Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 9 (27.2.1931)
- Date
- 1931-02-27
- Page
- Seite 137 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Das Jüdische Echo 137 gemeinsam mit den deutschen Nazis gegen einen „gemeinsamen Gegner, das organisierte Unternehmertum“ kämpfen. Der dänische Parteiführer heißt Ejnar Baaben. Die Pessach-Hilfe für die russischen Juden Mehl statt Mazzoth Riga, 1. Februar. (JTA.) Der Schwiegersohn des Oberrabbiners Schneersohn („Lubawitscher Rebbe“), Herr S. Gourary, teilt der Jüdischen Telegraphen- Agenlur mit, da 13 es sich bei der Pessaehhilfe für die Juden Rußlands, für die Rabbi Schneersohn einen Aufruf erlassen hat, nicht um Mazzothsendungen, sondern um Mehlsendungen handelt. Die Durchführung von Mazzolhsendungen nach Rußland ist in Anbetracht des außerordentlich hohen Zolls nicht möglich. Es empfiehlt sich daher, nur Pessaehmehlpakele zu senden. Tagung des Kultusgemeindeverbandes in Groß-Prag Die Hälfte aller Juden Böhmens in Prag konzentriert Prag, 19. Februar. (JTA.) Unter dem Vorsitz von Dr. August Stein fand eine Plenarsitzung des Kultusgemeindeverbandes von Groß-Prag statt. Dem Tätigkeitsberichte des Verbandes war u. a. zu entnehmen: Die Volkszählung, welche ein Anwachsen der Prager jüdischen Bevölkerung und ein weiteres Sinken der jüdischen Landbevölkerung aufweisl, erhöht die Bedeutung des Groß-Prager Verbandes, der vielleicht die Hälfte aller Juden Böhmens umfaßt. Hauptaufgabe des Verbandes ist die Sorge um die Erziehung und Heranbildung des Nachwuchses der Rabbiner und Gemeindefunklionäre. Es wurden eine Präparande für Anwärter des Rabbinatsstudiums und Kurse für Religionslehrer eröffnet. Eine weitere wichtige Aufgabe des Verbandes ist die Besorgung der Überselznug der fünf Bücher Moses’ ins Tschechische. Leib Jaffe spricht Hebräisch im polnischen Radio Warschau, 18. Februar. (JTA.) Die polnische Regierung gab ihre Zustimmung dazu, daß der hebräische Dichter und Direktor des Keren Hajessod in Jerusalem, Herr Leib Jaffe, der gegenwärtig in Warschau weilt, eine Ansprache in Hebräisch über das jüdische Aufbauwerk in Palästina in der Dauer von 15 Minuten vor dem Warschauer Sender hält. Der Warschauer Rundfunk teilt nun mit, daß Leib Jaffe am Sonnabend, den 21. Februar, 22.35 Uhr Warschauer Zeit seine Ansprache hallen wird. Die Bewegung in der Wiener jüdischen Bevölkerung im Jahre 1930 Wien, 4. Februar. (JTA.) Aus den vom Malrikelamle der Israelitischen Kultusgemeinde Wien vorgeleglen statistischen Ausweisen über die Bevölkerungsbewegung im Jahre 1930 ergeben sich die folgenden Ziffern, bzw. Gegenüberstellungen: 1920 1929 1930 1. Slerbefälle 2880 2709 2597 2. Gehurten 2744 1344 1214 3. Trauungen 2955 1240 1244 4. Austritte 1271 893 742 5. Fünf ritte bzw, .Rück (rille 370 305 280 ad 1. Von den 2597 Sterbefällen des Jahres 1930 enlfallen 54 auf Totgeburten, 1350 auf männliche und 1187 auf weibliche Personen, ad 2. Die Zahl der männlichen und weiblichen Geborenen war im Jahre 1930 gleich hoch (007). ad 3. Gegenüber den 1244 Trauungen, die im Jahre 1930 im Wirkungsbereiche der Israelitischen Kultusgemeinde Wien vorgenommen wurden, verzeichnet die Statistik 324 