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Das jüdische Echo · 1931-01-30 · 5 (30.1.1931) · p. Seite 72

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
5 (30.1.1931)
Date
1931-01-30
Page
Seite 72 (sequence 8)
Language
German
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72 Das Jüdische Echo Nr. 5 licht in einem Communiquee eine Erklärung, die ihr Vizepräsident Meer Grossman am Schlüsse der letzten Tagung des Zionistischen Aktions-Comitees abgegeben hat. Grossman erklärte namens der revisionistischen Weltunion, das Aktions-Comitee sei im Hinblick darauf, daß der politischen Kommission des Aktions-Comitees bloß Auszüge aus den Protokollen der Verhandlungen zwischen Jewish Agency und englischer Regierung, aus dem der englischen Regierung unterbreiteten Memorandum und aus anderen wichtigen Dokumenten, nicht aber diese Dokumente selbst vorgelegt wurden, nicht berechtigt, Direktiven bezüglich weiterer Verhandlungen mit der Regierung zu geben. Die Revisionisten sprechen der zionistischen Exekutive und der politischen Kommission jedes Recht zur Führung von Verhandlungen im Namen der Zionistischen Organisation ab. Unter den gegebenen Umständen sieht sich die Weltunion der Zionisten-Revisionisten genötigt, ihren Kampf gegen die gegenwärtige Exekutive und die sie stützenden Parteien mit aller Intensität iortzuführen. Sie hält es für ihre Pflicht, die jüdische Öffentlichkeit über die erwähnten Tatsachen aufzuklären. Die Revisionisten werden wie seit jeher die Kampagne zur Sammlung von Geldmitteln unterstützen, damit das Palästina-Werk erhalten bleibe. Nichtsdestoweniger müssen die Revisionisten erklären, daß sie angesichts der gegenwärtigen Situation nicht daran glauben, daß der für den Erfolg der Kampagne unerläßliche Enthusiasmus ausgelöst werden kann. Sie bezweifeln auch, ob die gesammelten Gelder dem gegenwärtigen Apparat anvertraut werden können. Weiters erklärte Grossman, das Aktions-Comitee habe nicht das moralische Recht zu einer Verschiebung des Kongreßtermins, da eine solche weder aus finanziellen, noch aus politischen oder organisatorischen Erwägungen heraus gerechtfertigt werden könne. Die Revisionisten betrachten die Verschiebung des Kongresses als ein zum Zweck der Abhaltung des Kongresses in einem für die Exekutive günstigeren Zeitpunkt durchgeführtes innerpolitisches Manöver. Äufruf der Zionistischen Exekutive zum 70. Geburtstag von Nahum Sokolow Proklamierung eines Sokolow-Monats der Zionistischen Organisation London, 23. Januar. (JTA.) Die Exekutive der Zionistischen Weltorganisation erläßt den nachstehenden Aufruf anläßlich des 70. Geburtstages des Präsidenten der Zionistischen Exekutive Nahum Sokolow: „Gesinnungsgenossen! Am 5. Schwat feiert unser Führer Nahum Sokolow seinen 70. Geburtstag. Juden in allen Ländern werden an diesem Tage dem Mann ihre Verehrung bezeugen, der dem jüdischen Leben und Wirken unserer Zeit seinen Stempel aufgedrückt hat. Als Denker, als Gelehrter, als Publizist, als Verkünder jüdischen Geistes, als ein Schöpfer des modernen hebräischen Journalismus, als ein Führer Israels in seinem Kampf um seine geistige und materielle Befreiung ragt Nahum Sokolow wie ein Turm über seine Generation hinaus, eine lebendige Verkörperung der höchsten Tradition unserer Vergangenheit und der edelsten Hoffnungen für unsere Zukunft. Es ist nicht notwendig, Zionisten zu