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Das jüdische Echo · 1931-02-13 · 7 (13.2.1931) · p. Seite 103

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
7 (13.2.1931)
Date
1931-02-13
Page
Seite 103 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 103 •drei Jahren die Verträge der Gesellschaft mit anderen Ländern, durch die die Ölleitung führt, nicht zustande gekommen sind, kann der Vertrag gelöst werden. Durch diesen Vertrag erscheint nunmehr Haifa definitiv als Endpunkt der Irak-Ölleitung bestimmt. Eine Zeitlang war davon die Rede, daß das Endstück der Leitung gegabelt werden und daß ein Zweig in Haifa, der andere in Alexandretta in Französisch-Syrien endigen solle. In Palästina erwartet man, daß im Zusammenhang mit der Errichtung der Ölleitung ein großes industrielles und Handelszentrum auf dem Gebiet der Haifa-Bucht entstehen wird, das auch als Absatzgebiet für die landwirtschaftlichen Produkte der jüdischen Kolonien im Emek eine bedeutende Rolle spielen würde. London , 5. Februar. (JTA.) Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur von maßgebender Seite mitgeteilt wird, bedeutet die Unterzeichnung des Vertrages der Irak-Petroleum-Company mit der Palästinaregierung durchaus noch nicht die definitive Bestimmung Haifas als Endpunkt der Mossul-Ölleitung. Vorläufig sind die Verhandlungen zwischen der Irak-Petroleum-Gesellschaft und der französischen Regierung, sowie den französischen Mandatsverwaltungen von Syrien und Libanon noch nicht abgeschlossen und es besteht noch immer die Möglichkeit, daß ein Vertrag zustande kommt, wonach das vieldiskutierte Projekt einer Gabelung der Ölleitung zur Ausführung gelangt. Es würde dann der eine Zweig der Ölleitung in Haifa, der andere in Alexandretta, Tripoli oder in einem anderen syrischen Hafen münden. Das Inkrafttreten des Vertrages zwischen der Irak-Petroleum-Gesellschaft und der Palästinaregierung ist noch von dem Abschluß eines Vertrages zwischen der Company und der Irak-Regierung abhängig und außerdem steht es der Company frei, von den Rechten und Begünstigungen, die ihr im Vertrag mit der Palästina-Regierung zugestanden wurden, keinen Gebrauch zu machen und die Ölleitung bloß nach einem syrischen Hafen zu führen. Immerhin ist es unwahrscheinlich, daß sich die Palästina-Regierung zum Abschluß eines Vertrages bereit erklärt haben sollte, durch den sie nur selbst einseitig gebunden wird, während es dem Vertragspartner, der Irak-Petroleum-Gesellschaft freistehen sollte, nach Gutdünken von dem Vertrag Gebrauch zu machen oder nicht. Aus der jüdischen Welt Kommerzienrat Gerson Simon, der frühere Präsident der Jüdischen Gemeinde Berlin, gestorben Berlin, 8. Februar. (JTA.) Herr Kommerzienrat Gerson Simon, der frühere Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, ist am 6. Februar abds. in seiner Berliner Wohnung, 72 Jahre alt, verstorben. Gerson Simon gehörte zu den angesehensten und beliebtesten Persönlichkeiten des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens Berlins. Sohn einer bekannten jüdischen Familie des Rheinlands, kam er in verhältnismäßig jungen Jahren nach der Reichshauptstadt, wo er Inhaber der großen Spitzenfirma Jacob & Richter wurde, die heute nach Aufnahme verwandter Unternehmungen als Jacob & Richter-Siegmund Straußjr. Vereinigte Spitzenhäuser A.