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Das jüdische Echo · 1931-02-06 · 6 (6.2.1931) · p. Seite 86

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
6 (6.2.1931)
Date
1931-02-06
Page
Seite 86 (sequence 6)
Language
German
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86 Nr. 6 Das Jüdische Echo gierung demnächst eine neue, für die Juden günstigere Erklärung über Palästina herausgeben wird. London, 28. Januar. (JTA.) Das Büro des Ministerpräsidenten hat die Jüdische Telegraphen- Agentur auf eine Anfrage dahin informiert, daß die Verhandlungen zwischen Regierung und Jewish Agency fortgesetzt werden. Die Regierung beabsichtige, zu geeigneter Zeit ein Statement hierüber zu veröffentlichen. Der Zeitpunkt dieser Veröffentlichung könne aber vorläufig nicht angegeben werden. Die Herausgabe eines neuen Berichtes über Palästina in nächster Zeit käme nicht in Frage. Auch das Kolonialamt hat der Jüdischen Telegraphen-Agentur auf eine Anfrage mitgeteilt, daß die Veröffentlichung eines Berichtes über Palästina nicht bevorsteht. Weizmami unterbricht seinen Urlaub Paris, 29. Januar. (JTA.) Der Präsident der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency, Professor Dr. Chaim Weizmami, hat seinen Erholungsurlaub in der Schweiz abgebrochen und sich nach London begeben. Die plötzliche Abreise Weizmanns wird mit wichtigen politischen Vorgängen in London in Zusammenhang gebracht. Erste selbständige Kampagne für die Jewish Ägency in Amerika Die amerikanische Palästinakonferenz proklamiert einen Drive zur Aufbringung von 2% Millionen Dollar im Jahre 1931 N e u y o r k , 27. Januar. (JTA.) Am Sonntag, dem 25. Januar, wurde im Baltimore-Hotel zu Neuyork die amerikanische Palästinakonferenz in Anwesenheit von etwa 500 Delegierten aus allen Teilen der Vereinigten Staaten eröffnet. Den Vorsitz führte der Präsident des American Jewish Committee, Dr. Cyrus Adler. Eine Reihe von Führern der Jewish Agency hielten Ansprachen, in denen sie auf die kritische Lage des Palästinawerkes und die dringende Notwendigkeit einer sofortigen kräftigen materiellen Förderung der Aufbauarbeit hinwiesen. Es wurde beschlossen, durch einen Drive die Summe von 234 Millionen Dollar als amerikanische Quote für die Aufbaufonds der Jewish Agency aufzubringen. Zum Leiter der Kampagne wurde Morris Rothenberg gewählt, der der Hoffnung Ausdruck gab, daß das Ziel der Kampagne im Juni erreicht sein werde. Die neue amerikanische Palästinakampagne wird die erste sein, die in Amerika von der Jewish Agency seit ihrer Bildung auf der Züricher Konferenz im August 1929 selbständig durchgeführt wird. Im Jahre 1930 wurde die Sammelaktion in Amerika gemeinsam mit dem Joint Distribution Committee durchgeführt. Das Ziel des gemeinsamen Drives war die Aufbringung von 6 Millionen Dollar, von denen 234 Millionen für Palästinazwecke und 334 Millionen für die Arbeit des Joint Distribution Committee hätten verwendet werden sollen. Infolge der Wirtschaftskrise konnte dieses Ziel nicht erreicht werden, es wurden insgesamt 234 Millionen Dollar gezeichnet. Kurz vor Abschluß der Kampagne des Jahres 1930 wurde in einer Konferenz von Vertretern der Jewish Agency und des Joint Distribution Committee beschlossen, im Jahre 1931 getrennte Aktionen durchzuführen; dabei wurde der Erwartung Ausdruck gegeben, daß es für jede der beiden Organisationen auf diese Weise möglich sein werde, in den mit ihren Zielen sympatisierenden Kreisen größere Erfolge zu erzielen. Der Aufruf für den neuen Palästina-Drive in Amerika wurde u. a. von folgenden Persönlichkeiten unterzeichnet: Felix M. Warburg, Dr. Cyrus Adler, Dr. Lee K. Frankel, Vizegouverneur des Staates New York Herbert H. Lehman, Ehrenpräsident der Zionistischen Organisation von Amerika Richter Julian W. Mack, Vorsitzender des Administrative Committee der Zionistischen Organisation von Amerika Robert Szold, Präsident des United Palestine Appeal Richter William M. Lewis, Morris Rothenberg, Präsidentin der Hadassah Frau Edward Jacobs, früherer Präsident der Zionistischen Organisation von Amerika Louis Lipsky und Rabbi Dr. Stephan S. Wise. + Felix Warburg, der Präsident des Administrative Committee der Jewish Agency hat an der Konferenz nicht teilgenommen, er hat nur ein Schreiben an sie gerichtet, in dem er zur Arbeit für den Drive auffordert und eine Darstellung seiner Unterhandlungen mit der englischen Regierung nach der Veröffentlichung des Weißbuches gibt. Gleichzeitig hat Felix Warburg jedoch die Leitung des Joint Drives für die Zwecke des Hilfs- und Aufbauwerkes in Osteuropa übernommen. Das hat auf weite Kreise der zionistischen Organisation in höchstem Maße verstimmend gewirkt; man hatte überall angenommen und durfte das wohl auch, daß der Präsident des Administrative Committee der Jewish Agency sich vor. allem der Arbeit für den Palästinaaufbau widmen werde. Im Augenblick kann noch nicht übersehen werden, ob nicht die Haltung Warburgs weittragende Folgen nach sich ziehen wird. Der „Dawar“, das palästinensische Arbeiterorgan, schreibt: Die zionistische Bewegung werde, falls die Dinge so weiter gehen sollten, die Frage zu klären haben, welche Vorteile sich für den Palästinaaufbau durch die Erweiterung der Jewish Agency ergeben haben. Bei der Erweiterung der Jewish Agency habe man nicht damit gerechnet, daß Warburg seine Arbeitskraft nur dem Joint widmen und Weizmann gleichzeitig die Last der politischen und die der finanziellen Arbeit für den Palästinaaufbau zu tragen haben werde. Der polnische Sejm beschließt die Rbschaffung der gesetzlichen Beschränkungen gegen die Juden Ein historisches Ereignis für das polnische Judentum Warschau, 28. Januar. (JTA.) Der polnische Seim behandelte in seiner gestrigen Sitzung als ersten Punkt der Tagesordnung das Gesetzprojekt betreffend Abschaffung der noch aus der Zarenzeit stammenden gesetzlichen Beschränkungen gegen die jüdische Bevölkerung. Saal und Galerien waren voll besetzt. Der Referent der juridischen Kommission, Deputierter Jeszke, beantragte die Annahme des Regierungsentwurfes und die Ablehnung der Verbesserungsvorschläge des jüdischen Klubs. Es handele sich, sagte er, um ein Gesetzproiekt zur Verwirklichung jener Bestimmung der Verfassung der polnischen Republik, die die Gleichheit aller Bürger vor dem Gesetz zum Inhalt hat. Deputierter Dr. Sommerstein, der Sprecher des jüdischen Klubs, gab einen Überblick über die bisherigen Bemühungen zur Abschaffung der gesetzlichen Beschränkungen gegen die Juden. Alle Anträge, die der jüdische Klub in den drei vorangegangenen Legislaturperioden des polnischen Sejm eingebracht hat, kamen nicht zur endgültigen Er-

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