Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1931-02-27 · 9 (27.2.1931) · p. Seite 135

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
9 (27.2.1931)
Date
1931-02-27
Page
Seite 135 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
98% known words query
IRI
…/9072829-9103087-9176161--11539-9083610
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 9 Das Jüdische Echo 135 erlialtung einer stärkeren Militärmacht in diesem Lande begrüßen. Das konservative Mitglied der Shaw-Kommission, Sir Henry Betterton, erklärte, Palästina habe eine große Dankesschuld gegenüber dem transjordanischen Grenzkorps. Die Tätigkeit des Grenzkorps während der Unruhen sei in Dankschreiben des Jüdischen Nationalrats und der jüdischen Arbeiterorganisation anerkannt worden, wobei hervorgehoben werden muß, daß es im ganzen Verlauf der militärischen Operationen weder Tote noch Verwundete gab. In seinem Schlußwort erklärte Dr. Shiels, Überfälle und Gegenaktionen seien, insbesondere an der Südgrenze Transjordaniens, eine alltägliche Sache geworden, es sei jedoch zu hoffen, daß durch das Einsetzen mobiler Streitkräfte und durch Verbesserung der Transportverhältnisse ruhigere Zustände herbeigeführt werden können, die die Besiedlung und Entwicklung Transjordaniens ermöglichen. Dies sei ein Gegenstand, mit dem sich das Kolonialamt stets befaßt habe. Das Haus bewilligte sodann den Ergänzungsetat für den Mittleren Osten. Weizmann lehnt die Übernahme der Leitung nach dem Kongreß ab London, 22. Februar. (JTA.) Unmittelbar vor Antritt seiner Palästina-Reise gab der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Prof. Dr. Weizmann, einem Vertreter der „Jewish Times“ gegenüber die Erklärung ab, er werde auf keinen Fall die Führung der zionistischen Organisation über den Zionistenkongreß hinaus beibehalten. „Ebensowenig wie man Ost und West zueinanderbringen kann“, sagte Prof. Weizmann wörtlich, „ebensowenig wird man mich bewegen können, weiterhin an der Spitze der Organisation zu bleiben.“ Weiters erklärte Dr. Weizmann, der einzige Zweck seiner Bemühungen in letzter Zeit und seiner ferneren Arbeit bis zum Kongreß sei der, für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims eine klare und günstige Situation zu schaffen und die Zionistische Organisation in einer besseren Verfassung zu übergeben als der, in der sie sich zur Zeit seines Amtsantritts befand. London, 22. Februar. (JTA.) Am Freitag, dem 20. Februar, hat der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Prof. Dr. Cliaim Weizmann, seine Reise nach Palästina angetreten. Der Passus betreffend „Landlose Araber“ im Macdonald-Brief Berlin, 23. Februar. (JTA,) Der zweite Satz in § 9 im Briefe Macdonalds an Dr. Weizmann vom 13. Februar muß richtig folgendermaßen lauten: „Es ist wünschenswert, klarzumachen, daß die landlosen Araber, auf die sich dieser Passus beziehen sollte, solche Araber sind, bei denen gezeigt werden kann, daß sie von den von ihnen okkupierten Ländereien infolge des Übergangs der Böden in jüdischen Besitz verdrängt wurden und die weder anderen Boden, auf dem sie seßhaft werden konnten, noch eine andere, gleichermaßen befriedigende Beschäftigung finden konnte n. (Nicht: noch eine andere gleiche Beschäftigung finden konnten.) Jabotinsky über die neue Palä|stina-Erklärung der englischen Regierung Paris, 22. Februar. (JTA.) Der Präsident der Weltunion der Zionisten-Revisionisten, Wladimir Jabotinsky, hat dem Vertreter der Jüdischen Telegraphen-Agentur gegenüber erklärt, die wenigen in dem Briefe Macdonalds enthaltenen Konzessionen seien im Vergleich zu der Tatsache, daß dieser Brief die schlimmsten Seiten des Passfieldschen Weißbuches ausdrücklich in Kraft beläßt, von geringem Wert. Der Brief mache eine Lösung des- Palästina-Problems von der Zustimmung der Araber abhängig; er bekräftige das Recht des High Commissioners, gegen Bodenerwerb durch Juden Stellung zu nehmen und die Einwanderung zu kontrollieren; er halte sogar den Einwand gegen das Prinzip der Verwendung jüdischer Arbeit in jüdischen Unternehmungen aufrecht. Und was das Schlimmste von allem sei, er bekräftige die Rechtsgültigkeit der Weißbücher vom Jahre 1922 und 1930. Durch ihre Zustimmung zu diesem Brief habe die Exekutive die zionistische Sache in unverzeihlicher Weise geschädigt. Aufruf der arabischen Exekutive zum antijüdischen Boykott Jerusalem, 22. Februar. (JTA.) Die arabische Exekutive veröffentlicht einen Aufruf an die arabische und mohammedanische Welt, in dem die Mohammedaner aufgefordert werden, sich zu vereinigen und sich einzig und allein auf die eigene Kraft zu verlassen. In dem Aufruf wird gegen Macdonald der Vorwurf erhoben, daß er die Rechte der Juden erweitert und aufs Neue die dem arabischen Volk gegebenen feierlichen Versprechungen gebrochen habe. Der Regierungsbrief habe endgültig gezeigt, daß nicht länger Gerechtigkeit von Seiten der britischen Regierung erwartet werden kann. Macdonald habe den letzten Rest des Vertrauens der Araber zerstört. Schließlich werden in dem Aufruf die Araber Syriens und des Irak aufgefordert, sich dem Boykott gegen die Juden anzuschließen und ihn durchzuführen, bis die große jüdische Gefahr endgültig beseitigt sei. Vom Verband Bayerischer Israelitischer Gemeinden Am Sonntag, 15. Februar 1931, waren der Ratdes Verbandes sowie der ständige Ausschuß der Tagung zu einer Beratung in München zusammengetreten. Wie wir erfahren, wurde u. a. nicht nur der Etat für das Jahr 1931 erledigt, sondern auch beschlossen in diesem Jahr keine Verbandstagung abzuhalten. Die Presse war zu dieser Beratung nicht eingeladen; ein offizieller Bericht wurde bis zur Stunde noch nicht veröffentlicht. Es scheint daher, daß man den Verband erst an seine Pflicht erinnern muß, Beschlüsse von weittragender Bedeutung für die jüdische Öffentlichkeit auch in entsprechender Form bekanntzugeben. Aus der jüdischen Welt Emil Cohn-Bernhard 50 Jahre Berlin, 18. Februar. (JTA.) Rabbiner Dr. Emil Cohn, der unter dem Pseudonym Emil Bernhard in der deutschen Literatur und im deutschen Theater der Gegenwart eine vielbeachtete Stellung einnimmt, vollendet am 18. Februar 1931 sein 50. Lebensjahr. Er wurde 1881 geboren, war 1907 Prediger der Berliner Jüdischen Gemeinde,, mußte aber unter dem Druck des Gemeindeyorstandes das Amt seiner zionistischen Überzeugung wegen aufgeben. Damals, 1907, veröffentlichte er seine Verteidigungsschrift „Mein Kampf ums Recht“

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.