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Das jüdische Echo · 1931-02-27 · 9 (27.2.1931) · p. Seite 136

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
9 (27.2.1931)
Date
1931-02-27
Page
Seite 136 (sequence 8)
Language
German
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136 Das Jüdische Echo Nr 8 nebst „Geschichte meiner Suspension“. Er studierte dann Jurisprudenz in Kiel, war dort (1908/10), später in Essen und von 1914—1926 Rabbiner in Bonn, wo er 1919—1923 den „Jüdischen Boten vom Rhein“ herausgab. 1926 wurde er als Rabbiner an die Grunewald-Synagoge in Berlin berufen. Von den Dramen Emil Bernhards., die zum größten Teil erfolgreich über mehrere große deutsche Bühnen gingen, sind zu erwähnen „Brief des Uria“, „Herr Johann Wittenberg“, „Anna Boleyn“, „Mirabeau“, „Die Jagd Gottes“, u. a. m. Bei dem großen dramatischen Wettbewerb 1921 wurde ihm der erste Preis zuerkannt. Er übersetzte den Diwan von Jehuda Halewi und verfaßte unter dem Titel „Judentum. Ein Auruf an die Zeit“ eine leidenschaftliche Bekenntnisschrift für das traditionelle Judentum. Er verfaßte auch „Jüdische Legenden“ und gibt seit drei Jahren den „Jüdischen Jugendkalender“ heraus. Der Hilfsvereiii und die Einwanderungseinschräjnkung iii den U. S. A. Amerikareise Dr. J. Rosenaks Berlin, 18. Februar. (JTA.) Herr Rechtsanwalt Dr. J. Rosenak, Vorsitzender des Bremer Komitees des Hilfsvereins der Deutschen Juden (Zentralbüro für jüdische Auswanderungsangelegenheiten in Deutschland) wird sich am 25. Februar auf der „Europa“ nach Neuyork begeben. Er wird über wichtige Fragen der jüdischen Auswanderung mit dem Hilfsverein dauernd Zusammenarbeiten. Die amerikanische Gesetzgebung macht heute die Einwanderung nur noch in einem ganz geringen Maße möglich, wodurch namentlich auch die Emigranten aus osteuropäischen Ländern sehr hart betroffen werden. Reichsbank kauft Wechsel und Schecks auf Palästina Berlin, 19. Februar. (JTA.) Die Reichsbank kauft von jetzt an auch Wechsel und Schecks auf Palästina an und, kommissionsweise für Rechnung der Deutschen Golddiskontbank, auch solche mit einer Laufzeit bis zu 6 Monaten. Die anzukaufenden Abschnitte können auf Palästina-Pfunde, Sterling oder Reichsmark lauten. Die nationalsozialistischen Schaufensterstürmer vor dem Revisionsgericht Berlin, 19. Februar. (JTA.) Vor der dritten Großen Strafkammer des Landgerichts I begann vor einigen Tagen die Verhandlung gegen die seinerzeit vom Schnellschöffengericht abgeurteilten 12 Angeklagten, die anläßlich der Demonstrationen in der Leipzigerstraße im Anschluß an die Reichstagseröffnung am 14. Oktober festeenommen wurden. Sämtliche Angeklagte hatten gegen -das erstrichterliche Urteil Berufung eingelegt. Die Br" fung des wegen Landfriedensbruchs zu 6 Monaten Gefängnis verurteilten Schlossers Bartol wurde gleich am ersten Verhandlungstage verworfen, da er trotz Ladung zur Hauptverhandlung nicht erschienen war. Das Verfahren gegen den Packer Alfred Krentz und den Versicherungsagenten Georg von Eisener-Rothe wurde abgetrennt, da neue Zeugenladungen notwendig wurden. Die Schlußverhandlung erstreckte sich in der Berufungsinstanz nur noch auf neun Angeklagte. Von ihnen wurde der Angeklagte Gierow, der vom Schnellschöffengericht wegen Landfriedensbruchs zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war, freigesprochen, der Angeklagte Wipperling wurde von der