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Das jüdische Echo · 1931-01-30 · 5 (30.1.1931) · p. Seite 70

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
18 (1931)
Issue
5 (30.1.1931)
Date
1931-01-30
Page
Seite 70 (sequence 6)
Language
German
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70 Das Jüdische Echo Nr. 5 spannter Aufmerksamkeit und dankte ihnen am Schlüsse durch reichen Beifall. Es ist aus diesem Bericht nicht recht ersichtlich, inwieweit die Veranstaltung geglückt und inwieweit es gelungen ist, die Differenzpunkte der verschiedenen Anschauungen nicht nur aufzuzeigen, sondern eine wirkliche Auseinandersetzung herbeizuführen. Prinzipiell sind diese Anschauungen wohl in manchen Fragen, etwa der der jüdischen Schule oder der Beteiligung am Palästinawerk, unvereinbar; immerhin scheint aus den Formulierungen Sterns hervorzugehen, daß in der Praxis ein Ausweg gefunden werden könnte. Erfreulich ist es jedenfalls, daß man diese akademische Auseinandersetzung in kultivierter Form zustande gebracht hat und damit endlich einmal wieder über das System der monologischen Angriffe hinausgekommen ist. Besprechungen zwischen Jewish Hgency und Agudas Jisroel in Berlin B e r 1 i n , 25. Januar. (JTA.) In der vergangenen Woche haben in Berlin Besprechungen zwischen Vertretern der Jewish Agency und Beauftragten der Agudas Jisroel stattgefunden. Die Besprechungen sollen im Verlauf dieser Woche unter Hinzuziehung weiterer maßgebender Persönlichkeiten fortgeführt werden. Die der Leitung der Agudas Jisroel nahestehende, in Wien erscheinende „Jüdische Presse“ äußert sich zu diesen Besprechungen wie folgt; „Man erinnert sich, daß die „Kenessio Gedaulo“ mit Zustimmung des Rabbinischen Rates eine Resolution faßte, die eine Beteiligung der Agudo an der Jewish Agency dann für denkbar erklärte, wenn die Agency ihr Arbeitsgebiet auf wirtschaftliche und politische Dinge beschränken, alles Kulturelle ausschließen und alsdann ihre gesamte Tätigkeit der Autorität des Religionsgesetzes unterstellen werde. Aus der Antwort, die der Vorsitzende des Administrativ-Komitees der Agency der Agudas Jisroel erteilte, ging bereits hervor, daß die Agency sich nicht in der Lage sehen werde, diese Bedingungen der Agudas Jisroel zu genehmigen, daß sie aber dennoch Verhandlungen über eine Kooperation der beiden Körperschaften auf dem Gebiete der Erez-Jisroel-Arbeit für wünschenswert halte. Diese Kooperation zum Gegenstand einer zwanglosen Besprechung zu machen, ist die Aufgabe der in Berlin zusammentretenden beiderseitigen Kommissionen. Wir sind überzeugt, daß die Besprechungen von dem schweren Ernste der gegenwärtigen Lage erfüllt und von dem Bewußtsein getragen sein werden, daß die religiösen, politischen und wirtschaftlichen Probleme, die sich für Klal Jisroel an Erez Jisroel knüpfen, durch die Ereignisse der beiden letzten Jahre und durch die aktuelle Krise an Gewicht nicht verloren, sondern erheblich gewonnen haben. Die verzweifelte Lage, in der sich Millionen jüdischer Brüder in der ganzen Welt befinden, muß ja die Sehnsucht und den festen Willen, nach Erez Jisroel auszuwandern, mit elementarer Gewalt von Tag zu Tag steigern, und die Orthodoxie kann vor dieser Entwicklung, die sich jetzt sogar in Amerika geltend macht, ihr Auge keinen Augenblick verschließen. Sie muß daher aufs ernsteste prüfen, wie sie ihrer Verantwortung gerecht wird und welche Möglichkeiten bestehen, unter gewissenhafter Wahrung ihrer absoluten organisatorischen Selbständigkeit und kompromißloser Durchsetzung ihrer religiösen Prinzipien eine praktische Zusammenarbeit mit allen an Erez Jisroel interessierten Kreisen im Interesse des jüdischen Volkes zn ermöglichen.“ B e r 1 i n , 27. Januar. (JTA.) Am 20. d. M. tagte in Berlin unter Vorsitz von Rabbiner Dr, Baeck zum erstenmal die von der Jewish Agency und der Agudas Jisroel eingesetzte gemeinsame Kommission, die die Fragen der Zusammenarbeit prüfen sollte. An der Sitzung nahmen außer dem Vorsitzenden teil die Herren Rabbiner Dt. Pinclias Cohn- Wien, Dr. Moses Auerbach-Berlin und Julius Holländer-Frankfurt a. M. Von Seiten der Agudas Jisroel: die Herren Heschel Farbstein-Warschau, I)r. Aron Barth und Rechtsanwalt Dr. S. Moses- Berlin. Von Seiten der Jewish Agency und als Vertreter der Exekutive der letzteren Herr Lazarus Barth. Es bestand Einverständnis darüber, daß die Beschlüsse der Kommission lediglich als Empfehlungen zu betrachten sein werden und der Genehmigung der beschlußberechtigten leitenden Organe der Jewish Agency bzw. der Agudas Jisroel unterliegen. Die Sitzung behandelte zunächst die Frage des Eintritts der Agudas Jisroel in die Jewish Agency. Bezüglich der religiösen Grundforderungen würde die Agudas Jisroel sich als befriedigt erklären, wenn der über die Wahrung des Religionsgesetzes im öffentlichen Leben gefaßte Beschluß des 12. Zionistenkongresses in die Verfassung der Jewish Agency aufgenommen werde und in einer noch Zu besprechenden Weise Garantien dafür geschaffen würden, daß seine Durchführung gesichert wäre. Bezüglich der von der Agudas Jisroel geforderten Abtrennung des Kulturwerkes von der Arbeit der Jewish Agency würde sich eine wesentliche Erleichterung vielleicht ergeben, wenn der aus anderen Gründen zur Diskussion stehende Plan einer Überleitung des Schulwerkes auf den Jiscbuw sich realisierte. Bezüglich einer Kooperation, der an sich weit geringere Hindernisse im Wege stehen, wurde folgendes besprochen: Ohne die Frage der grundsätzlichen Stellung der beiden Gruppen zu erörtern, wird es als ein Gebot der Zeit anerkannt, daß außenpolitische Eingaben von seiten der Agudas Jisroel bis auf weiteres nicht eingereicht werden sollen. Die Jewish Agency wird dies dadurch erleichtern, daß sie die Agudas Jisroel über die politischen Vorgänge, soweit nicht Diskretion vorgeschrieben ist, informiert. Unter der "Voraussetzung, daß diese Zusammenarböitf sich bewährt, würde ein Zusammengehen auf wirtschaftlichem Gebiete als nicht zu schwierig angesehen werden. Detailfragen, die sich hier ergeben, sollen in einer nächsten Besprechung nach Ablauf einiger Wochen behandelt werden. Nach der Ä.C.-Sitzung Weizmann übernimmt die Führung der zionistischen Delegation nach Amerika Pressekonferenz der Zionistischen Exekutive London, 21. Januar. (JTA.) Die Zionistische Exekutive veranstaltete am Dienstag, dem 20. Januar, unter dem Vorsitz von Nalium Sokolow eine Pressekonferenz. Sokolow gab bekannt, daß sich Professor Weizmann demnächst an der Spitze einer Delegation zur Verstärkung der Palästina-

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