Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 11 (13.3.1931)
- Date
- 1931-03-13
- Page
- Seite 170 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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170 Das Jüdische Echo Nr. 11 in Einzelbeiträgen von mindestens 100 Dollar — für die Palästina-Fonds. Unmittelbar nach dem Bankett trat Professor Einstein an Bord des Dampfers „Deutschland“ die Überfahrt nach Cherbourg an, von wo er sich nach Berlin begeben wird. Eine Delegation aus dem Kreise der Veranstalter des Banketts begleitete Einstein zum Hafen, wo sich eine große Menschenmenge angesammelt hatte, um von dem Gelehrten vor seiner Rückreise nach Europa Abschied zu nehmen. Die Rede Professor Einsteins wurde durch 44 Sender in allen Teilen der Vereinigten Staaten im Rundfunk verbreitet, ln allen größeren Städten der Vereinigten Staaten fanden gleichzeitig mit dem Neuyorker Bankett, Versammlungen statt, in denen unmittelbar nach der durch Lautsprecher wiedergegebenen Rede Professor Einsteins die Sammlungen für die Palästina-Kampagne eingeleitet wurden. Vorläufig keine Herabsetzung der amerikanischen Einwanderungsquoten Washington, 6. März. (JTA.) Das vom Repräsentantenhaus mit 295 gegen 86 Stimmen angenommene Gesetz, wonach die Einwanderung in die Vereinigten Staaten auf 10 Prozent der gegenwärtigen Immigrationsquote gekürzt werden soll, konnte vom amerikanischen Senat in seiner am V März abgeschlossenen Session nicht mehr durchberaten werden. Das Gesetz wird daher den Senat erst im Verlaufe seiner nächsten Session, die am 4. Dezember d. J. eröffnet wird, passieren, so daß bis dahin die gegenwärtig festgesetzte Einwanderungsquote weiter in Kraft bleibt. 22. Jahresversammlung von Hias Neuyork, 3. März. (JTA.) Am 1. März fand im Astor-Hotel zu Neuyork die 22. Jahresversammlung von Hias (Hebrew Sheltering and Immigrant Aid Society of America) unter Teilnahme von etwa 1500 Personen statt. Die Jahresversammlung war mit einer Feier des 50jährigen Jubiläums der jüdischen Masseneinwanderung in die Vereinigten Staaten verbunden. Das Mitglied des Repräsentantenhauses La Guardia protestierte scharf gegen den im Repräsentantenhaus gemachten Versuch, das Einwanderungseinschränkungsgesetz, durch das die Einwanderungsquoten um 90 Prozent gekürzt werden sollen, ohne Debatte anzunehmen. Es bestehe die Hoffnung, daß der Senat die Gesetzwerdung des Entwurfes verhindern werde. Hie Jahresversammlung billigte das Abkommen zwischen Hias und Emigdirect (Vereinigte jüdische Auswanderungsgesellschaft) über die Fortsetzung der gemeinsamen Tätigkeit der beiden Organisationen im Ausland. Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, ist es unwahrscheinlich, daß der Senat noch in der jetzigen Session des Kongresses, der in dieser Woche bis zum Dezember vertagt werden soll, eine Entscheidung über die vom Repräsentantenhaus mit 295 gegen 85 Stimmen angenommene Einwanderungs-Restrikticns-Bill treffen wird. Die Zionistische Exekutive und die politische Lage London, 5. März, (JTA.) Die Exekutive der Zionistischen Organisation veröffentlicht nachstehende Erklärung: Die Zionistische Exekutive und die vom Zionistischen Aktionskomitee eingesetzte politische Kommission haben in ihren vom 16. bis 18. Februar abgehaltenen gemeinsamen Sitzungen die politische Lage im Lichte des vom Ministerpräsidenten Mac Donald an Dr. Weizmann gerichteten Briefes betrachtet. Diese Sitzungen werden nach einem Intervall von einigen Wochen zum Zwecke der Beratung jener Probleme, die im Verlauf der weiteren Verhandlungen mit der Regierung Sr. Majestät erörtert werden sollen, wieder aufgenommen werden. Zur Frage des Legislative Council Ein Beschluß der palästinensischen Arbeiterpartei Jerusalem, 4. März. (JTA.) Der Parteirat der Jüdischen Arbeiterpartei Palästinas hat sich in seiner letzten Sitzung mit der Frage der Errichtung einer gesetzgebenden Körperschaft für Palästina befaßt. Es wurde ein Beschluß gefaßt, wonach sich die Arbeiterpartei mit den übrigen jüdischen Gruppen des Landes in der Bekämpfung eines Legislative Council in der Form, wie er im Weißbuch vorgeschlagen wird, vereinigen, dagegen für eine parlamentarische Körperschaft, die zu einem Drittel aus Juden, zu einem Drittel aus Arabern und zu einem Drittel aus Regierungsbeamten zu bestehen hätte, einsetzen soll. Die arabische Exekutive erklärt: Verständigung mit Weizmann unmöglich Jerusalem, 4. März. (JTA.) Die palästinensisch-arabische Exekutive hat neuerlich eine Sitzung abgehalten, um zu den aktuellen Fragen der Palästinapolitik Stellung zu nehmen. An den Beratungen nahmen 30 Mitglieder der Exekutive teil. Nach einer Debatte, die einen vollen Tag in Anspruch nahm, wurde eine Resolution gefaßt, in der erklärt wird, es sei für die arabische Exekutive völlig unmöglich, mit Dr. Weizmann oder einem anderen Vertreter der Judenheit zu einer Verständigung zu gelangen. Die Versammlung billigte das vom Büro der arabischen Exekutive am 16. Februar veröffentlichte Statament, in dem die vom Ministerpräsident MacDonald in seinem Brief an Dr. Weizmann gegebene Interpretation des Weißbuches vom Oktober 1930 abgelehnt wird. Schließlich betonte die Exekutive neuerdings den von ihr von früher vertretenden Standpunkt, daß ein allgemeiner arabischer Boykott gegen die Juden erklärt werden müsse, und bekräftigte ihre früher gegen das Mandat und die Balfour-Deklaration gefaßten Beschlüsse. Übersiedlung der Exekutive der Jewish Agency in ein neues Gebäude Die Büros der Exekutive der Jewish Agency resp. der Zionistischen Exekutive in Jerusalem, die sich seit zehn Jahren in einem Gebäude in der Jaffastraße befinden, werden zu Mucharem (dem diesjährigen Wohnungswechseltermin) in ein neues Gebäude an der Mamillastraße übersiedeln. Das neue Gebäude, das sich gegenüber dem Palace- Hotel befindet, geht soeben seiner Vollendung entgegen. Im ersten Geschoß befinden sich die Räume der Anglo Palestine Bank, während die beiden oberen Geschosse von der Jewish Agency in Anspruch genommen werden. (Ziko) 70. Geburtstag des Bürgermeisters von Tel-Awiw Jerusalem, 3. März. (JTA.) Im Laufe dieser Woche wird in Tel-Awiw der 70. Geburtstag des Bürgermeisters und eines der Gründer dieser rein jüdischen Stadt, Mayer Dizengoff, gefeiert. Anläßlich seines 70. Geburtstages veröffentlicht Bürgermeister Dizengoff seine Tagebücher über Tel- Awiw während des Weltkrieges. Der Ertrag dieser Publikation ist den Zwecken des im Hause Dizengoffs zum Angedenken an seine vor kurzem