Anklage der Körperverletzung freigesprochen und nur wegen Schußwaffenvergehens zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, bei dem Angeklagten Schober wurde die Strafe von fünf Monaten auf drei Monate zwei Wochen herabgesetzt. Die Berufung der übrigen sechs Angeklagten wurde auf ihre Kosten verworfen. Kurt Sobernheim wehrt einen Angriff des „Vorwärts“ ab B e r 1 i n, 20. Februar. (JTA.) Der sozialdemokratische „Vorwärts“ hatte einen Bericht wiedergegeben, wonach ein Angestellter der Commerz- und Privatbank, Hahn, der Führer einer Nazizelle, der wegen des Mordes in der Hebbelstraße verhaftet worden war, nach der Haftentlassung von der Bank-Leitung unter der Direktion des Herrn Kurt Sobernheim weiter beschäftigt wird, obwohl die Angestelltenschaft der Bank dessen Entlassung gefordert hat. In einer Zuschrift an den „Vorwärts“ teilt der Direktor der Commerz- und Privatbank, Herr Kurt Sobernheim, mit, daß er erst durch die „Vorwätrs“-Veröffentlichung von der Verhaftung und Haftentlassung des Hahn Kenntnis erhalten habe, und erklärt es als unrichtig, daß die Belegschaft eine Zusammenarbeit mit Hahn abgelehnt habe. Es lag daher für die Bank keine Veranlassung vor, zu der Wiederaufnahme seiner Arbeit Stellung zu nehmen». „Daß mich je“ — fügt Herr Kurt Sobernheim hinzu — „der Vorwurf der Parteinahme für Hitler und die S.A. treffen könnte, hätte ich nie für möglich gehalten.“ Interkonfessionelles Steueramt in Frankfurt? Frankfurt a. M„ 16. Februar. (JTA.) Die Vertreter der evangelischen und katholischen Kirche und der israelitischen Gemeinden pflegen augenblicklich Verhandlungen in der Richtung, ob es möglich sei, in Frankfurt ein interkonfessionelles Steueramt zu errichten. Die Anregung zu diesen Besprechungen gab der Stadtkämmerer Dr. Asch, Mitglied der Jewish Agency aus den Erwägungen heraus, daß die Stadt infolge der Neuordnung ihres Erziehungsdienstes mit Wirkung vom 1. April die Einziehung der katholischen Kirchensteuer und der israelitischen Kultussteuern nicht mehr mitversehen kann. Diese Anregung ist bei allen drei Religionsgemeinschaften auf fruchtbaren Boden gefallen. Es bestehen vorläufig noch technische und personelle Schwierigkeiten, aber überall ist der Wille zu einer Einigung vorhanden, der wiederum als Ausfluß der Eintracht unter den Konfessionen angesehen wird. „Hagekorset“ (Hakenkreuz) in Skandinavien Berlin, 19. Februar. (JTA.) Die nationalsozialistische Presse bringt eine längere Korrespondenz aus Kopenhagen, in der die Entwicklung des Nationalsozialismus in den skandinavischen Ländern geschildert wird. Es liegt in der dänischen Mentalität begründet, heißt es in dem Bericht, daß man Haß und Fanatismus als unschöne Eigenschaften empfindet. Dennoch hatte sich bereits i. J. 1926 ein kleinerer Kreis von nationalsozialistisch eingestellten Persönlichkeiten ernsthaft mit der Rassenfrage beschäftigt. Im Jahre darauf wurden aus dem lose gefaßten Kreis ein „Nationalsozialistischer Orden“ straff organisiert. Die dänischen Nationalsozialisten haben jetzt eine eigene Zeitung „Hagekorset“ (Hakenkreuz) geschaffen, die auch in Schweden und Norwegen gelesen wird. Die Nationalsozialisten Dänemarks fordern einen Befreiungskampf für die Völker nordischer Rasse. „Für ein nationales Germanentum — gegen das internationale Judentum“ heißt die Parole. Man will

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