sagen, was das Lebenswerk dieses Mannes der Schrift und der Tat für unsere nationale Wiedererweckung bedeutet. Es gibt keinen Zionisten, dem der Name Nahum Sokolows nicht ein Quell des Stolzes und der Hoffnungen ist. In den schwierigen Zeiten, die unsere Bewegung jetzt durchlebt, bedeutet sein Dasein in unserer Mitte einen immerwährenden Ansporn. Er hat unserer Bewegung das beste seiner einzigartigen Persönlichkeit gegeben: seinen weisen Rat, seinen brennenden Enthusiasmus, seinen schöpferischen Geist. An diesem Tage, da unser Führer sein 70. Jahr in jugendlicher Kraft und Lebendigkeit beendet, sind die Juden der ganzen Welt und die Zionisten im besonderen von dem Wunsche erfüllt, dem Gefühl ihrer Freude und Dankbarkeit sichtbaren Ausdruck zu verleihen. Nichts — wir wissen es — liegt Nahum Sokolow mehr am Herzen als die Zionistische Organisation, an deren Aufbau er von ihren frühesten Tagen an mitgewirkt hat. Nichts würde ihm, wie er erst vor einigen Tagen selbst erklärt hat, größere Freude bereiten, als eine große und erfolgreiche Anstrengung für die Stärkung und Erweiterung der Organisation. Die Zionistische Exekutive hat beschlossen, ihren Präsidenten durch Proklamierung des Monats Nissan (15. März bis 15. April) zum Sokolow-Monat der Zionistischen Organisation zu ehren. In diesem Monat sollen sich alle Kräfte vereinigen, um die Organisation durch Verbreitung des zionistischen Ideals in den Reihen des jüdischen Volkes zu stärken und zu erweitern, neue zionistische Gruppen und Gemeinschaften zu gründen, Mitglieder zu werben, den Schekel in die Massen des jüdischen Volkes hinauszutragen und die Organisation im Innern zu konsolidieren. Solch eine Vereinigung aller Kräfte in einer großen organisatorischen Anstrengung wird unserem großen Führer den Beweis dafür liefern, daß sein Geist unter uns lebendig ist, daß sein Beispiel uns anfeuert, daß sein Lebenswerk Früchte getragen hat. Der Sokolow-Monat der Zionistischen Organisation geht dem 17. Zionistenkongreß unmittelbar voraus. An die Zionisten aller Länder ergeht der Ruf, diesen Monat zu einer gewaltigen Manifestation der zionistischen Ideale auszugestalten. Wir können dem Lebensw<srk Nahum Sokolows keine größere Ehre erweisen. London, 23. Januar 1931. Die Exekutive der Zionistischen Organisation.“" Aus der Jüdischen Welt Das jüdische Genossenschaftswesen in Deutschland Berlin, 27. Januar. (JTA.) Das jüdische Genossenschaftswesen in Deutschland nimmt unter den Auspizien der Volksbank „Iwria“ in Berlin an Ausdehnung zu. Vor einiger Zeit wurde im Hotel Königshof zu Essen vor ungefähr 130 geladenen Personen die Gründungsversammlung einer jüdischen Genossenschaftsbank abgehallen. Das Hauptreferal hielt Herr Direktor Georg Kareski. Ein Gründungskomitee wurde unter dem Vorsitz des Rechtsanwalts Dr. Westfeld und dem Vizevorsitz des Dr. Büschel eingesetzt, das die Vorbereitungen für die Eröffnung der Tätigkeit leitet. — In Düsseldorf sprach zur Vorbereitung der Gründung einer jüdischen Genossenschaftsbank Herr Direktor Georg Kareski vor einem Kreis von Interessenten. — In Frankfurt a. M. sind seil Monaten ernste Vorbereitungen zur Gründung einer jüdischen Genossenschaftsbank im Gange. Ein Kreis führender Herren der jüdischen Gemeindearbeit hat die Absicht, die Gründung einer solchen Bank in allernächster Zeit

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