Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 10 (6.3.1931)
- Date
- 1931-03-06
- Page
- Seite 156 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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156 Das Jüdische Echo Nr. 10 Eine neue Tageszeitung in Palästina Jerusalem, 23. Februar, (JTA.) Am 21. Februar ist die hebräische Tageszeitung „Doar Hayom“, die eine Zeit lang das Organ der Revisionisten Palästinas war, wieder unter der Leitung von Ittamar Ben Awi, der das Blatt im Jahre 1918 gegründet hat, erschienen. Es verlautet, daß demnächst eine neue Tageszeitung als Organ der Revisionisten, die aus den Wahlen zur Assefath Haniwcharim als zweitstärkste Partei hervorgegangen sind, herausgegeben werden soll. Gegenwärtig gibt es in Palästina drei hebräische Tageszeitungen: „Doar Hayom“, „Dawar“, das Organ der Arbeiterpartei, und „Haarez“, die den Standpunkt der Allgemeinen Zionisten vertritt. Außerdem erscheint in Palästina eine jüdische Tageszeitung in englischer Sprache „The Palestine Bulletin“, die von der Palestine Telegraphie Agency, der palästinensischen Zweigstelle der Jüdischen Telegraphen-Agentur, herausgegeben wird. Palästina-Em- und Ausfuhr im Oktober 1930 Jerusalem, 28. Februar. (JTA.) Soeben wurden die Ein- und Ausfuhrziffern für Oktober 1930 veröffentlicht. Der Gesamtwert der Einfuhr in diesem Monat betrug 697 342 Pfund gegenüber 602 435 Pfund im Oktober 1929. Obwohl im Oktober 1930 die Einfuhr an Nahrungsmitteln, Getränken und Tabak kleiner war als im gleichen Monat des Vorjahres, ist die Gesamteinfuhr doch infolge der starken Steigerung des Imports sonstiger Waren gestiegen. Der Gesamtwert der Ausfuhr im Oktober 1930 betrug 100 258 Pfund, ist also gegenüber dem Export im Jahre 1929, der 142 475 Pfund betrug, stark gesunken. Die Verminderung des Ausfuhrwertes ist vor allem auf das Sinken des Exports von Nahrungsmitteln, Getränken und Tabak zurückzuführen. Prof. Bodenheimer von der Hebräischen Universität liest in Amerika Jerusalem, 17. Februar. (JTA.) Wie die Hebräische Universität mitteilt, wurde der Professor an der Abteilung für allgemeine Zoologie und Entomologie der Hebräischen Universität. Dr. Fritz Bodenheimer, von der Universität Minnesota in den Vereinigten Staaten eingeladen, im Sommersemester 1931 eine Vorlesung über „Probleme der Insektenphysiologie“ zu halten. Prof. Bodenheimer begibt sich demnächst zu einem sechsmonatigen Aufenthalt nach Amerika. Bevorstehende Eröffnung der Vorlesungen an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Jerusalem Jerusalem, 26. Februar. (JTA.) Die Hebräische Universität teilt mit, daß bereits alle Vorbereitungen zur Eröffnung der biologischen Kurse getroffen wurden. Rektor Dr. Magnes hat sich nach Amerika begeben, um dort die Mittel zur Ausstattung des für diese Kurse erforderlichen physikalischen Laboratoriums für Hörer zu beschaffen und Professoren für Anatomie und Histologie zu berufen. Der Beschluß der naturwissenschaftlichen Fakultät wurde vom Direktorium der Universität im Jahre 1929 gefaßt, die Eröffnung selbst für* das Jahr 1923 in Aussicht genommen. Rektor Magnes wird sich während seines Aufenthaltes in Amerika auch bemühen, die Universität im allgemeinen materiell besser zu fundieren und den Ausbau der bereits bestehenden Abteilungen zu sichern. Gemeinden- und Vereins-Echo Zionistische Ortsgruppe, München. Mittwoch, den 18. März, abends 8.30 Uhr, findet im Lessingsaal die ordentliche Generalversammlung statt. Sämtliche Mitglieder werden heute schon auf diesen Tag aufmerksam gemacht und gebeten, sich den Abend frei zu halten. Im Rahmen des Jungzionistischen Arbeitskreises fand eine Arbeitsgemeinschaft über zionistische Geschichte, regelmäßig jeden zweiten Montag statt, die von Herrn Ernst Eisen geleitet wurde. Man hörte Referate über die Vorgeschichte des modernen Zionismus und über seine Entwicklung vor und nach dem Kriege. Besonders berücksichtigt wurde hierbei die Aufbautätigkeit. Der Kurs brachte manches Interessante und war besonders geeignet, auch denjenigen Leuten, die sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, weniger Gelegenheit haben, einen Begriff der ungeheuren Arbeit zu geben, die hier geleistet worden ist. Es ist zu wünschen, daß auch in den folgenden Semestern derartige Kurse stattfinden und durch geeignete Propagierung einem größeren Kreis zugänglich gemacht werden, da sich immer und immer wieder herausstellt, daß die Arbeitsgemeinschaft die geeignetste Form kollektiver geistiger Arbeit ist. O. Blum. Vortrag von Dr. Ludwig Strauß (Aachen) Am Dienstag, dem 10. März, wird Herr Dr. Ludwig Strauß, Privatdozent für Germanistik an der Technischen Hochschule in Aachen, in einer gemeinsamen Veranstaltung der Jesaia-Loge (München) und des Jüdischen Jugendheims München, einen Vortrag über „Das jüdische Element in der deutschen Literatur der Gegenwart“ halten. Beginn 8.30 Uhr in den Räumen der Concordia, Prannerstraße 4/0. Dr. Ludwig Strauß, der feine Interpret dichterischer Schöpfung, der auch selbst als Dichter und Erzähler unbestrittenes Ansehen genießt, ist in München von früheren Vorträgen in bester Erinnerung; Dr. Strauß ist der Schwiegersohn Martin Bubers. Jüdischer Jugendverein I. Donnerstagabende. Lessingsaal. Beginn: 20.30 Uhr. 12. März: Vortragsabend: „Der Prozeß des Jesus von Nazareth“. Referent: Herr Felix Feuchtwanger. II. Freitagabende. Jugendheim. Beginn: 20.30 Uhr. Alle jungen Juden Münchens, denen die Weihe eines häuslichen Freitagabends versagt ist, sind herzlich willkommen. Jüdischer Liederabend Zu einem schönen Erfolg gestaltete sich ein Liederabend, den Herr Abraham Schainerm a n n am Donnerstag, dem 27. Februar, auf Veranlassung des hiesigen Jugendvereins im Lessingsaal gab. Her Schainermann, der palästinensischer Staatsangehöriger ist und z. Zt. hier Musik studiert, zeigte, daß er durchaus kompetent ist für einen solchen Vortrag jiddischer und hebräischer Lieder. Zu Beginn seines Vortrages sprach er ganz kurz über die Eigenart unseres Gesanges und besonders über die Schönheit der hebräischen Lieder. Der nach jedem Lied einsetzende Beifall bewies, wie gut die gewählten Lieder gefielen. Unterstützt wurde der Vortragende durch die ganz ausgezeichnete Klavierbegleitung von Herrn Heinrich Lamm, dem Leiter des jüdischen Kammerorchesters. Charakteristischerweise gefielen die