus, der um die Jahrhundertwende vielfach und noch heute häufig auftritt. Mehr Respekt vor dem „Jiddischen Dichter“, mehr Respekt vor der „Jiddischen Literatur“ würden eine derart lieblose Berichterstattung unmöglich machen! Jüdischer Kulturverein J. L. Perez. Aus dem Münchener Bar-Kochba 20 Jahre Bar-Kochba, Im ersten, außerordentlich gut besuchten Heimabend des Jüdischen Turn- und Sportverein Bar-Kochba erzählte Herr Joseph Orljansky aus der Geschichte des Vereins, von der Gründung bis heute. Der Vortrag, der viel interessantes Material brachte, wurde illustriert durch eine Anzahl zum Teil aus der „Guten alten Zeit“ stammende Photos. Ein humorvolles Koreferat hielt Herr Jakob Reich, der selbst seit Gründung des Vereins führendes Mitglied ist. Großer Skiabfahrtslauf! Zu dem von der Sportabteilung des Bar-Kochba ausgeschriebenen Skiabfahrtslauf sind schon zahlreiche Meldungen eingelaufen,, doch ist anzunehmen, daß dieselben noch nicht erschöpft sind. Die ganze Strecke ist abgesteckt und von Fachleuten als einwandfrei festgestellt. Insbesondere ist die Abfahrt deswegen herrlich, da alle Ziehwege vermieden werden und sie hauptsächlich über freie Hänge und durch Wald führt. Auch Skianfänger können sich an diesem Lauf beteiligen. Die zu befahrenden Hänge sind vollkommen lawinenfrei. Der Lauf findet bereits vormittags statt, denn nach alten Erfahrungen herrscht auf den Gebieten um die Mittagsstunden großer Betrieb. Treffpunkt für alle Teilnehmer: 10 Uhr vormittags auf der unteren Fürstalm. Start am Stümpfling, Ziel die Bayernhütte. Für den Sieger der Herren- und Damenklasse stehen nette Preise zur Verfügung. Die Preisverteilung findet am nächsten Heimabend des Bar-Kochba statt. Nähere Auskunft über diesen Abfahrtslauf erteilt Jackie Goldfarb, Landschaftsstraße 14, Tel. 21 5 52. Leichtathletik und Handball: Infolge der schlechten Platzverhältnisse muß das Rasentraining ausfallen, ebenso können die vereinbarten Handballwettspiele nicht ausgetragen werden. Wir bitten daher dringend, daß die Aktiven jeden Mittwoch abends, von 8—10 Uhr dem Training beiwohnen. Dasselbe findet im Sportverein Sendling, Plinganserstraße, statt. — Fußball: Hallentraining für die Fußballer jeden Mittwoch abends von 8—10 Uhr im Sportverein Sendling. Wir machen heute schon darauf aufmerksam, daß am Montag, 23. März, eine außerordentliche Mitgliederversammlung stattfindet. Das Lokal wird noch bekanntgegeben. Alle Fußballer haben der Sitzung beizuwohnen.

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