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Das jüdische Echo · 1931-03-13 · 11 (13.3.1931) · p. Seite 169

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
11 (13.3.1931)
Date
1931-03-13
Page
Seite 169 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 11 169 Das Jüdische Echo liebes Referat über die gegenwärtige Situation, wie sie sich insbesondere durch den MacDonald- Brief gestaltet hat. Hieran schloß sich ein Referat Dr. Landauers über den für die Zeit von Mitte März bis Ende April beabsichtigten Werbemonat der Zionistischen Organisation. Beide Fragen wurden in der Diskussion behandelt, die durch Herrn Blumenfeld zusammengefaßt und geschlossen wurde. Der Landesvorstand beschloß auf Antrag des G.A., den Werbemonat mit allen Kräften in der vorgeschlagenen Zeit durchzuführen. Die Nachmittagssitzung behandelte Fragen des Keren Kajemeth, des Keren Hajessod-Drives in Berlin und der Gemeinde- und Landesverbands- Politik. Der Etat der Z. V. f. D. wurde in geschlossener Sitzung besprochen und angenommen. Der Landesvorstand nahm Beschlüsse zur Hachscharah- und Kulturarbeit an, die dem G.A. zur Ausführung übergeben wurden. Erster Ordentlicher Delegiertentag der Zionisten- Revisionisten Deutschlands Berlin, 8. März. (JTA.) Am Sonntag, dem 15. März, findet in Berlin der Erste Ordentliche Delegiertentag der Zionisten-Revisionisten Deutschlands, verbunden mit einer öffentlichen Kundgebung am Sonnabend, dem 14. März, statt. Aus dem Programm sind hervorzuheben ein Referat Richard Lichtheims über „Die politische Lage und die Aufgabe der deutschen Revisionisten“, Referate von Dr. Hubert Pollak und Alexander Reiter über „Revisionistische Jugendarbeit in Deutschland“, ein Referat von Dr. Boris Silbert über „Organisation und Finanzen“ usw. ln der vor kurzem in Berlin stattgefundenen Sitzung des Parteirates der Revisionisten wurde ü. a. beschlossen: Die Revisionistische Union ist fest entschlossen, wie bisher den Kampf für die ideologische Erneuerung der Zionistischen Bewegung und für die Wiederaufrichtung der Zionistischen Organisation mit aller Kraft fortzusetzen. Die Revisionistische Union appelliert an das jüdische Volk, ihr bei den bevorstehenden Wahlen zur Eroberung des Zionistenkongresses zu verhelfen. Die Revisionistische Union hält das Fortbestehen der gemischten Agency in ihrer bisherigen Form nicht für möglich. Die Union wird auf dem Kongreß dafür eintreten, daß andere und bessere Wege der Zusammenarbeit mit den nichtzionistischen Elementen in der Jewish Agency gesucht werden, und daß die jetzige Konstitution der Agency grundlegend reformiert wird. Deutschland rückt in der Einfuhr Palästinas vor Berlin, 5. März. (JTA.) Die Berliner „Industrie- und Handelszeitung“ teilt mit: Deutschland hat in der palästinensischen Einfuhr seine nächst England führende Rolle beibehalten. Die deutsche Einfuhr ist sogar trotz der allgemeinen unbefriedigenden Wirtschaftslage gestiegen. In der Zeit Januar—September 1929 betrug die Einfuhr aus Deutschland 542 673 £p.. gegen 577 695 £p. im Januar-September 1930, die Ausfuhr nach Deutschland 84 314 £p. gegen 141 535 £p. Die Behörde schreitet gegen Goebbels Aufforderung zu Progromen nicht ein Berlin, 9. März. (JTA.) In einer der letzten Nummern des Berliner „Angriff“ erklärt Dr. Goebbels unter Hinweis auf ein Spottgedicht, das Theobald Tiger in der „Weltbühne“ gegen ihn veröffentlicht hat: „Man dürfe sich nicht wundern, wenn in Deutschland der Antisemitismus wächst und der Judenhaß in den breiten Massen Formen angenommen hat, die, ohne daß einer dazu aufzurufen brauchte, gewaltsam zu Entladungen drängen. „Diese Ausführungen, bemerkt s. n. in der „Jüdischen Rundschau“, sind eine direkte Aufforderung zum Progrom. Es muß Wunder nehmen, daß die Behörden nicht mit einem Zeitungsverbot eingegriffen haben. Bedrohung so schwerer Art widerspricht zweifellos den bestehenden Gesetzen. Daß es sich nicht nur um Redefloskeln handelt, beweisen die Vorkommnisse während vieler Jahre. ... Wir hüten uns, immer wieder nach dem Kadi zu rufen. Wenn aber die Bedrohung solch greifbare und direkte Formen annimmt, wie in dem zitierten Aufsatz des „Angriffs“, dann ist das Eingreifen der Behörden deren gesetzliche und politische Pflicht. Die Nachgiebigkeit der französischen Behörden gegenüber den Rechtsradikalen — Besorgnis in jüdischen Kreisen Paris, 8. März. (JTA.) Die Absetzung des Stückes „Die Affaire Dreyfus“ von Jaques Ricliepin vom Spielplan des Ambigue-Theaters erfolgte bekanntlich auf Weisung des Pariser Polizeipräfekten. Es verlautet, daß sich die Pariser Polizei zu ihrem Schritte infolge der Androhung von Gewaltakten seitens der rechtsgerichteten Kriegsteilnehmer-Organisation „Croix de Feu“ (Feuerkreuz) entschlossen hat. Die Allgemeine Kriegsteilnehmer-Organisation Frankreichs veröffentlicht eine Erklärung, in der sie entschieden von der Stellungnahme der Organisation „Croix de Feu“ abrückt. In den Kreisen der französischen Judenheit herrscht über den Ausbruch antisemitischer Leidenschaft anläßlich der Aufführung des Dreyfus-Stiikkes, der zu ähnlichen antisemitischen Demonstrationen geführt hat, wie sie in Deutschland anläßlich der Aufführung des Films „Im Westen nichts Neues“ stattfanden, allgemeine Bestürzung. Es wird befürchtet, daß die Nationalisten, ermutigt durch die Kapitulation der Behörden vor der Straße, nunmehr auch auf anderen Gebieten versuchen werden, ihren Forderungen durch Gewaltsanwendung Nachdruck zu verleihen. Grandioser Auftakt zum amerikanischen Palästina-Drive Einsteins Appell an die amerikanischen Juden N e u y o r k , 4. März. (JTA.) Am Mittwoch, dem 4. März, abends, fand in Neuyork zu Ehren Professor Albert Einsteins ein von den jüdischen Organisationen Neuyorks veranstaltetes Bankett statt, an dem über 1000 Personen, unter ihnen die repräsentativsten Persönlichkeiten der amerikanischen Judenheit und Vertreter aller großen jüdischen Verbände, teilnahmen. Den Vorsitz führte der Präsident des American Joint Distribution Committee, ehern. Vorsitzender des Administrative Committee der Jewish Agency für Palästina, Herr Felix M. Warburg. Die Versammlung bildete gleichzeitig den Auftakt für die 2.5 Millionen Dollar-Kampagne, die im Jahre 1931 in den Vereinigten Staaten für den Palästina-Aufbau durchgeführt werden soll. Prof. Einstein, dem von der Versammlung stürmische Ovationen dargebracht wurden, hielt eine Ansprache, in der er die Verbundenheit der Juden der ganzen Welt mit dem Palästina-Werk hervorhob und die Pflicht jedes Einzelnen, an diesem Werke nach Kräften mitzuarbeiten, betonte. Die auf dem Bankett eingeleitete Sammlung brachte ein Ergebnis von über 200 000 Dollar —

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