Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 10 (6.3.1931)
- Date
- 1931-03-06
- Page
- Seite 150 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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150 Das Jüdische Echo Nr. 10 litik dem Zionistenkongreß und dem Council der Jewisli Agency vorliegen werden. Das Statement des Administrative Committee der Zionistischen Organisation Amerikas ist als Entgegnung auf die Erklärung Prof. Weizmanns, durch den Brief des Ministerpräsidenten Ramsay Mac Donald sei die Basis für eine Kooperation zwischen der Jewisli Agency und der Mandatarmacht wiederhergestellt worden, aufzufassen. Dr. Weizmann hatte damals allerdings ausdrücklich betont, daß er diese Erklärung nur im eigenen Namen abegeben könne. Die Zionisten Polens und die Resultate der Verhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung Warschau, 25. Februar. (JTA.) Nach der Rückkehr des Abgeordneten J. Grünbaum, Vorsitzenden der Zionistischen Organisation Kongreßpolens, aus London, hielt das Zionistische Zentralkomitee eine Sitzung ab, in der, nach dem Referat Grünbaum, eine Reihe Beschlüsse gefaßt wurde. Das Komitee, heißt es in den Beschlüssen, nimmt mit Befriedigung Kenntnis' davon, daß der Brief Mac Donalds an Dr. Weizmann, der dem High Cornmissioner in Palästina als verpflichtende Instruktion übersandt, dem Völkerbund notfiziert und dem englischen Parlament als authentische Interpretation des Weißbuches von 1930 unterbreitet wurde, zu einem großen Teil das Unrecht des Paßfield-Weißbuches aus der Welt geschafft hat. Es werden in einer Resolution die Zugeständnisse des Mac Donald-Briefes im einzelnen Umrissen und die Zionistische Exekutive, sowie die Politische Kommission aufgefordert, bei den weiteren Verhandlungen, betreffend den Entwicklungsplan, die gerechten zionistischen Forderungen mit Hartnäckigkeit und Ausdauer zu vertreten; es dürfe keinem Plane zugestimmt werden, der das Recht der Juden auf Palästina und die Entwicklung des Nationalheims irgendwie einschränkt. Insbesondere darf die Zionistische Organisation nicht ihre negative Stellung gegen den Plan eines Legislative Council in Palästina aufgeben, da die Araber, die das Mandat und das Nationalheim nicht anerkennen, in dem Legislative Council ein Werkzeug zur Verhinderung der Verwirklichung der Mandatsvorschriften sehen werden. Wichtige Mitteilungen Grünbaums in einer Pressekonferenz Warschau, 25. Februar. (JTA.) Der Präsident der Zionistischen Organisation Polens, Abg. J. Grünbaum, machte in einer Pressekonferenz u. a. folgende Mitteilungen: Premier MacDonald wollte seinen bekannten Brief an Prof. Weizmann privat adressieren. Dies hätte die Bedeutung des Dokuments verkleinert. Man setzte es schließlich durch, daß der Brief an Weizmann als den Präsidenten der Jewish Agency adressiert werde. Die politische Kommission forderte, daß die Erklärung MacDonalds in der Form eines neuen White Paper herausgegeben werde, aber hervorragende Londoner Juristen erklärten, daß in England wie überall die Interpretation des Gesetzes wichtiger ist als das Gesetz selbst, und daß in jedem Falle einer Meinungsverschiedenheit das Weißbuch erst im Zusammenhang mit dem Kommentar als autoritativ herangezogen werden kann. Die englische Regierung hat die Versicherung abgegeben, daß sie nicht mehr nur Beobachterin bleiben, sondern sich positiv an dem Aufbau Palästinas beteiligen will. Sie nennt sich die erste englische Regierung, die so etwas tut. Wahrscheinlich wird die Regierung dem Parlament eine Vorlage betreffend eine Anleihe von 2,5 Millionen Pfund für den Palästina-Aufbau vorlegen. Wir unsererseits werden uns bemühen, den staatlichen Entwicklungsplan in Palästina zu verbreitern. Die Unterhandlungen über die weiteren Punkte des Weißbuches, wie Legislative Council usw., werden nach Weizmanns Rückkehr aus Palästina seitens der Regierung durch eine aus verschiedenen Departements zusammengesetzte Kommission fortgeführt werden, an deren Spitze der oberste Juris Counsel von Schottland und der Sohn MaxDonalds, die beide Freunde des jüdischen Aufbauwerkes sind, stehen werden. Diese Unterhandlungen werden wahrscheinlich mit Anteilnahme der Araber stattfinden. In Palästina entstand die Idee einer Round Table Konferenz. Erst nach erfolgreicher Beendigung einer solchen Konferenz würde die Frage eines Legislative Council spruchreif werden. „Unser Weg“ gegen Fortführung der Regierungsverhandlungen durch die gegenwärtige Exekutive London, 1. März. (JTA.) Das revisionistische Organ „Unser Weg“ veröffentlicht unter der Überschrift „Zum zweiten Teil der Verhandlungen“ einen Artikel, in dem die Zionistische Exekutive aufgefordert wird, die Verhandlungen mit der englischen Regierung abzubrechen und die Fortsetzung dieser Verhandlungen der vom Kongreß zu wählenden neuen Exekutive zu überlassen. Die britische Regierung wird darauf aufmerksam gemacht, daß die Ergebnisse des zweiten Teils der Verhandlungen zwischen ihr und der gegenwärtigen Leitung der Jewish Agency nicht von der gesamten Zionistischen Organisation als bindend und verpflichtend betrachtet werden würden. Verhandlungen mit der gegenwärtigen Exekutive seien jetzt, drei Monate vor dem Zusammtritt des Kongresses, völlig wertlos. MacDonald-Brief dem Völkerbund überreicht Befriedigung in Völkerbundkreisen Genf,. 27. Februar. (JTA.) Dem Generalsekretariat des Völkerbundes ist soeben seitens der britischen Regierung der vom Premierminister Ramsay MacDonald an den Präsidenten der Jewish Agency, Dr. Chaim Weizmann, gerichtete Brief, der eine autoritative Interpretation des Weißbuches vom Oktober 1930 enthält, zugestellt wordeü. Abschriften des Briefes sind seitens des Völkerbundssekretariats allen Mitgliedern des Völkerbundsrates und der Mandatskommission zugestellt worden. In den Kreisen des Völkerbundes in Genf herrscht die Überzeugung vor, daß dieser Brief MacDonalds an Weizmann der Mandatskommission, die sich in ihrer Mai-Session mit dem Weißbuche zu befassen haben wird, eine der schwierigsten und delikatesten Aufgaben, vor denen sie je gestanden hat, erleichtert hat. Kein Wiedereintritt des Misrachi in die Zionistische Exekutive Erklärungen von Rabbi Fishmann und vom Führer der Opposition innerhalb des Misrachi, Dr. Oskar Wolfsberg Wien, 27. Februar. (JTA.) Rabbi Fishman aus Palästina, Mitglied des Weltmerkas des Misrachi, der in diesen Tagen in Wien geweilt hat, gab vor seiner Rückreise nach Palästina gegenüber dem JTA-Vertreter die folgende Erklärung ab: Alle Meldungen über ein beabsichtigtes Wiedereintreten der Repräsentanten des Misrachi in die gegenwärtige Exekutive der Jewish Agency