Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 18 (1931)
- Issue
- 7 (13.2.1931)
- Date
- 1931-02-13
- Page
- Seite 105 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9103087-9176159--11507-9083578- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 7 105 Das Jüdische Echo schritten war. Hechler war es, der die Zusammenkunft zwischen Theodor Herzl und dem Erzherzog Friedrich von Baden (Hechler war früher Erzieher eines der Söhne des Großherzogs gewesen) vermittelte, die als eine Vorbereitung zu einer Zusammenkunft zwischen Theodor Herzl und Kaiser Wilhelm II. gedacht war. Später arrangierte Hechle»- ein direktes Zusammentreffen zwischen Theodor Herzl und Wilhelm II. in der Nähe der jüdischen Ackerbauschule Mikweh Israel zur Zeit des Besuches Wilhelms II. in Palästina im Jahre 1898. In seinen Tagebüchern erwähnt Theodor Herzl oft die freundschaftliche Mittlertätigkeit Hechlers zugunsten des Zionismus. Herzl setzte seinem christlichen Freunde auch ein literarisches Denkmal in seinem utopischen Roman „Altneuland“, in welchem Hechler in der Gestalt des „Reverend Hopkin“ gezeichnet ist. Bei Gelegenheit eines Zusammentreffens mit Herrn Dr. Georg Herlitz äußerte sich Hechler, er habe 1922 der Annahme des Palästinamandats durch den Völkerbund beigewohnt und dies sei sein bedeutendstes Erlebnis gewesen. 15 Jahre Wilnaer Truppe W i 1 n a , 4. Februar. (JTA.) Ende Februar feiert die berühmte Wilnaer jüdische Theatertruppe das Jubiläum ihres fünfzehnjährigen Bestandes. Die Truppe hat aus diesem Anlaß beschlossen, das Jahr 1931 als Jubiläumsjahr zu proklamieren. Es soll ein Jubiläumsfonds zur Förderung der Entwicklung des jüdischen Theaters gegründet und ein Sammelbuch herausgegeben werden. Ferner sollen Massenkundgebungen und Festvorstellungen im ganzen Lande stattfinden. Dem Jubiläumskomitee gehören die Herren Dr. K. Wygodzki, Salman Reisen, Schalit, Dr. Chaim Zytlowski, Dr. Max Weinreich und S. Schabad an. Auch ein Jude unter den Hingerichteten von Menemen Konstantinopel, 5. Februar. (JTA.) Unter den wegen Rebellion gegen die türkischen Behörden in Menemen zum Tode verurteilten Oppositionellen, die am 4. Februar in Menemen hingerichtet wurden, befindet sich auch der jüdische Kaufmann Josef ben Chajim. Obwohl dieser seine Unschuld beteuerte und erklärte, nur durch Zufall in die Mitte der Rebellen geraten und mitverhaftet worden zu sein, hatte das Parlament auch gegen ihn das Todesurteil bestätigt. Das Testament Nathan Straus’ Der Nachlaß von einer Million Dollar fällt zur Gänze seinen Kindern zu Ein „Straus-Square“ in Neuyork Neuyork, 5. Februar. (JTA.) Soeben wurde das Testament des verstorbenen großen jüdischen Philanthropen Nathan Straus veröffentlicht. In seinem Testament verpflichtet Nathan Straus seine Kinder, „stets gute Juden zu bleiben und keine Ehe mit Andersgläubigen einzugehen“. Der Nachlaß Nathan Straus’ im Betrage von einer Million Dollar fällt zur Gänze seinen Kindern zu. Für wohltätige Zwecke ist kein Betrag ausgesetzt. Im Testament wird darauf hingewiesen, daß Nathan Straus schon zu Lebzeiten soviel er konnte für wohltätige Zwecke gegeben hat. Der Stadtrat von Neuyork hat beschlossen, den Rutgers Square in Neuyork in „Straus Square“ umzubenennen. Jüdische Einwanderung nach Palästina 1923—1930 Jerusalem, 1. Februar. (JTA.) Die jüdische Einwanderung nach Palästina bewegt sich in den letzten drei Jahren wieder auf einer langsam ansteigenden Linie, wenn auch die großen Ziffern der Vorjahre nicht mehr erreicht wurden. Für die Jahre 1923—1930 lauten die Einwanderungszahlen folgendermaßen: 1923: 8175; 1924: 13 892; 1925: 3486; 1926: 13855; 1927: 3034; 1928: 2071; 1929: 5109; 1930: etwa 5000. (Die Ziffer für 1930 ist noch nicht endgültig, da die Zahl der Einwanderer, die 1930 als Touristen ins Land kamen und hier die Erlaubnis zum dauernden Aufenthalt erhielten, noch nicht definitiv bekannt ist.) Ein modernes Theater wird in Jerusalem erbaut Jerusalem, 2. Februar. (JTA.) Die Palestine Land Development Co. hat soeben im Grundbuchamt zu Jerusalem das Grundstück, auf dem der „Cinema-Zion“ steht, auf die Namen der Käufer übertragen. In diesem Gebäude fanden bisher außer den Filmvorführungen alle Schauspiele, Opernaufführungen und Konzerte statt. Nunmehr gehen die Besitzer daran, auf diesem 2000 Quadratellen großen Grundstück ein wirklich modernes Theatergebäude mit Konzertsaal, ein Novum in Jerusalem, zu errichten. Durch den Neubau dürfte die Entwicklung des von der „Palestine Land Development Co.“ seinerzeit erworbenen Bezirks an der Jaffa- und Ben-Jehudastraße einen weiteren Anstoß bekommen. Das Ausmaß des kulturfähigen Bodens Palästinas Untersuchung durch das Landwirtschaftsdepartement der Palästinaregierung Jerusalem, 5. Februar. (JTA.) Das Landwirtschaftsdepartement der Palästinaregierung setzt seine Arbeiten zur Feststellung des Gesamtausmaßes kulturfähigen Bodens in Palästina fort. Im Landwirtschaftsdepartement ist man der Ansicht, daß die Ergebnisse dieser systematischen Bodenklassifizierung mit der ursprünglichen Schätzung des kulturfähigen Bodens durch das Landwirtschaftsdepartement übereinstimmen werden. In dieser Schätzung wurde bekanntlich das Ausmaß des kulturfähigen Bodens in Palästina doppelt so groß angenommen wie im Simpson-Bericht. Feuilleton Ur und die Sintflut Über die Ergebnisse der Ausgrabungen in Ur, der Heimat Abrahams, berichtet ihr Leiter C. Leonhard Woolley in seinem neuen Buch „Ur und die Sintflut“ (Leipzig, Brockhaus, 1930). Er geht aus von jenen Zeiten, da das untere Ende des Euphrattales, vorher ein großer Sumpf, durch welchen die Wasser ihren Weg zum Meere suchten, infolge der von Norden eindringenden Schlammassen auszutrocknen begann; oder, um es mit Woolley biblisch auszudrücken, „die Wasser sich an einem Orte sammelten und das trockene Land erschien“. Die ältesten Bewohner, von denen sich Spuren erhalten haben, trieben mit primitiven Geräten Ackerbau, Viehzucht und Fischerei, auch der Webstuhl war ihnen bereits bekannt. Welcher sprachlichen Gruppe sie angehörten, ob sie gleich den später im Norden des Tales auftretenden Akkadern, eine semitische Sprache redeten, ist nicht auszumachen. Neben diesen in offenen und niedrig gelegenen Dörfern wohnenden Siedlern ließen sich dann andere nieder, die Sumerer, die eine höhere Kultur aus ihrer östlichen — eine genauere Ortsbestimmung 99999999