-G. firmiert. Gerson Simon war ein vorbildlicher Kaufmann; von seinen Berufsgenossen verehrt, stand er seit langen Jahren an der Spitze zahlreicher kaufmännischer Organisationen. Im Textil-Großhandelsverband nahm er eine führende Stellung ein. Auch die Regierung hat ihn häufig in wirtschaftspolitischen Dingen zu Rate gezogen. So hat er an den letzten deutschitalienischen Handelsvertragsverhandlungen in hervorragender Weise mitgewirkt. Gerson Simon, der sich schon in seiner Jugend im Rheinland intensiv jüdisch betätigt hat, widmete sich seit Jahrzehnten in Berlin öffentlicher Wohlfahrts- und Gemeindetätigkeit. Mehrere Jahre gehörte er der Repräsentanz der Berliner Jüdischen Gemeinde an. Vor mehreren Jahren begründete er mit Professor Dr. M. Sobernheim, Rabbiner Dr. Weiße und Frau Eschelbacher die Religiöse Mittelpartei für Frieden und Einheit in der Gemeinde. Diese Partei entsandte ihn neuerdings in die Repräsentanz, dann in den Vorstand der Gemeinde, der ihn zum Vorsitzenden der Gemeinde wählte. Nach der Wahl Georg Kareskis zum Vorsitzenden gehörte Gerson Simon dem Vorstand als stellvertretender Vorsitzender an. Er vertrat seine Partei auch in der Landesversammlung der preußisch-jüdischen Gemeinden. Eugen Caspary, der Organisator des jüdischen Wohlfahrtswesens, verstorben Berlin, 9. Februar. (JTA.) Einen Tag nach dem am Freitag erfolgten Ableben des früheren Vorsitzenden, zuletzt stellvertretenden Vorsitzenden der Berliner Jüdischen Gemeinde, Kommerzienrat Gerson Simon, verstarb, am Sonnabend nachmittag, im Alter von 67 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls Herr Eugen Caspary, der Vorsitzende des Wohlfahrts- und Jugendamtes der Berliner Jüdischen Gemeinde und frühere langjährige Vorsitzende der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden. 40 Jahre seines Lebens hat Caspary ehrenamtlich im Dienste der Jüdischen Gemeinde gearbeitet und seine Arbeit war vorbildlich für das Wohlfahrtswesen in den übrigen deutschen Großgemeinden. 1863 in Berlin geboren, propagierte er mit 27 Jahren die Arbeitsbeschaffung für die entlassenen jüdischen Strafgefangenen. Mit 30 Jahren trat er, in verschiedenen Wohlfahrtskommissionen tätig, für die Einführung moderner Fürsorgemethoden ein. Als Repräsentant der Jüdischen Gemeinde übernahm er die ehrenamtliche Leitung des neugeschaffenen und von ihm selbst organisierten Wohlfahrts- und Jugendamtes der Jüdischen Gemeinde und modernisierte in den Jahren größter Not, in der Zeit der Inflation, der Verarmung des Mittelstandes und der ostjüdischen Zuwanderung mit Hilfe von etwa 1000 ehrenamtlichen Helfern das Fürsorgewesen, begründete Küchen, Kinderhorte und -gärten, Jugendheime, Lehrwerkstätten, Arbeitsstuben, eine Darlehenskasse usw. Caspary führte einerseits eine konsequente Dezentralisation durch, schuf in allen Stadtteilen Bezirkskomitees, konzentrierte aber andererseits frühere Spezialgebiete wie Stiftungswesen, Waisenkommissionen, Sammelvormundschaften usw. Auch im Wohlfahrtswesen der Logen (U.O.B.B.) war er tätig. Im Jahre 1917 gründete Eugen Caspary die Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen Juden und war von 1919 bis 1926 deren Vorsitzender. In zahlreichen Aufsätzen nahm Caspary Stellung zu Fragen der jüdischen Wohlfahrtspflege. Professor Joseph Horovitz, der große jüdische Gelehrte, gestorben Frankfurt a. M., 6. Februar. (JTA.) Auf dem Wege zur Universität, wo er eine Vorlesung halten wollte, verstarb plötzlich an Herzschlag der große jüdische Gelehrte Professor Joseph Horo-

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