in diesem Jahre vor dem Rabbinate vollzogene rituelle Ehetrennungen. Von diesen sind 117 im 0. bis 10. Jahre der Ehe erfolgt, 2 nach mehr als 40jähriger Ehe. ad 4. Von den 742 im Jahre 1930 Ausgetretenen waren 309 männlichen und 373 weiblichen Geschlechtes, 449 waren ledigen Standes. Die Höchstzahl der Austritte verzeichnet die Altersgruppe zwischen dem 30. und 40. Lebensjahre mit 202. ad 5. Unter den 280 im Jahre 1930 ins Judentum eingelrelenen Personen haben 127 bereits früher dem Judentum angehör l, sind also riickgelreten. Von den Eingelrelenen waren 94 männlichen und 192 weiblichen Geschlechtes. Das Bevölkerungsdefizit des Jahres 1930 beläuft sich auf 1839 Seelen, übersteigt also auch die Zahl der Geburten. Die Stricker-Gruppe schließt sich den Revisionisten an Wien, 18. Februar. (JTA.) Die Führerschaft der von Baurat Robert Stricker geführten Gruppe der Demokratischen Zionisten, die seit Gründung der Vereinigung radikaler Zionisten dieser angehört halle, aber kurz nach der Londoner A.-C.-Tagung aus derselben ausgetreten war, hat nun mit einer Zweidrittelmehrheit beschlossen, sich der Union der Zionisten-Revisionisten anzuschließen. L. B. Namier, Professor aii der Universität Manchester London, 17. Februar. (JTA.) Der Leiter des politischen Sekretariats der Zionistischen Weltorganisation, L. 13. Namier, ist zum Professor für moderne Geschichte an der Universität Manchester, an der bekanntlich auch Prof. Weizmann einige Jahre hindurch Vorlesungen über Biochemie gehalten hat, ernannt worden. Namier, der im 42. Lebensjahr steht, war früher Dozent für moderne Geschichte am Balliol College zu Oxford. Seine Bücher über das Zeitalter Georg III. gelten als historische Standardwerke. Von seinen sonstigen Schriften sind „Deutschland und Osteuropa“, „Der Zusammenbruch der Habsburger-Monarchie“ und die „Geschichte der Pariser Friedenskonferenz 1921“ hervorzuheben. Neuer Boden für die Hebräische Universität Detroit, 17. Februar. (JTA.) Anläßlich eines zu Ehren des Präsidenten des Jüdischen Nationalfonds, M. M. Ussischkins, veranstalteten Banketts haben Herr und Frau David W. Simons eine von ihnen vor acht Jahren um den Betrag von 35 000 Dollar erworbene Bodenparzelle in Jerusalem dem Jüdischen Nationalfonds zum Geschenk gemacht. Die Stiftung soll den Namen der am 19. Juli 1930 verstorbenen Tochter des Ehepaares Simons, Sylvia Simons, tragen und stellt die größte Zuwendung für zionistische Zwecke dar, die jemals in Detroit erfolgte. Die Bodenparzelle grenzt an das Grundstück, auf dem die Hebräische Universität errichtet ist und soll dem weiteren Ausbau der Universität gewidmet sein. Jizchak Wilkanski 50 Jahre Der Kämpfer für einen konstruktiven Zionismus Tel Aviv. 18. Februar. (JTA.) Der bekannte hebräische Publizist und Führer der palästinensischen Arbeiterbewegung, Jizchak Wilkanski, wurde in diesen Tagen 50 Jahre alt. Die hebräische Arbeitertageszeitung „Davar“ bringt eine eingehende Würdigung Wilkanskis, in der darauf liingewiesen wird, daß Wilkanski in den sieben Kapiteln ,Die Hoffnung auf Kapital“, die vor 20 Jahren im „Hapoel Hazair“ erschienen und jetzt wieder in der Sammlung „Baderech“ abgedruckt sind, die